Einführung in den Veganuary 2026: Revolution der Ernährung
Der Veganuary hat sich längst von einem einfachen Trend zu einer echten Bewegung entwickelt. Im Jahr 2026 ist die pflanzliche Ernährung endgültig im Alltag der breiten Bevölkerung angekommen. Doch was bedeutet das konkret für den Konsum und den Handel? Während auf EU-Ebene intensiv darüber diskutiert wird, wie pflanzliche Alternativen künftig überhaupt heißen dürfen, zeigt Gurkerl anhand aktueller Daten: Plant-Based ist für viele längst Teil des Wocheneinkaufs. Mit einem Wachstum von 10 Prozent im Jahresvergleich und einem Warenkorbanteil von 12 Prozent, der mindestens ein pflanzliches Produkt enthält, ist der Veganuary mehr als nur ein kurzfristiger Hype.
Trend 1: Next-Generation Proteine – Fermentation macht Plant-Based massentauglich
Die Zukunft pflanzlicher Proteine liegt in der Fermentation. Während Soja und Erbse wichtige Klassiker bleiben, entstehen durch Mykoproteine, Duckweed oder präzisionsfermentierte Inhaltsstoffe völlig neue Produktwelten. Diese Produkte sind nicht mehr nur Ersatz, sondern entwickeln sich zu eigenständigen, kulinarisch hochwertigen Lebensmitteln. Sydney Colombani, Senior Category Managerin bei Gurkerl, erklärt: „Die Zeiten, in denen vegane Proteine auf wenige Sorten begrenzt waren, sind vorbei. Neue Herstellungsverfahren sorgen dafür, dass pflanzliche Alternativen geschmacklich wie auch in der Textur immer überzeugender werden.“
Historisch gesehen hat die Fermentation eine lange Tradition in der Lebensmittelherstellung. Bereits vor Jahrhunderten wurde Fermentation genutzt, um Lebensmittel haltbar zu machen und deren Nährwert zu steigern. Mit der modernen Wissenschaft haben sich die Verfahren jedoch erheblich weiterentwickelt, was zu innovativen und schmackhaften pflanzlichen Produkten führt.
Trend 2: Clean Label & kurze Zutatenlisten – weniger Verarbeitung, mehr Vertrauen
Immer mehr Konsumenten möchten keine komplizierten Zutatenlisten mehr lesen. Produkte sollen simpel, nachvollziehbar und möglichst naturbelassen sein. Haferdrinks, Nussdrinks, klassischer Tofu, Seidentofu oder Nussmuse zählen deshalb zu den stärksten Kategorien. Parallel steigt die Erwartungshaltung: Ein „vegan“-Label allein reicht vielen nicht mehr. Gefragt sind Transparenz, nachvollziehbare Herkunft und eine klare Kommunikation.
„Man merkt deutlich: Plant-Based wird erwachsener. Kunden achten stärker darauf, wie Produkte hergestellt werden, woher Zutaten kommen und ob Marken glaubwürdig kommunizieren“, so Colombani. Diese Entwicklung spiegelt einen allgemeinen Trend wider, der in der gesamten Lebensmittelindustrie zu beobachten ist: Verbraucher verlangen zunehmend nach Transparenz und ethischer Produktion.
Trend 3: Plant-Based Sweets werden Premium
Vegane Süßwaren haben sich von der „Notlösung“ zu einer eigenen Premiumkategorie entwickelt. Schokolade auf Hafer-, Mandel- oder Cashewbasis, pektinbasierte Gummis, vegane Nougatcremes oder moderne Snack-Riegel bedienen das Bedürfnis nach bewusstem Genuss ohne Verzichtsgefühl. „Viele Menschen wollen nicht verzichten – sie wollen genießen. Aber eben bewusster, moderner, pflanzlich. Und die neuen Produkte liefern genau das“, sagt Colombani.
Dieser Trend zeigt, dass pflanzliche Ernährung nicht mehr nur mit Verzicht assoziiert wird, sondern mit Genuss und Innovation. Die Entwicklung von hochwertigen veganen Süßigkeiten ist ein Beweis dafür, dass pflanzliche Produkte in der Lage sind, traditionelle Produkte in Qualität und Geschmack zu übertreffen.
