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Karner-Kremser/Taucher (SPÖ) zu WIFO-Studie: „Wo gemeinnützig gebaut wird, bleibt den Menschen mehr zum Leben“

Wien (OTS) – „Die WIFO-Zahlen sind ein Gütesiegel für eine Politik,
die Wohnen als
Grundrecht begreift und nicht als Spekulationsobjekt. Jeder Euro, den
eine Familie nicht in überhöhte Mieten stecken muss, landet im
Einkaufskorb, in der Schultasche oder auf dem Sparbuch. Genau so
funktioniert sozialdemokratische Wohnpolitik“ , betont Wiener SPÖ-
Klubvorsitzender Josef Taucher anlässlich der heute präsentierten
Zwischenergebnisse einer WIFO-Studie zu den ökonomischen Wirkungen
der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBVs). Auch Waltraud Karner-
Kremser, SPÖ-Gemeinderätin und Vorsitzende des
Gemeinderatsausschusses für Wohnen, Wohnbau und Frauen, sieht darin
eine klare Bestätigung: „Während die privaten Mieten in den
vergangenen Jahren davongaloppiert sind, haben die gemeinnützigen
Bauvereinigungen die Zügel fest in der Hand behalten. Die Studie
zeigt schwarz auf weiß: Leistbares Wohnen ist kein Kostenfaktor,
sondern eine der klügsten Investitionen, die eine Gesellschaft
tätigen kann.“

228 Euro mehr im Börserl, jeden Monat

Laut den Zwischenergebnissen des Österreichischen Instituts für
Wirtschaftsforschung zahlen Haushalte in Wohnungen gemeinnütziger
Bauvereinigungen im Schnitt rund ein Viertel weniger als für eine
vergleichbare private Mietwohnung. Das entspricht einer Entlastung
von etwa 228 Euro pro Monat. Österreichweit ergibt sich daraus,
inklusive der preisdämpfenden Wirkung auf den privaten Markt, ein
Wohnkostenvorteil von rund 2,5 Milliarden Euro jährlich. Für Wien
weist die Studie einen Mietvorteil von 4,7 Euro pro Quadratmeter aus,
bei Neubauten ab 2011 sind es österreichweit rund 4,5 Euro.

„228 Euro im Monat sind kein Rechenbeispiel aus dem Lehrbuch. Das
ist die Winterjacke fürs Kind, der Lebensmitteleinkauf ohne Bauchweh
oder der Ausflug, den sich eine Familie endlich wieder leisten kann“,
so Taucher.

Eine Schutzmauer gegen steigende Mieten

Die Studie belegt außerdem, dass ein großer gemeinnütziger
Bestand die Preise am gesamten Markt bremst. Steigt der Anteil
gemeinnütziger Wohnungen um zehn Prozentpunkte, liegen private Mieten
im Durchschnitt um rund 0,30 Euro pro Quadratmeter niedriger. Wien
spielt hier in einer eigenen Liga: Rund 60 Prozent der Wiener*innen
leben im kommunalen oder geförderten Wohnbau. Die Stadt verwaltet
rund 220.000 Gemeindewohnungen, dazu kommen etwa 200.000 geförderte
Wohnungen. Laut einer Deloitte-Analyse lagen die Wiener
Bestandsmieten zuletzt bei durchschnittlich 10,80 Euro pro
Quadratmeter und damit deutlich unter dem Niveau vieler europäischer
Metropolen.

„Der soziale Wohnbau ist das Rückgrat unserer Stadt. Er schützt
nicht nur jene, die im Gemeindebau oder in einer
Genossenschaftswohnung leben, sondern zieht eine Preisbremse quer
durch den ganzen Markt. Davon profitieren auch alle, die privat
mieten. Das ist gelebte Solidarität, Ziegel für Ziegel gebaut. So
geht sozialdemokratische Wohnpolitik“ , erklärt Karner-Kremser.

