Wien, 6.Oktober 2026 (OTS) – Längere Trockenperioden, sinkende
Grundwasserstände und steigender
Bedarf: Wasser wird auch in Österreich zur umkämpften Ressource.
Daher beleuchtet das Symposium „Wasser unter Druck: Über Klima,
Konsum und Kreisläufe“ des forum. ernährung heute (f.eh) am 13.
Oktober 2026 in Wien, wie wir mit dieser lebensnotwendigen Ressource
verantwortungsvoll umgehen können und welche Handlungsmöglichkeiten
es entlang der Wertschöpfungskette gibt. „Wasser zu schützen, ist
eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Landwirtschaft,
Lebensmittelwirtschaft, Gemeinschaftsverpflegung, Politik und
Konsumenten haben unterschiedliche Möglichkeiten, ihre Verantwortung
bei der Reduktion des Wasserverbrauchs wahrzunehmen. Entscheidend
ist, diese Spielräume zu erkennen und zu nutzen“, betont Dr. Marlies
Gruber, Geschäftsführerin des f.eh.
Einzelne Potenziale: Wo gespart werden kann
Ein konkreter Hebel im Alltag vieler Menschen ist die Vermeidung
von Lebensmittelabfällen, denn mit jedem weggeworfenen Lebensmittel
gehen auch jene Ressourcen verloren, die für Anbau, Verarbeitung,
Transport, Kühlung und Zubereitung eingesetzt wurden. Dr. Gudrun
Obersteiner vom Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft der BOKU
University beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Abfallvermeidung
und Nachhaltigkeitsbewertungen und erläutert beim Symposium
ökologische Auswirkungen von Lebensmittelabfällen sowie mögliche
Maßnahmen zu deren Reduktion.
Auch die Lebensmittelauswahl beeinflusst den Wasserfußabdruck. So
kann eine pflanzenbetonte Ernährung dazu beitragen, den
Ressourcenbedarf zu verringern. Wie groß der Effekt tatsächlich ist,
hängt vom jeweiligen Lebensmittel und dessen Produktion ab. Aufgrund
der großen Zahl täglich ausgegebener Mahlzeiten kommt der
Gemeinschaftsverpflegung hohes Potenzial zu: Denn Änderungen bei
Menüplanung, Rezepturen, Lebensmittelauswahl, Produktion und
Arbeitsabläufen können sich über viele Portionen summieren. Boris
Brabatsch und Lucia Weigand, MSc, von Sodexo geben Einblicke in die
Maßnahmen des Unternehmens.
Verantwortung braucht Zusammenspiel
Dass Wasserschutz nicht bei individuellen Konsumentscheidungen
oder betrieblichen Effizienzmaßnahmen endet, zeigt das abschließende
Panel. Es bringt mit DI Anna Selitsch von der Österreichischen
Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW), Dr. Charlotte Eberl
von AGRANA, DI Jakob Schrittwieser, MBA, vom Bundesministerium für
Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und
Wasserwirtschaft (BMLUK) sowie der Umwelthistorikerin Univ.-Prof.
Verena Winiwarter von der Österreichischen Akademie der
Wissenschaften (ÖAW) Perspektiven aus Wasserversorgung,
Lebensmittelwirtschaft, öffentlicher Hand und Wissenschaft zusammen.
Sie wägen gemeinsam unterschiedliche Nutzungsinteressen ab und suchen
eine Antwort auf die Frage: „Wasser schützen, Wasser nutzen, Wasser
teilen: Wer trägt Verantwortung?“
Im Zuge der Diskussion wird der Blick auch auf die gewachsenen
Rahmenbedingungen der Wassernutzung gerichtet. Auf Basis der
historischen und gesellschaftlichen Dimension der Wassernutzung
werden unter anderem die Finanzierung der Trink- und
Abwasserinfrastruktur sowie die Koordination der Anpassung der
Wasserwirtschaft an den Klimawandel diskutiert. Denn der langfristige
Schutz der Ressourcen, die Verbindung von Boden, Wasser und Klima
sowie das Schließen von Kreisläufen sind für eine resiliente
Versorgungssicherheit auf allen Ebenen relevant.
Durch das Programm führt Mag. Birgit Fenderl.
Termin: Dienstag, 13. Oktober 2026
Weitere Informationen: www.forum-ernaehrung.at/symposium-2026