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Zehetner zum Welttourismustag: „Wenn KI den Urlaub plant, muss Österreich vorkommen“

Wien (OTS) – Wie suchen Gäste künftig ihr Urlaubsziel? Wie buchen sie
Hotels,
planen Ausflüge oder lassen sich Restaurants empfehlen? Künstliche
Intelligenz verändert diese Entscheidungen bereits heute grundlegend.
Der diesjährige Welttourismustag am 27. September steht deshalb unter
dem Motto „Digital Agenda and Artificial Intelligence to Redesign
Tourism“. Auch für Österreich ist KI ein zentraler Schwerpunkt bei
der Umsetzung der neuen Tourismusstrategie Vision T. Tourismus-
Staatssekretärin Elisabeth Zehetner: „KI wird den Tourismus verändern
– die Frage ist nicht ob, sondern wie. Unser Anspruch muss sein, dass
Österreichs Betriebe bei dieser Entwicklung nicht Zuschauer sind,
sondern vorne mitspielen. Wenn der Gast morgen eine KI fragt, wo er
seinen nächsten Urlaub verbringen soll, muss Österreich in dieser
Antwort vorkommen.“

KI-Paket soll Technologie in die Betriebe bringen

Ein erster konkreter Schwerpunkt ist bereits in Arbeit: Gemeinsam
mit Österreich Werbung und Wirtschaftskammer entwickelt das
Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus ein KI-Paket
für den Tourismus. Ziel ist es, insbesondere kleinen und mittleren
Unternehmen konkrete Anwendungen und Know-how zugänglich zu machen.
Das Vorhaben ist Teil der Umsetzung der Vision T, bei der
Digitalisierung und KI neben Ganzjährigkeit und Wettbewerbsfähigkeit
zu den zentralen Schwerpunkten zählen. „KI darf kein Werkzeug sein,
das nur großen Konzernen und internationalen Plattformen zur
Verfügung steht. Sie muss auch dem Familienhotel, dem Wirtshaus oder
dem kleinen Freizeitbetrieb etwas bringen. Genau dort wollen wir
ansetzen: Technologie verständlich machen und Anwendungen schaffen,
die im betrieblichen Alltag tatsächlich einen Unterschied machen.“

Die Einsatzmöglichkeiten reichen von automatisierter
Gästekommunikation und Übersetzungen über Marketing und
Angebotsgestaltung bis hin zur Unterstützung bei administrativen
Aufgaben. Auch die Österreich Werbung arbeitet bereits mit
praxisnahen Formaten daran, KI-Anwendungen stärker in den Tourismus
zu bringen. „Wenn KI Routinearbeit abnimmt, bleibt mehr Zeit für das,
was kein Algorithmus ersetzen kann: persönliche Gastfreundschaft.
Technologie soll unsere Betriebe entlasten – nicht den Menschen
ersetzen.“

Wer künftig sichtbar sein will, muss für KI auffindbar sein

Neben betrieblichen Anwendungen geht es Zehetner auch um die
internationale Sichtbarkeit des Tourismusstandorts. Reiseplanung
verlagert sich zunehmend von klassischen Suchmaschinen und
Buchungsplattformen hin zu digitalen Assistenten. Die Vereinten
Nationen weisen zum Welttourismustag ausdrücklich darauf hin, dass KI
bereits verändert, wie Reisende Destinationen auswählen und wie
touristische Angebote gestaltet werden. Gleichzeitig besteht das
Risiko, dass neue Technologien Nachfrage noch stärker auf wenige
Plattformen und Destinationen konzentrieren. „Früher hat man im
Reisebüro gefragt, dann bei Google gesucht und heute fragt man immer
öfter eine KI. Für unseren Tourismus heißt das: Wir müssen dafür
sorgen, dass unsere Betriebe und Destinationen auch in dieser neuen
Welt sichtbar bleiben.“

Dafür brauche es neben konkreten KI-Anwendungen auch gute Daten
und gemeinsame Standards. „Wer digital nicht gefunden wird, wird
künftig noch schneller wirtschaftlich unsichtbar. Deshalb müssen wir
gute touristische Daten, neue Technologien und die Stärke unserer
Betriebe zusammenbringen. Das ist keine technische Nebenfrage,
sondern eine Frage unserer Wettbewerbsfähigkeit.“

„Innovation muss Wertschöpfung in Österreich schaffen“

Mit der Vision T hat die Bundesregierung als Leitlinie
ausgegeben, Tourismus stärker über Wertschöpfung, Wertschätzung und
Werterhalt zu entwickeln. Digitalisierung und KI sollen dazu
beitragen, Betriebe produktiver zu machen, neue Geschäftsmodelle zu
ermöglichen und mehr Wertschöpfung in Österreich zu halten. „Unser
Tourismus lebt von einer starken Mischung: von Familienbetrieben,
international bekannten Destinationen, großartigen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern – und von der Fähigkeit, sich immer wieder neu zu
erfinden. KI ist dabei kein Selbstzweck. Sie muss unseren Betrieben
helfen, produktiver, sichtbarer und wettbewerbsfähiger zu werden.“

Gerade zum Welttourismustag gehe es deshalb nicht darum,
Technologie gegen persönliche Gastfreundschaft auszuspielen.
„Tourismus wird auch in Zukunft von Menschen gemacht. Von
Gastgeberinnen und Gastgebern, die früh aufstehen, spät zusperren,
investieren, ausbilden und jeden Tag Qualität liefern. KI kann sie
unterstützen. Aber sie wird das Lächeln beim Empfang, den
persönlichen Tipp für die Wanderung oder echte Gastfreundschaft nicht
ersetzen. Unser Ziel ist deshalb ganz einfach: das Beste aus
Technologie nutzen und gleichzeitig das bewahren, was Österreichs
Tourismus besonders macht.“