BMFWF und LBG öffnen Call für Klinische Forschungsgruppe im Bereich Gendermedizin und Frauengesundheitsforschung

Wien (OTS) – Noch immer werden geschlechtsbezogene Unterschiede in
der Medizin zu
wenig erforscht. Dabei beeinflussen sie maßgeblich, wie Krankheiten
erkannt, behandelt und vorgebeugt werden. Um diese Forschungslücke
fortan zu schließen, schreiben die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG
) und das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (
BMFWF) eine neue Klinische Forschungsgruppe (KFG) zu Gendermedizin
und Frauengesundheitsforschung aus. Ziel ist es, zentrale Fragen der
Gendermedizin und Frauengesundheit wissenschaftlich zu untersuchen,
Erkenntnisse praxisnah zu übertragen und somit die klinische
Forschung in diesem Bereich entscheidend voranzubringen.
Österreichische medizinische Universitäten bzw. Fakultäten mit
Universitätsklinik sind ab sofort eingeladen Bewerbungen für die KFG
einzureichen.

„Gendermedizin ist kein Nischenthema und keine Ideologie. Sie ist
eine Frage von Qualität, Gerechtigkeit und Sicherheit im
Gesundheitssystem. Wer Gleichstellung ernst meint, muss auch in der
Medizin für Gleichstellung sorgen“, so Eva-Maria Holzleitner,
Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung. „Für Frauen
bedeutet das: Ihre Gesundheit wird ernst genommen. Ihre Beschwerden
werden genauer erforscht. Ihre Lebensrealität wird stärker
berücksichtigt. Diese Ausschreibung ist ein konkreter Schritt in
diese Richtung. Wir schaffen damit die Voraussetzungen, Wissenslücken
zu schließen und wissenschaftliche Erkenntnisse rasch in die
medizinische Versorgung zu bringen.“

Zwtl.: Fokus auf Gendermedizin und Frauengesundheitsforschung

Geschlechterspezifische Unterschiede im Gesundheitswesen haben
weitreichende Auswirkungen: Sie beeinflussen nicht nur die
Prävention, Diagnose und Behandlung zahlreicher Erkrankungen, sondern
auch die Planung und Ausrichtung von Gesundheitsforschung und
Versorgungsstrategien. Vor diesem Hintergrund richtet sich die
bereits dritte KFG-Ausschreibung der LBG gezielt auf
genderspezifische Fragestellungen sowie auf besondere Risikoprofile
und gesundheitliche Bedürfnisse von Frauen. Gesucht wird eine
Klinische Forschungsgruppe, die einen wesentlichen Beitrag zur
Frauengesundheitsforschung sowie der Gendermedizin leistet.

„Mit der nun gestarteten Ausschreibung laden wir exzellente
Forschungsteams ein, gemeinsam neue Erkenntnisse für die
Frauengesundheit und Gendermedizin zu gewinnen und so neue Maßstäbe
in der Frauengesundheitsforschung zu setzen“, so LBG-Präsidentin
Freyja-Maria Smolle-Jüttner. „Die Klinischen Forschungsgruppen bieten
dafür einen Rahmen, in dem patientenorientierte Forschung und enge
Zusammenarbeit über Institutionsgrenzen hinweg gezielt gefördert
werden. Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse rasch in
die klinische Praxis zu überführen und damit die
Gesundheitsversorgung von Frauen und die gendersensitive Diagnostik
und Therapie zu verbessern.“

Gefördert werden klinische Studien zu Erkrankungen und
Gesundheitsaspekten im Bereich Gendermedizin und Frauengesundheit.
Besonders im Fokus stehen dabei Themen entlang des gesamten
weiblichen Lebenszyklus: von der reproduktiven Phase mit
Menstruation, Schwangerschaft und Geburt über Peri-, Meno- und
Postmenopause bis hin zu gesundem Altern.

Dazu zählen aber eben nicht nur gynäkologische Aspekte, sondern
eine Vielzahl von spezifischen körperlichen und psychischen
Erkrankungen, die entweder bei Frauen häufiger als bei Männern
auftreten oder die bei Frauen einen anderen Verlauf nehmen und einen
anderen therapeutischen Ansatz benötigen.

Zwtl.: Klinische Forschungsgruppen

Das von der LBG gemeinsam mit dem BMFWF initiierte Förderprogramm
Klinische Forschungsgruppen ist Österreichs erste kollaborative
Forschungsinitiative mit klarem Fokus auf nicht-kommerzielle
klinische Studien zu patient:innenorientierten, hochrelevanten
medizinischen Fragestellungen. Seit 2022 schließt die LBG damit eine
wichtige Lücke zwischen Grundlagenforschung und anwendungsnaher
medizinischer Entwicklung.

Die Auswahl der KFG erfolgt im Peer-Review-Verfahren durch eine
internationale Expert:innen-Kommission. Genauere Informationen und
Unterlagen zur Einreichung sind ab sofort online über die Webseite
der LBG verfügbar und die Einreichung von Antragsskizzen bis 6.
November 2026 möglich: https://lbg.ac.at/kfg .