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ÖGfE-Schmidt: Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft steigt, ebenso Wunsch nach selbstbewusster Union

Wien (OTS) – „Steigende Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft, konstante
Skepsis
gegenüber einer Erweiterung der EU und der Wunsch nach mehr
Selbstbewusstsein gegenüber den USA charakterisieren das aktuelle
heimische Stimmungsbild zur Europäischen Union. Russische
Destabilisierungsversuche werden zunehmend mit Sorge betrachtet“,
kommentiert Paul Schmidt, Generalsekretär der Österreichischen
Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE), das Ergebnis einer neuen ÖGfE-
Umfrage.

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In der ÖGfE-Herbstumfrage sprechen sich 68 Prozent der Befragten
dafür aus, dass Österreich Mitglied der EU bleiben sollte. 25 Prozent
plädieren für den Austritt aus der Union, 6 Prozent sind sich in
ihrem Urteil unsicher oder geben keine Antwort. Damit setzt sich eine
Phase steigender Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft fort – seit April
2025 hat sich die Befürwortung um 9 Prozentpunkte erhöht, während die
Ablehnung um 5 Prozentpunkte zurückgegangen ist. Im langfristigen
Trend – 76 Umfragen seit 1995 – liegt die Zahl der
Mitgliedschaftsbefürworter:innen bei durchschnittlich 70 Prozent; die
Zahl jener, die einen EU-Ausstieg präferieren, bei 22 Prozent.

„Steht die Welt kopf, gewinnt die Mitgliedschaft in der
Europäischen Union an Wert. Trotz aller Schelte und Kritik:
Stabilität, Rechtssicherheit und Berechenbarkeit sind Vorzüge, die
global nicht selbstverständlich sind, und daher von den Menschen
vermehrt geschätzt werden“ , sagt Schmidt. „Die Annäherung Kanadas
und des Vereinigten Königreichs an die EU, sowie intensivierte
Handelspartnerschaften machen zudem deutlich, dass die Union weltweit
an Bedeutung gewinnt.“

38 Prozent wünschen sich, dass das Ausmaß der Zusammenarbeit
innerhalb der Europäischen Union vertieft wird. 21 Prozent sagen,
dass es jetzt gerade richtig ist. Ein Drittel der Befragten plädiert
für weniger Kooperation auf EU-Ebene – ein Anstieg von 6
Prozentpunkten gegenüber der letzten Befragung von April 2025.

„Die Zahl jener, die sich gegen eine Vertiefung der
Zusammenarbeit auf EU-Ebene aussprechen, ist im vergangenen Jahr
gestiegen – nicht zuletzt aufgrund der innenpolitischen Debatte, in
der einem Rückbau der Integration häufig das Wort geredet wird.
Andererseits hält eine Mehrheit das aktuelle Ausmaß der europäischen
Kooperation für gerade richtig oder möchte diese weiter ausbauen.“

Eine baldige Erweiterung der EU um neue Mitgliedsländer trifft in
Österreich auf konstante Ablehnung. Wie schon im März sprechen sich
rund sechs von zehn Befragten dagegen aus, dass in den kommenden fünf
Jahren neue Länder zur Union stoßen. Knapp drei von zehn (28 Prozent)
wären damit einverstanden.

„Die vorliegenden Umfragedaten bestätigen die
erweiterungsskeptische Haltung der österreichischen Bevölkerung. Die
Aufnahme neuer Mitglieder wird nicht als Priorität betrachtet.
Trotzdem: Die Erweiterung der EU ist am Horizont. Daher wären mehr
Information und auch Dialog über die möglichen Konsequenzen eines
solchen Schrittes das Gebot der Stunde.“

Was das Verhältnis der Europäischen Union zu den Vereinigten
Staaten betrifft, so treten fast 8 von 10 Befragten (79 Prozent)
dafür ein, dass die EU bei strittigen Fragen stärker auf ihrem
eigenen Standpunkt beharren sollte. 11 Prozent sagen hingegen, dass
die EU den USA in diesen Fällen entgegenkommen sollte.

„Das aktuelle US-amerikanische Verständnis einer
transatlantischen Partnerschaft widerspricht dem europäischen
diametral. Daher fordern die Menschen – auch in Österreich – , dass
die Europäische Union vehementer ihre Positionen vertritt und sich
nicht von Washington unter Druck setzen lässt. Umso wichtiger ist es
vor diesem Hintergrund, dass die Union ihr Netz an globalen
Partnerschaften erweitert, um unabhängiger und resilienter zu
werden.“

Knapp sechs von zehn Befragten (58 Prozent) zeigen sich
überzeugt, dass Russland „ gezielt versucht, die Europäische Union
und ihre Mitgliedsländer – etwa durch Desinformationen,
Cyberangriffe, Sabotage oder Einflussnahme auf politische Prozesse
bzw. Wahlen – zu destabilisieren . 34 Prozent nehmen das „auf jeden
Fall“ an, 24 Prozent „eher doch“. Etwa ein Fünftel (19 Prozent) geht
hingegen „eher weniger“ (8 Prozent) bzw. „sicher nicht“ (11 Prozent)
davon aus. 15 Prozent nehmen in dieser Frage eine Mittelposition ein
und antworten „teils, teils“.

„Den Menschen hierzulande ist klar, dass russische Einflussnahme
und Desinformation auch vor unserem Land nicht Halt machen. Ein
Signal und Auftrag, diese Gefahr noch ernster zu nehmen und verstärkt
in Cybersicherheit, den Schutz kritischer Infrastruktur sowie
Demokratie- und Medienbildung zu investieren – auf nationaler wie
europäischer Ebene.“

„Nicht zuletzt zeigen unsere Umfragedaten auch eine zunehmende
innenpolitische Polarisierung in europäischen Fragen“ , betont
Schmidt abschließend. „So sind deklarierte Sympathisanten der FPÖ als
einzige mehrheitlich – zu 56 Prozent – und praktisch konstant für
einen EU-Austritt unseres Landes, während dies für Anhänger anderer
Parteien überhaupt kein Thema ist. Neun von zehn FPÖ-Sympathisanten
sind gegen eine baldige EU-Erweiterung, drei Viertel gegen eine
stärkere Zusammenarbeit auf EU-Ebene. Nahezu die Hälfte zweifelt
daran, dass Russland darauf aus ist, die EU zu destabilisieren,
während die Anhänger anderer Parteien kaum dieser Meinung sind.
Einigkeit gibt es einzig in einem Punkt: Über alle Parteigrenzen
hinweg möchte man den USA in Zukunft stärker Paroli bieten.“

Hintergrund:
Die aktuelle Umfrage wurde von market von 21. bis 24. September 2026
im Auftrag der ÖGfE durchgeführt. Befragt wurden österreichweit 1000
Personen online, österreichische Bevölkerung, 16 bis 80 Jahre,
repräsentativ für Alter, Geschlecht, Region und Bildung. Maximale
statistische Schwankungsbreite +/- 3,16 Prozent. Differenz auf 100
Prozent aufgrund gerundeter Werte. Fehlende Werte auf 100 Prozent =
„weiß nicht / keine Angabe“.