Wien (OTS) – 362 Bewerber*innen aus 63 Nationen – das heuer bereits
zum 31. Mal
vergebene MAK Schindler Stipendium war begehrt wie nie zuvor. Am 14.
September 2026 kürte eine internationale Jury unter dem Vorsitz von
Bettina Steinbrügge, Generaldirektorin, Mudam, Luxemburg, aus einer
neuen Rekordzahl an Einreichungen – davon 49 im Bereich Architektur
und 313 im Bereich Bildende Kunst – sechs Projekte sowie drei
Ersatzprojekte für die kommenden Stipendienaufenthalte im Studienjahr
2027/28 in Los Angeles. Das vom MAK vergebene international hoch
angesehene MAK Center Artists and Architects-in-Residence Programm
gibt den gewählten Stipendiat*innen wieder die einzigartige
Möglichkeit, sechs Monate in den von Rudolph M. Schindler entworfenen
Mackey Apartments in Los Angeles zu leben und ihre visionären
Einreichungen zu verwirklichen.
„Die Schindler Stipendien des MAK sind eine wichtige Plattform
für junge, aufstrebende Künstler*innen und Architekt*innen. Sie
eröffnen ihnen die Möglichkeit, ihr künstlerisches Schaffen in einem
internationalen Umfeld weiterzuentwickeln, neue Netzwerke aufzubauen,
die eigene Arbeit sichtbar zu machen – aber vor allem auch neue
Freundschaften zu knüpfen. Mit seiner kulturellen Vielfalt und einer
international geprägten Kunst- und Architekturszene bietet Los
Angeles dafür ein besonderes, befruchtendes Umfeld“, so Vizekanzler
und Kulturminister Andreas Babler.
Lilli Hollein, Generaldirektorin und wissenschaftliche
Geschäftsführerin des MAK: „Der internationale große Zuspruch aus so
vielen Ländern unterstreicht die Bedeutung des Schindler Stipendiums,
das seit mehr als 30 Jahren dazu beiträgt, künstlerische Positionen
weiterzuentwickeln und den transnationalen Austausch von Künstler*
innen und Architekt*innen zu fördern. Gerade in der aktuellen
politischen Lage ist das große Interesse an unserem Programm in einer
der großen US-Metropolen ein wichtiges Signal für den Wunsch von
Künstler*innen nach transatlantischem Austausch. Das Schindler
Stipendium ist ein wichtiger Bestandteil der MAK Schindler Initiative
in Los Angeles. Das Interesse und die Anerkennung, die unserem
Engagement und unserer Expositur in Los Angeles auf so vielen Ebenen
entgegengebracht werden, erfüllen mich mit großer Freude.“
Der diesjährigen Jury gehörten Bettina Steinbrügge (
Generaldirektorin, Mudam, Luxemburg; Juryvorsitzende), Doris Kleilein
(Designierte Direktorin, Az W, Wien), Christian Kosmas Mayer (
Künstler, Wien), Sabine B. Vogel (Kunstkritikerin, Wien) und Lilli
Hollein (Generaldirektorin und wissenschaftliche Geschäftsführerin,
MAK) an.
Die MAK Schindler Stipendien richten sich an freischaffende
Künstler*innen, Architekturstudent*innen (2. Abschnitt/Masterstudium)
und Absolvent*innen des Diplom-/Masterstudiums Architektur
unmittelbar nach dem Abschluss.
Der Fokus des Programms liegt auf der Auseinandersetzung mit dem Ort
des Stipendienaufenthalts, Los Angeles, einem Zentrum des kritischen
künstlerischen, architektonischen und urban-theoretischen Schaffens,
sowie auf einem dezidiert experimentellen Ansatz in den
übergreifenden Bereichen Kunst und Architektur.
