Schönheit

Eröffnung des Gedenkortes Gunskirchen am 6. Oktober

Wien (OTS) – Auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers
Gunskirchen schafft das
Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) einen innovativen Gedenkort. Er
erinnert an die zehntausenden Menschen, die dort in den letzten
Kriegswochen interniert und unter grausamsten Bedingungen dem Sterben
ausgesetzt wurden – eine Hölle auf Erden. Der Gedenkort erzählt die
bisher nahezu unsichtbare Geschichte des Lagers und seiner Opfer. Die
Eröffnung findet am 6. Oktober um 13.00 Uhr direkt im Waldstück
statt. Um Anmeldung unter [email protected] wird gebeten.

Trotz zahlreicher Initiativen von Opferorganisationen und
Überlebenden konnte in der Vergangenheit kein Gedenkort Gunskirchen
realisiert werden. Einzig Denkmäler und Gedenktafeln an der
Bundesstraße 1 und beim ehemaligen Lagereingang erinnern an das KZ.

„Der Gedenkort wird Mahnmal und Bildungsprojekt zugleich sein,
sowohl für Einzel- wie für Gruppenbesuche geeignet. Wir errichten auf
dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers sechs Glasstelen. Diese
Stelen informieren über den Gedenkort und erzählen die Geschichte von
damals bis heute“, sagt MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi .

Die Stationen widmen sich den Themen „Der Weg nach Gunskirchen“,
„Das Konzentrationslager“, „Die Hölle im Wald“, „Die Befreiung“ und
„Entwicklungen nach 1945“. Auf den Stelen werden Kurzinformationen
und Bilder vermittelt. Dazu gibt es noch QR-Codes, die zum Online-
Bereich führen.

Mittels der QR-Codes können die Besucherinnen und Besucher viele
weitere Informationen und Zeitzeugenberichte abrufen. Die Berichte
werden von prominenten Sprecherinnen und Sprechern wie Adele
Neuhauser , Cornelius Obonya , Katharina Stemberger , Manuel Rubey ,
Konstanze Breitebner, Chris Pichler und Mercedes Echerer vorgetragen.
Sie alle haben auf ein Honorar verzichtet.

Ein virtueller Rundgang und interaktive Technologien machen den
Gedenkort auch online erfahrbar. Der virtuelle Rundgang wird
mehrsprachig zur Verfügung stehen. Er ist nicht nur als Ergänzung zu
einem Besuch in Gunskirchen gedacht, sondern sorgt für weltweiten
Zugang zum Gedenkort.

Das Mauthausen Komitee hat die Kosten des Gedenkortes erst zum
Teil finanzieren können. Wer ein Zeichen gegen das Vergessen setzen
möchte, wird um eine Spende auf das Projektkonto ersucht: Mauthausen
Komitee Österreich, IBAN: AT12 1400 0009 1004 2017. Jede Spende ist
steuerlich absetzbar.

An der Eröffnung am 6. Oktober werden unter anderem der KZ-
Überlebende Avigdor Neumann , der Zweite Nationalratspräsident Peter
Haubner, der Vizekanzler Andreas Babler , die Präsidentin der
Israelitischen Kultusgemeinde Linz, Charlotte Herman und die Witwe
des KZ-Überlebenden Daniel Chanoch, Rachel Chanoch , teilnehmen.

„Der neue Gedenkort ist ein Meilenstein moderner
Erinnerungskultur. Er macht weltweit sichtbar, was niemals vergessen
werden darf: die grauenhaften NS-Verbrechen im KZ-Außenlager
Gunskirchen. Sie warnen uns, Hass und Hetze wieder an die Macht
kommen zu lassen“, betont Willi Mernyi .

Mehr Informationen unter www.gedenkort-gunskirchen.at