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Nach Vorwürfen im Gasteinertal: Rosen warnt vor Normalisierung des Antisemitismus

Salzburg/Wien/Graz (OTS) – Mit großer Besorgnis reagiert der
Präsident der Israelitischen
Kultusgemeinde für Salzburg, Steiermark und Kärnten, Elie Rosen, auf
Berichte über die mutmaßlich antisemitische Ausgrenzung einer
israelischen Urlauberfamilie in Bad Hofgastein. Nach einem Bericht
der „Kronen Zeitung“ vom 25. September soll ein Imbissbetreiber der
Familie die Bedienung verweigert und dies mit den Worten „Wegen Gaza“
begründet haben. Rosen fordert eine rasche Aufklärung der Vorwürfe
und mahnt angesichts weiterer Vorfälle in Österreich und Deutschland
besondere Verantwortung in der politischen Auseinandersetzung über
Israel ein.

Bereits im August 2025 hatte eine israelische Familie
vergleichbare Vorwürfe gegen eine Pizzeria in Seekirchen erhoben; der
Betreiber bestritt die Darstellung und verwies auf den bevorstehenden
Küchenschluss. Im oberpfälzischen Lam wurde im Juni 2026 eine
Hotelantwort auf eine israelische Buchungsanfrage bekannt: „In
unserem Hotel sind keine Juden erlaubt.“ Die Betreiber entschuldigten
sich nach politischer Interventionen anschließend. Hinzu kommen der
Angriff auf eine Frau mit Davidstern in Berlin und der Brandanschlag
auf die Wuppertaler Synagoge im September.

Die Sicherheit jüdischer Menschen und israelischer Gäste dürfe
niemals von politischen Entwicklungen abhängig gemacht werden, so
Rosen. Man warne davor, das Geschehen im Nahen Osten als
Rechtfertigung für antisemitische Ausgrenzung zu missbrauchen. Kritik
an der israelischen Regierung sei legitim. Kategorische und
undifferenzierte Schuldzuweisungen könnten jedoch als vermeintliche
Legitimation für Judenhass verwendet werden. Politische Kommunikation
brauche deshalb mehr denn je Präzision und Umsicht.

In diesem Zusammenhang verweist Rosen auch auf die jüngsten
Äußerungen von Bundespräsident Alexander Van der Bellen. In diesem
Zusammenhang erhebe sich die Frage, wie schwerwiegende Vorwürfe wie
jener von Kriegsverbrechen begründet und öffentlich vermittelt
werden. Gerade bei diesem Thema brauche es die notwendige
Sensibilität. Die Ablehnung von Kollektivschuld und die sorgfältige
Begründung politischer Aussagen seien zwei eigenständige
Anforderungen“, erklärt Rosen.

Nachdem der Salzburger Landtag im Zusammenhang mit Ku-Klux-Klan-
Kostümen bei einem Faschingsball in Pöham am 4. Februar 2026 eine
Aktuelle Stunde zum Rechtsextremismus abgehalten habe, erhebe sich
für ihn nunmehr die Frage, ob sich der Landtag gleicher Maßen auch
mit den Antisemitismusvorwürfen befassen werde? Die Kultusgemeinde
erwarte sich jedenfalls eine öffentliche Antwort und nachvollziehbare
Maßnahmen zum Schutz der Betroffenen“, so Rosen.