Wien (OTS) – Mit Beginn der Sommerferien steigt die Nachfrage nach
Mietwagen in
beliebten Urlaubsdestinationen deutlich an. Gleichzeitig häufen sich
jedes Jahr Beschwerden über unerwartete Zusatzkosten,
Versicherungsstreitigkeiten oder Probleme bei der Fahrzeugübernahme.
Wer seinen Mietwagen sorgfältig auswählt und die Vertragsbedingungen
genau prüft, kann viel Ärger und Geld sparen. Das Europäische
Verbraucherzentrum (EVZ) Österreich fasst die wichtigsten Tipps für
eine reibungslose Mietwagenbuchung zusammen.
Tipp 1: Den Vertragspartner kennen
Mietwagenbuchungen für den Urlaub erfolgen in der Regel online
über Buchungsplattformen. Diese Vermittlerfirmen buchen saisonal
große Kontingente bei lokalen Mietwagenunternehmen voraus und bieten
daher oft besonders attraktive Preise an. Vergleichsseiten sind zwar
grundsätzlich hilfreich, um einen Überblick über die Marktlage zu
bekommen und Buchungen im Voraus meist günstiger. Der eigentliche
Mietvertrag wird jedoch in der Regel direkt vor Ort mit der lokalen
Autovermietung abgeschlossen. Bei Problemen sollten sich Betroffene
daher direkt an den lokalen Vermieter wenden.
Tipp 2: Den passenden Versicherungsschutz wählen
Mietfahrzeuge müssen laut EU-Recht über eine
Haftpflichtversicherung verfügen, die in allen EU-Staaten gilt und im
Mietpreis enthalten ist. Gerade bei vermeintlichen Billigangeboten
kann die gedeckte Versicherungssumme sehr niedrig sein und folglich
ein erhebliches finanzielles Risiko bei schweren Personen- oder
Sachschäden bedeuten. Es empfiehlt sich eine Deckungssumme von
mindestens 1 Million Euro. Für nur wenige Euro mehr pro Tag bieten
viele Anbieter Haftpflichtversicherungen mit deutlich höherer Deckung
an, oft bis zu 10 oder 50 Millionen Euro. Wer auf Nummer sicher gehen
will, sollte außerdem eine Vollkaskoversicherung mit Diebstahlschutz
ohne Selbstbehalt wählen, die Schäden an Glas, Reifen und Felgen
inkludiert.
Aus Beweisgründen sollten Konsument:innen auf eine Kopie des
Vertrags vor Ort bestehen und kontrollieren, ob die Angaben zur
Versicherung im Online-Voucher mit jenen im Mietvertrag
übereinstimmen. Bei der Internetbuchung und bei Übernahme des
Fahrzeugs werden Kund:innen oft mit Angeboten zu Zusatzversicherungen
konfrontiert. Vorsicht ist geboten, sich nicht unnötige
Extraleistungen aufschwatzen zu lassen.
Tipp 3: Kreditkarte und Zusatzkosten im Blick behalten
Wenn Mieter:in und Fahrer:in nicht identisch sind, kann das zu
Problemen bei Übernahme des Autos führen. Oft ist Voraussetzung, dass
dieselbe Person, die als Hauptfahrer:in im Mietvertrag eingetragen
ist, auch Eigentümer:in der für die Reservierung genutzten
Kreditkarte sein muss. Viele Autovermieter verlangen, dass die
hinterlegte Kreditkarte noch mindestens sechs Monate nach Mietende
gültig ist, um etwaige Nachbelastungen für Schäden oder Strafzettel
vornehmen zu können. Debit- oder Prepaidkarten werden oft abgelehnt.
Zusatzleistungen wie ein zweiter Fahrer, Kindersitze,
Navigationsgeräte oder Gebühren für junge Fahrer können mitunter hohe
Mehrkosten verursachen – daher unbedingt schon bei der Buchung auf
die jeweiligen Preise und Konditionen achten.
Tipp 4: Übernahme und Rückgabe dokumentieren, Tankregelung
beachten
Die Voll/Voll-Regelung ist für Konsument:innen in der Regel die
fairste und günstigste Variante: Der Wagen wird mit vollem Tank
übernommen und genauso vollgetankt zurückgegeben. Wer sich nicht
daran hält oder eine andere Regelung akzeptiert (z. B. „Voll/Leer“),
zahlt oft kräftig drauf – sei es durch hohe Servicepauschalen oder
überteuerte Kraftstoffpreise des Vermieters. Wichtig: Den Tankbeleg
unbedingt aufbewahren, um bei späteren Nachforderungen einen Nachweis
zu haben.
Wer sich Ärger und unberechtigte Forderungen ersparen möchte,
sollte den Zustand des Mietwagens sowohl bei der Übernahme als auch
bei der Rückgabe sorgfältig dokumentieren. Bereits bei der Abholung
gilt: Fotos und Videos vom Fahrzeug rundum – inklusive Dellen,
Kratzern und sonstigen Schäden – sind unerlässlich. Bestehende Mängel
sollten unbedingt schriftlich in einem Übergabeprotokoll festgehalten
werden. Auch bei der Rückgabe empfiehlt es sich, den Tankstand und
Kilometerstand zu fotografieren, das Fahrzeug innen sauber zu
übergeben, ein Rückgabeprotokoll zu verlangen und das Auto während
der Öffnungszeiten zurückzubringen. Wer nur wenige Minuten zu spät
ist, riskiert oft einen weiteren Miettag.
Tipp 5: Nachhaltig Reisen
Viele Anbieter erweitern ihre Flotten um Hybrid- und E-Fahrzeuge.
Wer bewusst reisen möchte, kann beispielsweise auf
umweltfreundlichere Fahrzeuge setzen. Nachträgliches Laden durch
Vermieter kann teuer werden, allerdings haben viele die Regeln
gelockert. Meist werden bei Rückgabe 70 bis 75 Prozent Ladestand
verlangt bzw. der Stand bei Abholung – Mietvertrag prüfen, Ladestand
am Anfang und am Ende fotografieren. „Verzichten Sie darauf, das Auto
auf 100 Prozent zu laden vor einer längeren Rückfahrt. Ab 80 Prozent
sinkt die Ladegeschwindigkeit massiv und das kostet unnötig Zeit.
Nutzen Sie für das finale Laden am besten eine DC-Schnellladesäule (
CCS) statt einer langsamen städtischen AC-Säule, um den
Rückgabetermin nicht zu verpassen. Kosten und Berechnung
unterscheiden sich beim Strom-Laden stark. Manche Netzanbieter
verrechnen zwischen 30 und 80 Cent pro Kilowattstunde (kWh). An
anderen Säulen oder bei Verwendung anderer Apps zahlt man pro Minute
Stehzeit“, rät Maria Semrad vom Europäischen Verbraucherzentrum.
SERVICE: Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es auf
www.vki.at/mietwagen-faq und ab heute in der Juli-Ausgabe der
Zeitschrift KONSUMENT. Weitere nützliche Hinweise gibt es in den FAQs
auf www.europakonsument.at/mietwagen . Ein Mietwagen-ABC, mit
englischen Abkürzungen und üblichen Begriffen, gibt es auf
www.europakonsument.at/mietwagen-abc .