Schönheit

KI vom Waldviertel auf den Acker: Farm-ING setzt neue Maßstäbe im Pflanzenschutz

St. Pölten (OTS) – Pflanzenschutzmittel nur dort einsetzen, wo sie
tatsächlich gebraucht
werden: Mit dieser Idee verbindet das niederösterreichische
Unternehmen Farm-ING Smart Farm Equipment FlexCo aus Horn Künstliche
Intelligenz, Präzisionstechnik und landwirtschaftliche Praxis. Mit
dem Projekt „Ultra High Precision Spot SprayING – Pflanzenschutz nur
dort, wo er wirklich benötigt wird“, setzt das Unternehmen auf eine
hochpräzise digitale Lösung für einen gezielteren und
ressourcenschonenderen Pflanzenschutz. Das Prinzip dahinter:
Hochauflösende Kameras erfassen während der Fahrt den
Pflanzenbestand. Neuronale Netze unterscheiden in Echtzeit zwischen
Kulturpflanzen und Unkräutern. Mehr als 200 einzeln ansteuerbare
Düsen bringen Pflanzenschutzmittel anschließend punktgenau nur dort
aus, wo sie benötigt werden. Gegenüber einer konventionellen
Flächenspritzung lässt sich der Herbizideinsatz damit um bis zu 95
Prozent reduzieren.

Für Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zeigt das Projekt
beispielhaft, wie Digitalisierung konkrete wirtschaftliche und
gesellschaftliche Wirkung entfalten kann: „Künstliche Intelligenz ist
dann besonders wertvoll, wenn aus technologischen Möglichkeiten
konkrete Lösungen für die Menschen und unsere Betriebe entstehen.
Farm-ING entwickelt im Waldviertel Hightech, die unsere
Landwirtschaft effizienter und ressourcenschonender macht und
gleichzeitig international gefragt ist. Das ist Innovationskraft aus
Niederösterreich, wie wir sie mit unserer Wirtschaftsstrategie 2030+
weiter stärken wollen. Es geht darum neue Technologien zu entwickeln,
Produktivität zu steigern und aus Wissen Wertschöpfung sowie
hochwertige Arbeitsplätze in unseren Regionen zu schaffen.“

Mit einer Arbeitsbreite von bis zu zwölf Metern und
Arbeitsgeschwindigkeiten von bis zu acht Kilometern pro Stunde ist
das System auch für größere landwirtschaftliche Betriebe ausgelegt.
Neben der gezielten Ausbringung ermöglicht eine digitale
Benutzeroberfläche die Überwachung in Echtzeit, GPS-basierte
Dokumentation und detaillierte Auswertungen über den Unkrautdruck.
Damit verbindet das Projekt einen unmittelbaren wirtschaftlichen
Nutzen für Landwirtinnen und Landwirte mit ökologischen Vorteilen:
Weniger Pflanzenschutzmittel bedeuten geringere Betriebsmittelkosten
und zugleich weniger Belastung für Boden, Grundwasser und
Biodiversität.

WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker sieht darin ein Beispiel dafür, wie
digitale Innovation neue Marktchancen eröffnet: „Die besten
Innovationen lösen ein konkretes Problem und schaffen gleichzeitig
einen wirtschaftlichen Mehrwert. Farm-ING verbindet
landwirtschaftliches Know-how mit Künstlicher Intelligenz und
Maschinenbau und entwickelt daraus ein Produkt mit großem
internationalem Potenzial. Dass Entwicklung und Montage in
Niederösterreich stattfinden, ist besonders erfreulich. Genau solche
Unternehmen stärken die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts und
zeigen, dass Digitalisierung gerade auch für kleinere und junge
Betriebe enorme Chancen eröffnet.“

Die Innovationshöhe des Projekts wurde auch beim NÖ
Innovationspreis 2026 gewürdigt: Farm-ING erhielt dafür den
Sonderpreis „Digitale Innovation“. Der NÖ Innovationspreis wird von
den Technologie- und InnovationsPartnern von Land Niederösterreich
und Wirtschaftskammer Niederösterreich vergeben und zeichnet
besonders innovative Projekte niederösterreichischer Unternehmen aus.

Farm-ING begann 2021 als Ingenieurbüro für Landtechnik, gegründet
von Gregor Witzmann. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich draus
ein Agrar-Hightech-Unternehmen mit heute mehr als 40 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern. Das interdisziplinäre Team am Standort Horn im
Waldviertel verbindet Kompetenzen aus Maschinenbau, Mechatronik,
Künstlicher Intelligenz, Robotik und GIS mit praktischer Erfahrung
aus der Landwirtschaft. Der Schwerpunkt liegt auf Feldrobotik und
Automatisierung. Zum Portfolio zählen neben dem Spot Sprayer SprayING
unter anderem KI-gestützte Hacktechnik, präzise Verschieberahmen
sowie Engineering-Dienstleistungen für den Agrarsektor. Sämtliche
eigenen Produkte werden direkt im Waldviertel entwickelt und
assembliert.

Gregor Witzmann, Geschäftsführer und CEO von Farm-ING, betont:
„Wir kommen selbst aus der Landwirtschaft und entwickeln unsere
Lösungen daher nicht am Reißbrett, sondern für ganz konkrete
Herausforderungen auf den Betrieben. Unser Ziel ist eine
Landwirtschaft, in der Digitalisierung und Automatisierung den
Landwirtinnen und Landwirten Arbeit abnehmen und gleichzeitig einen
verantwortungsvolleren Einsatz von Ressourcen ermöglichen. Dass eine
Technologie, die wir hier in Horn entwickeln und produzieren, bereits
international auf so großes Interesse stößt, bestätigt uns auf diesem
Weg.“