Schönheit

Schilling/Grüne: 119 EU-Abgeordnete schließen sich Grünen Forderung nach mehr Schutz vor sexualisierten KI-Deepfakes an

Brüssel (OTS) – Mehr als hundert Europaabgeordnete aus den
demokratischen Fraktionen
des Europaparlaments haben sich einem Grünen/EFA-Appell zu mehr
Schutz vor digitaler Gewalt angeschlossen. Der von der Ko-
Vorsitzenden Terry Reintke und der EU-Abgeordneten Lena Schilling
initiierte Brief, den auch die Fraktionsvorsitzenden von
Sozialdemokraten, Liberalen und Linken unterstützen, fordert EU-
Kommission und Mitgliedstaaten auf, sexualisierte KI-Deepfakes
konsequent zu bekämpfen und das Verbot sogenannter Nudifier-Apps ab
2. Dezember 2026 wirksam durchzusetzen. Anlass ist eine neue Studie
von AGORA Digitale Transformation, die europaweit 147 Abgeordnete auf
Deepfake-Webseiten identifiziert hat, davon 138 Frauen. Auch die EU-
Abgeordnete Lena Schilling ist von sexualisierten KI-Deepfakes
betroffen.

Lena Schilling, Abgeordnete der Grünen im EU-Parlament fordert:

„Wenn Frauen öffentlich sichtbar werden, darf das nicht heißen,
dass sie damit rechnen müssen, dass plötzlich KI-generierte
Nacktbilder von ihnen im Netz auftauchen. Genau das habe ich erlebt.
Sexualisierte KI-Deepfakes sind digitale Gewalt gegen Frauen und eine
Bedrohung für unsere Demokratie.

Deshalb setzen wir heute gemeinsam mehr als 100 EU-Abgeordneten
aus den demokratischen Fraktionen ein Zeichen: Wir müssen für den
Schutz von Frauen vor digitaler Gewalt kämpfen. Für jede der 138
betroffenen Politikerinnen und für alle Frauen, die sich gegen diese
Form digitaler Gewalt wehren müssen. Jede einzelne Betroffene ist
eine zu viel.

Die Mitgliedstaaten müssen das EU-weite Verbot von sogenannten
Entkleidungs-Apps ab 2. Dezember konsequent umsetzen. Das muss auch
die EU-Kommission sicherstellen. Denn ein Verbot schützt niemanden,
wenn am ersten Tag niemand da ist, der es durchsetzt.“

„Ich appelliere an die Bundesregierung: Schützt uns endlich.
Sexualisierte KI-Deepfakes sind längst Realität, und Frauen dürfen
damit nicht allein gelassen werden. Wenn in neun Wochen Nudifier-Apps
verboten sind, muss es auch Behörden geben, die dieses Verbot
durchsetzen. Worte allein schützen keine Frau im Netz.“, fordert
Schilling weiter.

Hintergrund:

Der offene Brief fordert die EU-Kommission und die
Mitgliedstaaten insbesondere auf, das Nudifier-Verbot ab 2. Dezember
konsequent durchzusetzen und sicherzustellen, dass die
Mitgliedstaaten Behörden einrichten, die dies entsprechend
kontrollieren und Anlaufstelle für Betroffene sind. Darüber hinaus
fordern die Abgeordneten eine konsequente Durchsetzung des Digital
Services Act gegenüber Plattformen und Suchmaschinen sowie eine
Beschleunigung laufender Verfahren. Zudem fordern die Abgeordneten
eine rasche Umsetzung der EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Gewalt
gegen Frauen in nationales Recht.