Damit knüpft das Programm direkt an den Gründungsgedanken des
1994 vom MAK in Kooperation mit dem Bundeskanzleramt
Österreich/Kunstsektion und den „Friends of the Schindler House“ als
Außenstelle des MAK ins Leben gerufenen MAK Center an: das Lebenswerk
des austro-amerikanischen Architekten Rudolph M. Schindler lebendig
zu halten und seine Vision voranzutreiben, Kunst und Architektur zu
fördern und zu gestalten.
Als zeitgenössisches, experimentelles, interdisziplinäres Zentrum
für Kunst und Architektur bespielt das MAK Center heute drei der
wichtigsten Häuser von Rudolph M. Schindler – das Schindler House (
1922) in West Hollywood, das Fitzpatrick-Leland House (1936) und die
Mackey Apartments (1939) – mit Ausstellungen, MAK Talks, Symposien
und Vorträgen. Das Schindler Stipendiat*innenprogramm in Schindlers
Mackey Apartments ist ein wichtiger Bestandteil der Aktivitäten.
Zweimal im Jahr – jeweils im März und im September – werden die
vor Ort entstandenen Projekte in den Final Projects -Ausstellungen
präsentiert. Die Arbeiten werden dokumentiert, katalogisiert und im
Archiv des MAK Center bewahrt, das unter MAKcenterarchive.org auch
online zugänglich ist.
Die Projekte folgender Architekt*innen und Künstler*innen wurden
für das Stipendiat*innenprogramm 2027/2028 ausgewählt:
Kategorie Architektur:
6. April 2027 – 21. September 2027
Sofia Frasquet Dreyer (Spanien; lebt und arbeitet in Buenos Aires,
Argentinien)
5. Oktober 2027 – 14. März 2028
Guillermo Sanchez Cardenas (Mexiko; lebt und arbeitet in Mailand,
Italien)
Kategorie Bildende Kunst:
6. April 2027 – 21. September 2027
Elke Auer (Österreich; lebt und arbeitet in Wien)
Paul Spendier (Österreich; lebt und arbeitet in Berlin)
5. Oktober 2027 – 14. März 2028
Hugo Canoilas (Portugal; lebt und arbeitet in Wien) und Andreia
Santana (Portugal; lebt und arbeitet in Wien)
Lou Fauroux (Frankreich; lebt und arbeitet in Paris)
Ersatz Kategorie Architektur:
Emma Hummerhielm Carlén (Schweden; lebt und arbeitet in Wien) und
Wassily Walter (Deutschland; lebt und arbeitet in Wien)
Ersatz Kategorie Bildende Kunst:
Gerrit Frohne-Brinkmann (Deutschland; lebt und arbeitet in Hamburg)
Maja Malou Lyse (Dänemark; lebt und arbeitet in Kopenhagen)
Statement der Jury:
Aus 362 eingereichten Projekten aus 63 Ländern wurden einstimmig zwei
Projekte aus dem Bereich Architektur und vier Projekte aus dem
Bereich Bildende Kunst sowie insgesamt drei Ersatzprojekte
ausgewählt.
In den eigens für das Stipendium entwickelten Vorschlägen werden
die führenden Diskurse um Migration, Queerness, Ressourcen bis zu
Umweltfragen verhandelt und die Transformationen der Metropole Los
Angeles thematisiert. Die gewählten Projekte aktivieren das Schindler
House geschichtlich und zeitgenössisch. Rudolph Schindlers Wohnhaus
in der Kings Road markiert den Beginn seiner experimentellen
Beschäftigung in der Moderne – nicht nur in seiner Architektur,
sondern auch im künstlerischen Austausch unterschiedlicher
Disziplinen. Jeweils sechs Monate werden die Stipendiat*innen in
diesem Geist in den Mackey Apartments mit Fotografie, Video, Gaming,
Skulpturen bis Malerei arbeiten. Sie suchen Vernetzungen mit lokalen
Gemeinschaften, entwickeln feministische Perspektiven auf Wohn- und
Lebensmodelle, erkunden in urbanistischen Feldforschungen
migrantische Communities und unternehmen visuelle Ausflüge in die
Filmindustrie.
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