Wien/Vösendorf (OTS) – Während die Stadt Wien eine Verschärfung des
Wiener Reinhaltegesetzes
plant, ist eine Petition zur straffreien, artgerechten Vogelfütterung
noch beim Wiener Petitionsausschuss anhängig. Der Wiener
Tierschutzverein/Tierschutz Austria fordert gemeinsam mit dem Verein
gegen Tierfabriken (VGT), der BÜRGERINITIATIVE Arbeitsgruppe Tauben
WIEN, der Initiative Keine Tauben Ohren (KTO), der Hundesuchhilfe und
Team Taube eine gesetzliche Ausnahme für die Fütterung mit geeignetem
Körnerfutter.
„ Wer Vögel mit einer kleinen Menge artgerechtem Körnerfutter
versorgt, das innerhalb weniger Minuten vollständig aufgenommen wird,
darf nicht wegen Verunreinigung bestraft werden. Körnerfutter ist
kein Müll. Hier braucht es endlich eine klare gesetzliche Regelung “,
fordert Dr.in Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener
Tierschutzvereins/Tierschutz Austria. “Will die Stadt Wien bzw. die
Mehrheitspartei im Wiener Landtag die Tierschutz-Bewegung frotzeln
und brüskieren?“
Konkret verlangen die Organisationen eine Ergänzung des § 2 Abs.
5 Wiener Reinhaltegesetzes . Das Ausstreuen einer angemessenen Menge
Körnerfutter auf Grünflächen soll nicht als Verunreinigung gelten,
wenn die Vögel das Futter ohne Störung durch Dritte innerhalb von
maximal zehn Minuten aufnehmen.
Zwtl.: Petition darf nicht übergangen werden
Die bereits im Mai eingebrachte Petition wird erst am 27.
November 2026 im Petitionsausschuss zur Abstimmung stehen – die
Begutachtungsfrist zur Gesetzesnovelle endet jedoch schon am 6.
November . Die Petition fordert zudem Rechtssicherheit und
nachhaltiges Taubenmanagement.
„ Stadttauben sind Nachkommen domestizierter Tiere, für deren
Situation wir Menschen Verantwortung tragen. Diese Verantwortung
können wir nicht einfach mit einem Fütterungsverbot abgeben. Die
Tiere bewusst verhungern zu lassen, kann niemals die Lösung sein ,“
erklärt die BÜRGERINITIATIVE Arbeitsgruppe Tauben WIEN.
„ Wer die Taubenpopulation langfristig und tierschutzgerecht
regulieren will, muss auf betreute Taubenbehausungen und
systematischen Eiertausch setzen. Stadttaubenmanagement bedeutet
nicht, mehr Tauben zu wollen, sondern langfristig eine kleinere,
gesündere Population und weniger Konflikte zu erreichen. Das
Besondere daran: Hier profitieren alle: die Tauben, die Stadt und die
Menschen. Genau diese Chance sollte Wien nutzen “, betont Anne Eck
von der Initiative Keine Tauben Ohren (KTO).
Die Organisationen fordern die Stadt Wien auf, die
Begutachtungsfrist zu verlängern und das Ergebnis des
Petitionsausschusses abzuwarten. Eine verantwortungsvolle
Stadtpolitik muss sowohl die Sauberkeit des öffentlichen Raumes als
auch das Wohl der Tiere und die Interessen der Bevölkerung
gleichermaßen gewährleisten.