ÖHV-Gegenvorschlag zur Ortstaxen-Erhöhung: 0,5% Sanierungsabgabe von allen statt 5% nur von Hotels

Wien (OTS) – Die Erhöhung der Ortstaxe von 3,2% auf 5% ab Juli kommt
zur Unzeit
und überfordert Wiens Hotels. Weil auch ein pauschaler Abzug von 11%
wegfällt und die Inflation bei ca. 3% liegt, müssten die Zimmerpreise
um über 5% erhöht werden, um die Betriebsergebnisse real zu halten.
„Wir wissen von unseren Mitgliedsbetrieben, dass solche
Preiserhöhungen derzeit nicht drin sind“, erklärt Alexander Ipp,
Vizepräsident der Österreichischen Hotelvereinigung und
Landesvorsitzender in Wien.

Zwtl.: Ipp: „Markt gibt Preiserhöhungen um mehr als 10% nicht her!“

Das bestätigen Statistiken der Stadt Wien: „Von Jänner bis April
lagen die Einnahmen der Wiener Hotels nominell um 1,9% unter dem
Vorjahr, berücksichtigt man die Inflation, um 5% darunter. Die Lücke
zwischen dem aktuellen Preisniveau und dem, was wir ab Juli verlangen
müssten, liegt also bei mehr als 10%. Das gibt der Markt nicht her.“

Zwtl.: Österreich-Vergleich zeigt Fehler bei Wiener Ortstaxe: viel zu
hoch, keine Zweckwidmung

Was Wien von Hotels kassiert, mit Ortstaxen auch nichts zu tun.
Das zeigt der Österreich-Vergleich:

Alle anderen Gemeinden heben die Ortstaxe – oft auch
Nächtigungsabgabe oder ähnlich genannt – als Fixbetrag ein und nicht
als Prozentsatz vom Nächtigungsumsatz.

Im Österreich-Durchschnitt sind das 3 bis 4 Euro, in einem
durchschnittlichen Wiener Hotel ab Juli etwa 6 Euro, ab Juli 2027,
wenn der Prozentsatz auf 8% steigt, an die 10 Euro.

In allen anderen Bundesländern sind die Einnahmen für den
Tourismus zweckgewidmet. In Wien ist davon keine Rede.

Zwtl.: ÖHV-Ipp: „Stadt soll sparen und Lasten auf mehr Schultern
verteilen!“

„In Wahrheit sollen mit diesem schmerzhaften Griff in die Kassen
einer Branche die Löcher in der Stadtkasse gestopft werden. Aber dass
444 Wiener Hotels 80 Mio. aufbringen sollen und 125.000 andere Wiener
Unternehmen keinen Cent, ist nicht einzusehen“, fordert Ipp
zuallererst effektive Einsparungen der Stadt und eine faire
Verteilung bei der Belastung: „Dass die Hotellerie den Wiener
Schuldenberg allein schultert, ist erstens vollkommen illusorisch,
zweitens der wirtschaftspolitische Totschlag für unseren
Städtetourismus und drittens ganz einfach nicht fair! Das geht nicht.
Wie Hotellerie zahlt ohnehin schon 3,2% vom Nächtigungsumsatz in die
Stadtkasse. Statt das zu erhöhen wäre es fair, wenn auch andere
Branchen einen prozentuellen Anteil zur Sanierung der maroden
Gemeindefinanzen abliefern, nach Unternehmensgröße gestaffelt und
zeitlich befristet.“

Zwtl.: Ipp: „Nicht am worst case orientieren!”

Mit einem Sprung auf 8% an dem kommenden Juli läge Wien bei der
Ortstaxe hinter Amsterdam auf Platz 2 in Europa – wobei die Steuer-
und Abgabenlast in den Niederlanden mit 39,4% deutlich niedriger ist
als Österreich mit 43,4%. „Die Wiener Hotels wären mit einem Schlag
die am höchsten besteuerten Unternehmen in Europa.“ Ipp schlägt einen
anderen Weg vor: „Madrid und London haben gar keine Ortstaxe.
Orientieren wir uns an diesen Städten und nicht am worst case!“

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