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Critical Chemicals Alliance: EU-Initiative muss rasch Wirkung für Europas Chemieindustrie zeigen

Wien (OTS) – Ohne Chemie steht Europas Industrie still: Rund 96
Prozent aller in
der EU hergestellten Waren sind auf chemische Vorprodukte angewiesen
– von Arzneimitteln und Medizinprodukten über Halbleiter und
Batterien bis hin zu Baustoffen und Energietechnologien. Mit der
Critical Chemicals Alliance hat die EU-Kommission einen wichtigen
Schritt gesetzt, um die Herstellung unverzichtbarer Grundstoffe in
Europa zu sichern und die Abhängigkeit von Drittstaaten zu
verringern. Anlässlich der zweiten Generalversammlung der Allianz am
8. Oktober fordert der Fachverband der Chemischen Industrie
Österreichs (FCIO) nun eine rasche Umsetzung der Empfehlungen.

„ Die EU-Kommission hat erkannt, dass die Chemie das Fundament
unserer Industrie ist. Jetzt müssen aus dieser Erkenntnis konkrete
Maßnahmen werden. Wir können es uns nicht leisten, weitere
Produktionskapazitäten zu verlieren und bei wichtigen Grundstoffen
immer stärker auf Importe angewiesen zu sein “, erklärt Ulrich
Wieltsch, Obmann des FCIO.

Zwtl.: Forderungen für Umsetzung

Die Allianz hat Chemikalien und Produktionsstandorte
identifiziert, die für die europäische Wirtschaft und strategische
Wertschöpfungsketten unverzichtbar sind und bei denen gleichzeitig
Versorgungsrisiken bestehen. Die von der EU-Kommission angekündigte
Fokussierung auf wenige Stoffe darf nicht dazu führen, dass
strategisch wichtige Chemikalien unberücksichtigt bleiben. Die
Auswahl muss daher bei Bedarf angepasst und erweitert werden können.
Denn technologische Entwicklungen, neue Anwendungen und Veränderungen
in den Lieferketten können deren strategische Bedeutung verändern. „
Was derzeit noch verfügbar ist, kann künftig zum Engpass werden.
Deshalb brauchen wir klare Kriterien, aber auch die Möglichkeit, auf
neue Entwicklungen zu reagieren “, betont Wieltsch.

Weiters spricht sich der FCIO für eine enge Zusammenarbeit
zwischen allen betroffenen Akteuren aus, insbesondere müssen direkt
nachgelagerte Anwender in die Ausgestaltung der Umsetzungsmaßnahmen
einbezogen werden. Auch die im Rahmen der Allianz erarbeiteten
handelspolitischen Maßnahmen müssen rasch realisiert werden. Dazu
zählen eine stärkere Überwachung der Importe und wirksamere
Schutzmaßnahmen gegen unfairen Wettbewerb.

Zwtl.: Wettbewerbsfähigkeit muss in allen EU-Vorhaben mitgedacht
werden

So positiv die Arbeiten der Allianz sind, viel wichtiger ist es,
die Rahmenbedingungen für die chemische Industrie in zentralen
Bereichen zu verbessern: Dazu zählen insbesondere wettbewerbsfähige
Energiepreise, Investitionsanreize und praxistaugliche gesetzliche
Vorgaben. Dies ist insbesondere bei aktuellen und geplanten
Gesetzesvorhaben konsequent zu berücksichtigen – etwa bei der
Überarbeitung des EU-Emissionshandelssystems (ETS), dem Industrial
Accelerator Act, dem Biotech Act und dem geplanten Circular Economy
Act.

Zwtl.: Gemeinsam Europas industrielle Zukunft gestalten

Die europäische Chemieindustrie beschäftigt rund 1,2 Millionen
Menschen, davon mehr als 50.000 in Österreich. Ihre Zukunft hängt
davon ab, ob Unternehmen weiterhin wirtschaftlich produzieren und in
neue Technologien investieren können. Entscheidend für den Erfolg der
Initiative wird also sein, ob sie rasch zu spürbaren Verbesserungen
für die Betriebe führt.

Über den FCIO

Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) ist
die gesetzliche Interessenvertretung der chemischen Industrie in
Österreich. Die etwa 230 Mitgliedsunternehmen produzieren in
unterschiedlichen Sektoren z.B. Pharmazeutika, Kunststoffe und
Kunststoffwaren, Fasern, Lacke, Düngemittel oder auch organische und
anorganische Chemikalien. Die mehr als 50.000 Beschäftigten der
Branche stellten 2025 Waren im Wert von 21,3 Milliarden Euro her.