Wien (OTS) – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die gesamte
Messgeschichte von 227 Grundwasser-Messstellen in ganz Österreich
ausgewertet [ act.gp/Wasser-Negativrekorde ]. Die Ergebnisse zeigen
den Ernst des heurigen Dürrejahrs: Während rund die Hälfte der
Grundwasserpegel so niedrig liegen wie Mitte Oktober noch nie,
verzeichnen 36 der 227 Messstellen sogar den niedrigsten Stand seit
Messbeginn. Besonders häufig davon betroffen sind die Steiermark,
Oberösterreich und Niederösterreich. Greenpeace fordert von
Wasserminister Totschnig den Zeitplan beim angekündigten Wasser-
Entnahme-Register deutlich zu straffen und mit dem Vollausbau nicht
bis 2032 zu warten. Außerdem muss das Ministerium endlich eine
nationale Wasserstrategie vorlegen und eine Abgabe für industrielle
Großverbraucher einführen.
Sebastian Theissing-Matei, Wasserexperte bei Greenpeace Österreich:
“Dieses Jahr ist für unser Grundwasser bisher die reinste
Durststrecke und Entspannung ist keine in Sicht. Wir werden mit stark
geschrumpften Wasserreserven in den Winter starten – im Vergleich zum
Vorjahr eine besorgniserregende Ausgangslage. Sollten Schnee und
Regen auch diesen Winter großflächig ausbleiben, droht eine echte
Krise für unseren Wasserschatz.”
Negativ-Rekorde in fast allen Bundesländern
Am stärksten betroffen von Negativ-Rekorden beim Grundwasser sind die
Steiermark mit neun Grundwasser-Messstellen, Oberösterreich mit acht
Grundwasser-Messstellen und Niederösterreich mit sieben Messstellen.
In Salzburg und im Burgenland stehen vier Grundwasser-Messstellen so
niedrig wie noch nie. In Tirol und Vorarlberg jeweils zwei. In
Kärnten steht zwar ein Drittel der Messstellen so niedrig wie Mitte
Oktober noch nie, Allzeittiefs gibt es hier aber keine. In Summe
stehen in Österreich 36 der 227 Messstellen (16 Prozent) so niedrig
wie seit Messbeginn noch nie.
Greenpeace fordert Tempo bei Wasserentnahme-Register
In Anbetracht der dramatischen Grundwasser-Krise fordert Greenpeace
von Wasserminister Norbert Totschnig (ÖVP) beim endlich vorgestellten
Wasserentnahme-Register nachzubessern. Ein Vollausbau des Systems ab
2032 kommt viel zu spät. Weiters fordert Greenpeace von Minister
Totschnig die längst überfällige nationale Wasserstrategie sowie eine
Abgabe von 10 Cent pro Kubikmeter Grundwasser für Großverbraucher aus
der Industrie. Die Einnahmen müssen zweckgebunden direkt in ein
dürrefittes Trinkwassersystem fließen. Eine Greenpeace-Berechnung (
act.gp/Berechnung-Wasserabgabe ) hatte bereits im Sommer gezeigt,
dass so eine Abgabe mehr als 30 Millionen Euro jährlich für den
Ausbau unseres Trinkwassernetzes einbringen würde.
Die Ergebnisse der Datenanalyse inklusive aller Rekord-Messstellen
finden sie hier: act.gp/Wasser-Negativrekorde
Bildmaterial finden Sie unter: act.gp/4dGl22n
Unter Verwendung der angegebenen Credits stehen die Fotos kostenfrei
zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.
Inhalte auf einen Blick
– Thema: Greenpeace-Datenauswertung zeigt historische Tiefststände
der österreichischen Grundwasserpegel im Dürrejahr 2026.
– Datenbasis / Ergebnis (bitte auswählen): 36 von 227 Messstellen
markieren Allzeittiefs. Die Hälfte aller Pegel österreichweit steht
auf einem Oktober-Rekordtief.
– Hauptforderung: Früherer Vollausbaus beim Wasser-Entnahme-Register
vor 2032 und Vorlage einer nationalen Wasserstrategie.
– Adressat:in: Wasserminister Norbert Totschnig (ÖVP)
– Quelle / Material (beides angeben): Greenpeace Österreich /
act.gp/4dGl22n