Schönheit

Safe Abortion Day: Rote Jugendorganisationen erneuern Forderungen für sicheren und kostenfreien Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen

Wien (OTS) – Anlässlich des internationalen Safe Abortion Day am 28.
September
haben die Aktion kritischer Schüler_innen, der Verband
Sozialistischer Student_innen Österreich, die Sozialistische Jugend
Österreich und die Junge Generation heuer erneut vor dem
Bundeskanzleramt ein Zeichen gesetzt. Bereits im Vorjahr hatten die
Organisationen Bundeskanzler Christian Stocker ein Forderungspapier
zum Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen überreicht. Heuer
bekräftigten sie ihre Forderungen und präsentierten sie auf
Drahtkleiderbügeln, dem Symbol für unsichere Abtreibungen.

„Die Fristenlösung war vor über 50 Jahren ein historischer
Erfolg, aber immer ein Kompromiss. Bis heute ist der
Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich strafbar und nur unter
bestimmten Bedingungen straffrei. Das signalisiert Betroffenen, dass
sie etwas Unrechtes tun, und hält viele Ärzt*innen davon ab, Abbrüche
anzubieten. Eine medizinische Leistung gehört nicht ins
Strafgesetzbuch“ , so Vanessa Hoffellner, Feministische Sprecherin
des VSStÖ.

Zentrale Forderung bleibt die ersatzlose Streichung des § 96 aus
dem Strafgesetzbuch. Der Schwangerschaftsabbruch soll als
medizinische Leistung anerkannt und nicht länger unter Strafdrohung
geregelt werden.

„Viele junge Menschen wissen nicht, wo sie im Ernstfall hingehen
können oder was ein Abbruch kostet. In diese Lücke stoßen
Abtreibungsgegner*innen mit gezielter Desinformation, im Netz genauso
wie vor Kliniken. Es braucht umfassende Sexualbildung an den Schulen,
sachliche Information und Schutzzonen, wie sie in anderen Ländern
längst Standard sind“ , sagt Elena Ettinger, Feminismussprecherin der
Aktion kritischer Schüler_innen.

Weiters fordern die Organisationen die vollständige
Kostenübernahme durch die Gesundheitskassen. In Frankreich,
Slowenien, Norwegen oder Portugal ist das längst selbstverständlich,
die Schweiz setzt es ab 2027 um.

„Ob sich jemand einen sicheren Abbruch leisten kann, hängt in
Österreich immer noch von Einkommen und Wohnort ab. Wer in einer
ländlichen Region lebt, in Ausbildung ist oder wenig verdient, steht
vor Hürden, die mit moderner Gesundheitsversorgung nichts zu tun
haben. Wir brauchen die Kostenübernahme durch die Krankenkassen und
ein Angebot in allen öffentlichen Spitälern mit gynäkologischer
Abteilung. Das ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit“ , fordert
Simone Singh, Bundesfrauen*sprecherin der Jungen Generation.

Darüber hinaus fordern die Organisationen eine österreichweite
Informationskampagne sowie Sexualbildung an Schulen und den
kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln..

„Die USA und Polen zeigen, was passiert, wenn rechte Kräfte das
Recht auf Abtreibung beschneiden: Es gibt nicht weniger Abbrüche,
sondern nur weniger sichere. Betroffene reisen hunderte Kilometer,
greifen zu riskanten Methoden oder geraten in Lebensgefahr, weil Ärzt
*innen aus Angst vor Strafverfolgung zögern. Verbote schützen kein
Leben, sie gefährden es. Dieselben Netzwerke sind auch in Österreich
aktiv, deshalb müssen wir Selbstbestimmung hier rechtlich absichern“
, so Fiona Schindl, Frauen*sprecherin der Sozialistischen Jugend
Österreich.

„Reproduktive Rechte sind nie endgültig gesichert. Wir bleiben
dran, bis alle unsere Forderungen umgesetzt sind. Selbstbestimmung
ist nicht verhandelbar, nicht hier und nirgendwo sonst“, halten die
Jugendorganisationen abschließend gemeinsam fest.

Fotos sind unter folgendem Link frei verfügbar:
https://www.sjoe.at/pressefotos