ÖGB-Schuberth ad WIFO-Prognose: Kaufkraft stärken statt kürzen

Wien. (OTS) – „Kürzungsfantasien und Lohnzurückhaltung wären jetzt
pures Gift für
die wirtschaftliche Erholung“, kommentiert ÖGB
Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth die aktuelle WIFO-
Konjunkturprognose, die eine vorsichtige wirtschaftliche Erholung
signalisiert. Um diesen Aufschwung nicht zu gefährden, braucht es aus
Sicht des ÖGB eine Stärkung der Kaufkraft. „Die Prognose zeigt, dass
die Konjunktur wieder Tritt fassen kann. Jetzt muss alles getan
werden, um diese Entwicklung nicht mutwillig auszubremsen“, so die
Ökonomin. Kritik übt Schuberth daher an Forderungen nach
Sparmaßnahmen, die über das aktuelle Doppelbudget hinausgehen.

Verantwortungslose Kürzungsdebatten gefährden
Gesundheitsversorgung

„Wer in einer Phase der wirtschaftlichen Stabilisierung
Einschnitte bei Pensionen oder der Gesundheitsversorgung fordert,
gefährdet den nötigen Aufschwung“, so Schuberth weiter. Das
Gesundheitssystem steht bereits unter erheblichem Druck: Patientinnen
und Patienten müssen mitunter monatelang auf dringende Untersuchungen
oder Operationen warten, Beschäftigte arbeiten oft am Limit. „Weitere
Kürzungen würden die Versorgungslage massiv verschärfen“, betont
Schuberth: „Das Ziel muss also eine qualitative Stärkung des Systems
sein.“

Starke Realeinkommen, verlässliche soziale Netze

Schuberth stellt außerdem einmal mehr klar, dass Forderungen nach
Lohnzurückhaltung der völlig falsche Weg sind. „Wenn die
Nettoeinkommen real sinken, bricht die Inlandsnachfrage weg.
Lohnzurückhaltung und die damit verbundenen Kaufkraftverluste wären
in der aktuellen wirtschaftlichen Lage pures Gift für die Konjunktur.
Um das zarte Pflänzchen der Erholung nachhaltig zu sichern, braucht
es das genaue Gegenteil: Eine Stärkung der Realeinkommen und
verlässliche soziale Netze“, bekräftigt Schuberth.

Wer in der aktuellen Debatte ausschließlich über Kürzungen
spricht, blendet einen wesentlichen Teil der Lösung aus. „Um die
großen Zukunftsaufgaben und den Erhalt der sozialen Infrastruktur zu
finanzieren, sind deutlich höhere Steuern auf Millionenvermögen und
Millionenerbschaften längst überfällig“, so die ÖGB
Bundesgeschäftsführerin abschließend.

Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2
Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen
sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche
Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und
Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
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