Wien (OTS) – „Mit dem Ermöglichen von Carbon Capture and Storage,
also der
Speicherung von CO₂, wird eine langjährige Forderung von Österreichs
Industrie aufgegriffen“, so Sigi Menz, Obmann der WKÖ-Bundessparte
Industrie. „Wir weisen bereits seit Langem auf die Notwendigkeit hin,
CO₂ sicher abzuscheiden und geologisch zu speichern. Die Aufhebung
des Speicherverbots ist daher ein überfälliger Schritt. Es braucht
die Möglichkeit zu Carbon Capture and Storage, kurz CCS, um auch in
energieintensiven Branchen Emissionen vermeiden zu können.
Bundesminister Marterbauer muss nun endlich konkrete Gesetze zur
Dekarbonisierung vorlegen, statt mit unrealistischen Zielen für 2040
die Kosten für die Betriebe in die Höhe zu treiben.“
Carbon Capture and Storage (CCS) als Baustein zur
Dekarbonisierung der Industrie
„CCS ist ein Baustein zur Umstellung der Industrie auf CO₂-arme
Produktionsprozesse und zur Reduktion des CO₂-Ausstoßes in der
Industrie“, hält Sigi Menz fest. Die Größenordnung ist durchaus
erheblich, auch finanziell: Laut den vom Wirtschaftsministerium
genannten Szenarien fallen in Österreichs Industrie auch im Jahr 2040
noch rund 4,4 bis 12,1 Millionen Tonnen geologisch bedingte CO₂-
Emissionen sowie eine verbleibende Menge fossilem Kohlendioxid pro
Jahr an. Bei einem CO₂-Zertifikatspreis von 82 Euro je Tonne
entstehen Zertifikatskosten von bis zu 900 Millionen Euro jährlich.
Rahmenbedingungen für Dekarbonisierung, darunter auch CO2-
Infrastruktur, sicherstellen
Für den Binnenstaat Österreich ist rasch Klarheit bei der
grenzüberschreitenden Planung, Finanzierung und Verfügbarkeit von CO2
-Infrastruktur nötig. Erforderlich sind Transportwege sowie der
Zugang zu On- und Offshore-Speicherkapazitäten. „Dazu braucht es
bilaterale Abkommen, klare Zuständigkeiten sowie Planungs- und
Finanzierungssicherheit für den Transport per Pipeline, Bahn und
Schiff“, so Sigi Menz. „Ein aufgehobenes Verbot ist noch keine
Wertschöpfungskette“, gibt er zu bedenken.
„Die notwendigen Rahmenbedingungen für die Dekarbonisierung der
Industrie müssen jetzt geschaffen werden – das CCS-Gesetz ist ein
Teil davon, aber eben nur ein Teil“, betont er. „Dazu zählen ebenso
Strom-, Wasserstoff- und CO2-Netze und -Speicher wie international
wettbewerbsfähige Energie- und Rohstoffpreise und saubere
Energiemengen. Erst wenn dieses Gesamtpaket steht, können Betriebe
die notwendigen Investitionsentscheidungen tatsächlich treffen“, so
der Obmann der WKÖ-Bundessparte Industrie. (PWK402/JHR/NIS)