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Jugendliche von schwacher Konjunktur nach wie vor betroffen: AK ruft Landespolitik und AMS zum wirksamen Gegensteuern auf

Linz (OTS) – Als Folge der anhaltend schwachen Konjunktur steigt die
Arbeitslosigkeit in Österreich seit dem Frühsommer 2023 an. „Ein
guter Ausbildungsplatz ist das beste Fundament für einen
erfolgreichen Start in das Berufsleben, der sich über das gesamte
Arbeitsleben hinweg positiv auswirkt“ , betont AK-Präsident Andreas
Stangl. Hingegen ist bei Jugendlichen, die keine Lehrstelle bzw.
Beschäftigung finden, die Gefahr brüchiger Erwerbskarrieren und
wiederkehrender Arbeitslosigkeit in späteren Jahren sehr groß.
Landespolitik und AMS Oberösterreich müssen daher gegensteuern.

Betriebe, die einen hohen Fachkräftebedarf beklagen, sind
gefordert, nachhaltig in die Ausbildung junger Menschen zu
investieren. Handeln müssen aber auch die Landespolitik und das AMS.
Und zwar mit maßgeschneiderten Beratungs-, Unterstützungs- und
Ausbildungsangeboten, die sich an den Bedürfnissen der Jugendlichen
orientieren.

Zur Veranschaulichung: Ende August 2026 waren in Oberösterreich
9.451 junge Menschen unter 25 Jahre auf der Suche nach einem
Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz (1.136 lehrstellensuchend, 5.054
arbeitslos und 3.261 in einer AMS-Schulung). Das sind um 4,1 Prozent
mehr als vor einem Jahr. Gegenüber August 2023 hat sich die Zahl
sogar um mehr als 1.300 Jugendliche erhöht.

Den höchsten Anstieg an Jugendlichen ohne Beschäftigung innerhalb
eines Jahres verzeichnete der Bezirk Rohrbach (von 204 auf 273; +33,8
Prozent), gefolgt von Perg mit +17,5 Prozent (von 382 auf 449) und
Wels mit +15,6 Prozent (von 932 auf 1.077). Nur in fünf der 15
oberösterreichischen Bezirke ging deren Zahl leicht zurück, in allen
anderen erhöhte sie sich. Besonders auffällig: Die Zahl der
Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen, stieg in Oberösterreich
innerhalb eines Jahres um 10 Prozent auf 1.136. Im Bezirk Rohrbach
betrug der Anstieg der Lehrstellensuchenden sogar 262,5 Prozent (von
16 auf 58), gefolgt von Wels mit einem Anstieg von 53,3 Prozent (von
105 auf 161).

Lediglich in sechs von 15 Bezirken gibt es weniger
Lehrstellensuchende als im Vorjahr. Den größten Rückgang gab es im
Bezirk Gmunden mit -40,4 Prozent auf 28 Jugendliche. Entgegen dem OÖ-
Trend gehört Gmunden auch zu jenen Bezirken, in denen die Zahl der
beschäftigungslosen Jugendlichen leicht zurückgegangen ist (von 429
auf 424).

„Die mit unserem AK-Ausbildungsfonds geförderten Pilotprojekte
zeigen, welch großes Potenzial die Jugendlichen haben. Die
Landespolitik ist nun gemeinsam mit dem AMS gefordert, den jungen
Menschen passende arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zu bieten und
ihnen so eine Perspektive zu geben“ , so AK-Präsident Andreas Stangl,
für den die notwendige Aufstockung der Budgetmittel von AMS und Land
Oberösterreich für Jugendbeschäftigungsprojekte eine wichtige
Investition in die Zukunft ist. Mehr Engagement erwartet sich der AK-
Präsident auch von den Betrieben. Sie sollen mehr junge Menschen zu
Fachkräften ausbilden und auch Jugendlichen mit nicht so guten Noten
oder Jugendlichen mit gesundheitlichen Problemen eine Chance geben.