Wien (OTS) – Die EU-Kommission hat heute das lang erwartete Paket für
faire
Arbeitskräftemobilität präsentiert, das die Bedingungen für jene
Arbeitnehmer:innen, die grenzüberschreitend arbeiten, verbessern
soll. Mit einem digitalen Europäischen Sozialversicherungsausweis (
ESSPASS), der Stärkung der Europäischen Arbeitsbehörde (ELA) und der
besseren Anerkennung von Qualifikationen sollen die entsprechenden
Maßnahmen gesetzt werden, um dieses Ziel bestmöglich umzusetzen.
Evelyn Regner, Mitglied im Beschäftigungsausschuss des Europäischen
Parlaments, sieht einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der
Arbeitsbedingungen in der Europäischen Union: „Als EU-Bürger:in in
jedem EU-Mitgliedstaat arbeiten zu dürfen, ist eine der größten
Errungenschaften in Europa. Die Erlaubnis dafür allein reicht aber
natürlich nicht aus, denn es existieren immer noch Hürden für die 14
Millionen Menschen in der EU, die grenzüberschreitend einer
Beschäftigung nachgehen. Wenn beispielsweise ein slowenischer
Krankenpfleger in Österreich arbeitet, müssen wir sicherstellen, dass
er keine Benachteiligung gegenüber seinen Kolleg:innen erleben muss.
Mit dem Paket für faire Arbeitskräftemobilität wollen wir diese Lücke
schließen. Davon profitieren nicht nur die Arbeitnehmer:innen,
sondern auch der europäische Arbeitsmarkt. Die europäische Wirtschaft
benötigt Arbeitskräfte und es leben Millionen qualifizierte Menschen
in Europa. Oft kostet es jedoch Zeit und Geld, Qualifikationen
übertragen zu lassen. Künftig sollen Qualifikationen – von
Schulabschlüssen bis hin zur Zulassung beispielsweise als Ärztin –
digitalisiert und somit leichter zugänglich werden. Damit stärken wir
das Vertrauen zwischen den Mitgliedstaaten und bauen unsichtbare
Grenzen innerhalb der EU endlich ab.“ Auch der digitale
Sozialversicherungsausweis ist laut Regner ein sozialdemokratischer
Erfolg, der sicherstellt, dass Arbeitnehmer:innen ihre Rechte stets
mit sich tragen. ****
Regner weiter: „Insbesondere der Ausbau der Europäischen
Arbeitsbehörde ist zentral für den Arbeitnehmer:innenschutz EU-weit.
Der Behörde soll künftig ein besserer Datenzugang ermöglicht werden,
um regelmäßige Kontrollen im Kampf gegen Schwarzarbeit und
Lohndumping durchführen zu können. Rund drei Millionen Menschen in
der EU sind von Ausbeutung am Arbeitsplatz betroffen. Diese Menschen
dürfen wir nicht allein lassen. Wir müssen sicherstellen, dass die
Freiheit, in einem anderen Land zu arbeiten, nicht mit der Freiheit
zur Ausbeutung verwechselt wird. Nur so schaffen wir gleiche und
faire Arbeitsbedingungen für alle, egal ob jemand in einem
Mitgliedstaat arbeitet oder in einem anderen. Das ist gelebtes
Europa!“ (Schluss) le/lw