Doppelte Rendite: Kaufkraft im Grätzl, Entlastung im Budget

Je nach Szenario beziffert das WIFO den positiven Effekt des
gemeinnützigen Wohnbaus auf das österreichische Bruttoinlandsprodukt
mit rund zwei Milliarden Euro pro Jahr, getragen vor allem von
höherer Kaufkraft. Besonders stark kommt der Mietvorteil bei
Haushalten mit niedrigeren Einkommen an. Gleichzeitig sinken die
notwendigen Ausgaben für Wohnbeihilfe und Sozialhilfe um rund 280
Millionen Euro jährlich.

„Wer leistbares Wohnen als reine Sozialausgabe abtut, hat die
Rechnung ohne das WIFO gemacht. Gemeinnütziger Wohnbau entlastet
zweimal: die Menschen direkt bei der Miete und die öffentlichen
Kassen, weil weniger Geld fließen muss, um überhöhte Marktmieten
abzufedern. Gerade jetzt, wo wir mit sozialem Augenmaß konsolidieren,
ist das ein unschlagbares Argument“ , unterstreicht Karner-Kremser.
Die Abgeordnete ergänzt: „Über 50.000 Arbeitsplätze hängen an der
heimischen Bauwirtschaft, und mehr als vier Milliarden Euro
Wertschöpfung entstehen jährlich durch den Wohnbau. Soziale
Sicherheit und wirtschaftliche Stärke sind in Wien zwei Seiten
derselben Medaille. Leistbares Wohnen ist Sozialpolitik und
Konjunkturmotor zugleich.“

Wien baut weiter

Die Stadt setzt ihren Kurs konsequent fort. Mit der
Wohnbauoffensive entstehen in acht Gebieten der Brigittenau,
Donaustadt, Liesing und Simmering mehr als 23.000 geförderte
Wohnungen für rund 45.000 Menschen. Beim Gemeindebau NEU wurde das
Ziel von 5.500 Wohnungen mit 5.700 übertroffen, bis 2030 kommen
weitere 1.500 hinzu.

„Die gemeinnützigen Bauvereinigungen haben recht: Jetzt ist der
richtige Zeitpunkt, das im Regierungsprogramm der Bundesregierung
vorgesehene WGG-Paket zu verhandeln und eine Offensive für den
gemeinnützigen Wohnbau zu starten. Wien zeigt seit über 100 Jahren,
was möglich ist, wenn die öffentliche Hand Verantwortung übernimmt,
statt das Feld dem Markt zu überlassen“ , so Taucher.

Gemeinsames Eigentum statt Ausverkauf

Mit Blick auf die für morgen angekündigte Pressekonferenz der
Wiener Volkspartei unter dem Titel „Weniger Stadt – Mehr Privat“
erinnert Taucher an die Privatisierung der Bundeswohnungen. 2004
verkaufte die Bundesregierung unter ÖVP-Kanzler Wolfgang Schüssel
rund 62.000 Bundeswohnungen, darunter Bestände der BUWOG. Der
damalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser wurde im März 2025
rechtskräftig zu vier Jahren Haft verurteilt. „Die WIFO-Zahlen
zeigen, was gemeinsames Eigentum und Daseinsvorsorge wert ist. Am
Beispiel BUWOG ist deutlich zu sehen, was passiert, wenn es
verscherbelt wird. Ihr Privatisierungsrezept hat die ÖVP gemeinsam
mit der FPÖ also schon einmal gekocht, serviert wurde damals ein
Korruptionsskandal. Familiensilber wird nur einmal verkauft, danach
muss vom Plastikteller gegessen werden. In Wien bleibt leistbarer
Wohnraum, was er ist: unser gemeinsames Zuhause, ein Versprechen der
Wiener Sozialdemokratie für leistbaren Wohnraum an die Wiener*inen
und kein Schnäppchen für Spekulant*innen“ , so Taucher.

Karner-Kremser abschließend: „Wir in Wien wissen, dass die
lebenswerteste Stadt der Welt das Werk vieler Hände ist und bauen
jeden Tag mit Herz und Hand weiter, damit sie auch in Zukunft
lebenswert ist. Unser Wien entsteht Wohnung um Wohnung, Grätzl um
Grätzl. Diese Studie gibt uns kräftigen Rückenwind, unseren Weg
weiterzugehen: für ein Zuhause, das sich alle leisten können.“ (
Schluss) sh