Trend 4: DIY-Food & Fermentation – Gut Health wird zum Lifestyle-Megatrend
Durch Social Media haben Darmgesundheit, Fermentation und „Food as Wellness“ einen enormen Popularitätsschub erhalten. Kombucha, Tempeh, Kimchi, Sauerkraut oder eingelegtes Gemüse sind längst keine Nische mehr, sondern fester Bestandteil einer gesundheitsorientierten Ernährung. „Fermentation ist einer der spannendsten Bereiche der modernen Ernährung. Kunden greifen zunehmend zu Kimchi, Miso oder Kombucha, weil sie spürbare Vorteile für Verdauung, Energie und Haut wahrnehmen“, so Colombani.
Die Bedeutung der Darmgesundheit wird zunehmend anerkannt, da sie nicht nur das Verdauungssystem beeinflusst, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden und die mentale Gesundheit. Der Trend zur DIY-Fermentation ermöglicht es den Menschen, ihre Ernährung aktiv zu gestalten und dabei gesundheitliche Vorteile zu genießen.
Trend 5: Plant-Based beyond Meat – Seafood, funktionale Drinks & Botanical Cocktails setzen neue Akzente
Die pflanzliche Ernährung entwickelt sich 2026 deutlich breiter – weg vom reinen Fleischersatz hin zu neuen Kategorien: pflanzliche Seafood-Alternativen, funktionale Getränke mit natürlichen Pflanzenstoffen und alkoholfreie Botanical-Cocktails. „Seafood-Alternativen, funktionale Drinks und Botanical Cocktails sind kein Ersatz – sie sind eine neue Form von Lifestyle“, fasst Colombani zusammen.
Dieser Trend zeigt, dass die pflanzliche Ernährung nicht nur eine Alternative zu bestehenden Produkten bietet, sondern völlig neue Kategorien schafft, die sowohl in der Gastronomie als auch im Einzelhandel an Bedeutung gewinnen. Die Entwicklung von pflanzlichen Seafood-Alternativen ist besonders bemerkenswert, da sie eine nachhaltige Lösung für die Überfischung der Meere bieten könnte.
Die Auswirkungen auf den Alltag der Österreicher
Die beschriebenen Trends haben weitreichende Auswirkungen auf den Alltag der Österreicher. Die steigende Nachfrage nach pflanzlichen Produkten führt zu einer größeren Verfügbarkeit dieser Produkte in Supermärkten und Online-Shops. Dies ermöglicht es den Verbrauchern, ihre Ernährung leichter und nachhaltiger zu gestalten. Darüber hinaus unterstützen die Trends eine gesündere Lebensweise, indem sie den Zugang zu nährstoffreichen und umweltfreundlichen Lebensmitteln fördern.
Ein weiterer Effekt ist der wirtschaftliche Einfluss auf den Handel. Unternehmen, die frühzeitig auf den pflanzlichen Zug aufspringen, können von einem wachsenden Markt profitieren. Dies eröffnet neue Geschäftsmöglichkeiten und fördert Innovationen in der Lebensmittelindustrie.
Zukunftsausblick: Wohin geht die Reise?
Die pflanzliche Ernährung wird sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln und neue Trends hervorbringen. Experten erwarten, dass die Nachfrage nach pflanzlichen Produkten weiter steigen wird, da immer mehr Menschen die Vorteile einer pflanzlichen Ernährung erkennen. Dies wird zu einer weiteren Diversifizierung des Angebots führen und möglicherweise neue Technologien und Herstellungsverfahren inspirieren.
Die politische Diskussion um die Benennung pflanzlicher Produkte wird ebenfalls fortgesetzt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die EU-Regelungen entwickeln und welche Auswirkungen dies auf die Kennzeichnung und Vermarktung pflanzlicher Produkte haben wird.
Fazit
Der Veganuary 2026 markiert einen Wendepunkt in der pflanzlichen Ernährung. Die fünf identifizierten Trends zeigen, dass pflanzliche Produkte nicht nur eine Alternative zu tierischen Produkten sind, sondern eine eigene, vielfältige und innovative Kategorie darstellen. Diese Entwicklungen bieten sowohl Verbrauchern als auch Unternehmen neue Möglichkeiten und tragen zu einer nachhaltigeren und gesünderen Zukunft bei.