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Ärztliche Ausbildungsplanung: Fraunhofer Austria und rotable sparen Krankenhäusern bis zu 98 % Planungszeit

Wien (OTS) – In österreichischen Krankenhäusern muss laufend
entschieden werden,
welche Ärztin oder welcher Arzt in Ausbildung in welchem Monat auf
welcher Abteilung arbeitet – oft für die nächsten sechs Jahre im
Voraus. Dabei müssen gesetzliche Vorgaben zu Ausbildungsinhalten und
-dauer, freie Dienstposten und persönliche Umstände wie Karenz,
Teilzeit oder Krankheit gleichzeitig passen.

Bisher wurde dieser Plan meist von Hand erstellt. Das kostete
enorm viel Zeit: Laut einer Umfrage waren es im Schnitt über 150
Stunden pro Woche in den befragten Krankenhausgruppen – zur Hälfte
geleistet von Oberärztinnen und Oberärzten. Zeit, die dann bei der
Behandlung von Patientinnen und Patienten fehlte.

Zwtl.: Fairness gehörte bisher nicht zum Plan

Alexander Gaal, der dazu an der TU Wien seine Doktorarbeit
schrieb, entdeckte noch ein zweites Problem: Fairness spielte bei der
Planung bisher keine Rolle. „Stehmonate“ – Monate ohne Zuteilung zu
einer Abteilung – wurden oft ungleich verteilt, persönliche Wünsche
nicht bei allen gleich berücksichtigt. Ob ein Plan gerecht war,
prüfte bisher niemand systematisch.

„Die Rotationsplanung in der ärztlichen Ausbildung ist ein
hochkomplexes Optimierungsproblem, bei dem gesetzliche Vorgaben,
verfügbare Ausbildungsstellen, individuelle Ausbildungswege und
persönliche Präferenzen gleichzeitig berücksichtigt werden müssen“,
beschreibt Alexander Gaal die Herausforderung. „Uns war wichtig, dass
Fairness dabei kein Zufall bleibt, sondern von Anfang an mitgeplant
wird.“

Um herauszufinden, was Betroffene als fair empfinden, befragte
Gaal Planerinnen und Planer sowie Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung.
Die Erkenntnisse flossen direkt in die neue Methode ein.

Zwtl.: Intelligente Optimierung statt Handarbeit

Die neue Methode kombiniert mehrere heuristische
Optimierungsverfahren, weil klassische, exakte Rechenverfahren bei so
vielen Einflussfaktoren schnell an ihre Grenzen stoßen. So lassen
sich auch sehr große, komplexe Pläne in kurzer Zeit erstellen – und
mehrere Ziele gleichzeitig berücksichtigen.

Zwtl.: Getestet an echten Krankenhäusern

Die Methode wurde an drei realen Fällen österreichischer
Krankenhäuser geprüft: vom einzelnen Haus mit wenigen Personen bis
zur Gruppe von sieben Krankenhäusern mit knapp 400 Ärztinnen und
Ärzten in Ausbildung und über 5.600 zu verplanenden Monaten. Das
Ergebnis war überall dasselbe: bessere Pläne, mehr Fairness, weniger
Zeitaufwand. Der Planungsaufwand sank um bis zu 98 Prozent. Auch
Stehmonate, kurze Einmonats-Zuteilungen und ignorierte Wünsche wurden
seltener, die Belastung wurde gerechter verteilt.

Zwtl.: Von der Forschung direkt in den Spitalsalltag

Die Forschung entstand in einem gemeinsamen Projekt mit rotable
technologies GmbH. Das Unternehmen entwickelt digitale Lösungen für
die Planung der ärztlichen Ausbildung und hat die neuen Erkenntnisse
bereits in seine Planungsplattform eingebaut. Damit lassen sich
komplexe Rotationspläne heute automatisiert erstellen – unter
Berücksichtigung aller rechtlichen, organisatorischen und
persönlichen Anforderungen. Erste Krankenhäuser in Österreich und
Deutschland nutzen sie bereits.

„Die Zusammenarbeit mit Fraunhofer Austria hat uns ermöglicht,
diese Komplexität auch wissenschaftlich zu untersuchen und neue
Optimierungsansätze für die Praxis zu entwickeln“, sagt Lisa
Holzgruber, Geschäftsführerin der rotable technologies GmbH.

Weitere Informationen: www.rotable.de

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