Greenpeace: Erstmals Asbest auf Wiener Straßen nachgewiesen

Wien (OTS) – Nach Hinweisen aus der Bevölkerung hat Greenpeace
erstmals auf acht
Straßen in Wien und Umgebung Asbest-Asphalte gefunden. Bei zwei der
betroffenen Straßen (Rosenhügelstraße und Stieglergasse) wurden die
verdächtigen Einschlüsse aus dem Straßenbelag im Labor analysiert.
Das Ergebnis: Es handelt sich um nahezu reinen, hoch krebserregenden
Amphibolasbest. Die ungarischen Behörden erstellen mit Hilfe der
Bevölkerung einen Asbestkataster. Im Burgenland, wo seit einem halben
Jahr eine Taskforce eingesetzt ist, ist nach wie vor unklar, wo das
Material überall liegt. Da die Regierung und die Taskforce säumig
sind, hat nun Greenpeace eine interaktive Online-Karte erstellt, in
der Menschen Asbestfunde melden können. Greenpeace fordert die Asbest
-Arbeitsgruppe von Bundeskanzler Stocker auf, wie in Ungarn
entsprechende Untersuchungen einzuleiten. Zudem müssen für die Opfer
des Asbest-Skandals Mittel aus dem Katastrophenfonds bereitgestellt
werden.

Stefan Stadler, Sprecher des Greenpeace Investigativ-Teams: “Seit
Monaten melden sich besorgte Menschen bei uns mit Hinweisen auf
asbestbelastete Straßen, Einfahrten und Spielplätze. Jetzt ist auch
Wien betroffen, denn wir haben Asbest-Asphalte in dicht besiedelten
Gebieten und sogar auf stark befahrenen Straßen entdeckt. Doch die
Regierung ist noch immer untätig. Deshalb können jetzt bei uns Asbest
-Funde direkt in einer interaktiven Online-Karte gemeldet werden. So
wird das Ausmaß dieses beispiellosen Umweltskandals endlich
sichtbar.”

Der vom Burgenland ausgehende Asbest-Skandal hat sich auf die
Steiermark, Niederösterreich und Ungarn (mehr als 300 Orte sind
betroffen) ausgeweitet. Nun hat Greenpeace Asbest-Asphalte auch in
Wien in folgenden Straßen dokumentiert: Wernergasse, Bertegasse,
Wastlgasse, Stieglergasse, Anton-Freunschlag-Gasse und die
Reibergasse in Wien-Liesing. An der Grenze zwischen Wien und
Niederösterreich ist knapp ein Kilometer der viel befahrenen Triester
Straße betroffen. Auch im niederösterreichischen Wiener Umland wurde
Asbest-Asphalt in Breitenfurt bei Wien und eine Spielstraße in Wiener
Neudorf gefunden.

Greenpeace schätzt, dass die dort verwendeten Asphalte zu ein bis
fünf Prozent aus Asbest bestehen. Das entspricht einem asbesthaltigem
Fliesenkleber, der bei einer Asbestsanierung die Einhaltung
schwerster Schutzmaßnahmen bedeuten würde. Bereits ein sanfter Druck
mit einem Kugelschreiber reicht aus, um die krebserregenden Amphibol-
Asbeste zu zerbröseln. Bei einer stark befahrenen Hauptstraße mit
Schwerverkehr werden so bei jedem Drüberfahren potentiell
Asbestfasern freigesetzt.

Greenpeace hat seit Aufdecken des Asbest-Skandals mehr als 300
Meldungen aus der Bevölkerung von Asbestfunden in Vorgärten, Straßen,
Kinderspielplätzen, Krankenhäusern, Siedlungsstraßen und Wegen
erhalten. Deswegen können ab sofort mittels Online-Formular bei
Greenpeace Asbestfunde gemeldet werden. Nach einer Prüfung werden die
gemeldeten Verdachtsflächen auf der Interaktiven Karte von Greenpeace
dargestellt.

“Greenpeace hat bei mehr als 65 Orten Asbestfunde dokumentiert
und es haben sich hunderte Betroffene gemeldet. Sie werden bei der
Asbest-Entsorgung und der Finanzierung für die Sanierung im Stich
gelassen. Greenpeace fordert Kanzler Stocker auf, Gelder aus dem
Katastrophenfond für die vielen Opfer des Asbest-Skandals
bereitzustellen und eine kostengünstige Entsorgungsmöglichkeit für
den Asbestschotter zu schaffen“ , so Stadler.

Das Factsheet zu den Asbest-Funden in Wien:
https://bit.ly/4vxoVgZ
Online-Karte: https://act.gp/Karte
Asbest melden: https://act.gp/asbest_melden

Video- sowie Bildmaterial finden Sie unter:
https://act.gp/4eQJRZ6
Unter Angabe der Credits © Greenpeace stehen die Fotos kostenfrei zur
redaktionellen Nutzung zur Verfügung.