Der Nagellack-Test, der alles verändert
Am 26. Januar 2026 veröffentlichte der Verein für Konsumenteninformation (VKI) die Ergebnisse eines umfassenden Tests von 16 gängigen Nagellacken. Diese Untersuchung, die sowohl Drogerie- als auch High-End-Produkte umfasste, brachte sowohl gute als auch besorgniserregende Ergebnisse ans Licht.
Ein Klassiker unter der Lupe
Roter Nagellack ist für viele das ‚kleine Schwarze‘ der Kosmetikindustrie – ein unverzichtbarer Klassiker. Doch was steckt wirklich in diesen bunten Fläschchen? Der VKI hat genau das untersucht und dabei sowohl positive als auch alarmierende Befunde gemacht.
Gute Nachrichten: Schwermetalle im Griff
In der Mehrheit der getesteten Produkte konnten keine verbotenen Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Quecksilber, Arsen oder Chrom in relevanten Mengen nachgewiesen werden. Dies ist ein wichtiger Befund, da Schwermetalle gesundheitsschädlich sein können. Die Ergebnisse zeigten, dass der Preis wenig über die Qualität aussagt: Sowohl ein preiswerter Lack der DM-Eigenmarke als auch ein teurer High-End-Lack erzielten die höchste Punktzahl von 75 von 100 Punkten.
Die dunkle Seite: Krebserregende Stoffe im Spiel
Besonders besorgniserregend ist der Fund von Nitrosaminen in zwei Produkten. Diese chemischen Verbindungen, die während des Herstellungsprozesses entstehen können, stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Betroffen sind die Marken Essence und Mavala.
Ein prominenter Verlierer: Chanel unter Druck
Ein überraschendes Ergebnis war das schlechte Abschneiden von Chanels ‚Le vernis – 153 Pompier‘. In einem Haftungstest, bei dem der Lack auf einer Glasplatte getestet wurde, versagte das Produkt komplett. Zudem wurde kritisiert, dass weder ein Mindesthaltbarkeitsdatum noch das PAO-Symbol (Period after Opening) angegeben wird. Auch die Umwelteigenschaften der Verpackung ließen zu wünschen übrig.
Mangelhafte Deklaration – ein weit verbreitetes Problem
Der Test deckte auf, dass 9 von 16 Produkten nicht den gesetzlichen Kennzeichnungspflichten entsprechen. So fehlen bei einigen Lacken wichtige Informationen wie Inhaltsstoffe oder das Mindesthaltbarkeitsdatum. Besonders kritisiert wurden hier Marken wie Chanel, Rimmel und Yves Rocher.
Kinder und Nagellack: Eine gefährliche Kombination
Die meisten Nagellacke basieren auf Lösungsmitteln und sind daher für Kinder ungeeignet. Auch vermeintlich kindgerechte Produkte auf Wasserbasis enthalten bedenkliche Inhaltsstoffe. Eltern sollten daher auf kurze, verständliche Inhaltsstofflisten achten und Azofarbstoffe meiden.
Expertenrat: Weniger ist mehr
Birgit Schiller, Kosmetik-Expertin beim VKI, empfiehlt: „Für Kinder gilt: Je weniger Inhaltsstoffe, desto besser. Eine niedliche Verpackung ist kein Garant für Sicherheit.“
Das Fazit: Vorsicht ist besser als Nachsicht
Der VKI-Test zeigt, dass auch in der Welt der Kosmetik nicht alles Gold ist, was glänzt. Verbraucher sollten nicht nur auf die Farbe und den Preis achten, sondern auch auf die Inhaltsstoffe und die Deklaration der Produkte.
Der Blick in die Zukunft
Es bleibt abzuwarten, wie die Hersteller auf diese Ergebnisse reagieren werden. Klar ist, dass die Konsumenten zunehmend aufgeklärter und kritischer werden. Die Kosmetikindustrie steht vor der Herausforderung, sowohl die Sicherheit als auch die Umweltfreundlichkeit ihrer Produkte zu verbessern.
Die vollständigen Testergebnisse
Weitere Details zu den Testergebnissen finden interessierte Leser ab dem 29. Januar 2026 in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift KONSUMENT und online unter www.vki.at/nagellack-2026.