International Paramedics Day: Österreich bei Ausbildung von Sanitäter:innen Schlusslicht

Linz (OTS) – Der International Paramedics Day am 8. Juli würdigt
weltweit die
zentrale Rolle von Sanitäter:innen als unverzichtbare Leistungsträger
im Gesundheitswesen. Unter dem diesjährigen Motto „Innovate &
Integrate“ steht insbesondere ihre Fähigkeit im Fokus, sich an
steigende Anforderungen anzupassen und hochwertige Versorgung in
unterschiedlichsten Einsatzsettings zu gewährleisten. In Österreich
fehlen dafür jedoch vielfach die strukturellen Voraussetzungen.

Sanitäter:innen sind meist die Ersten vor Ort, gleichzeitig haben
sie hierzulande die mit Abstand kürzeste Ausbildung aller
Gesundheitsberufe. Bereits nach 260 Stunden Ausbildung (6,5 Wochen)
sind sie gesetzlich zur eigenverantwortlichen Versorgung
verpflichtet. Die höchste Qualifikationsstufe endet bei 980 Stunden (
rund einem Jahr Ausbildungszeit). In den meisten europäischen
Nachbarländern sind hingegen mehrjährige, oft höhere Ausbildungen
längst Standard.

Rund 80 Prozent der über 48.000 Sanitäter:innen in Österreich
arbeiten auf der niedrigsten Qualifikationsstufe. Steigende
Anforderungen im Einsatzalltag treffen damit auf ein
Ausbildungssystem, das vielfach nicht mehr dem Versorgungsbedarf
entspricht.

Die Folgen sind spürbar: Notärzt:innen übernehmen Aufgaben, die
international längst von höher qualifizierten Sanitäter:innen
erbracht werden. Das bindet knappe Ressourcen und erhöht das Risiko,
dass bei lebensbedrohlichen Notfällen kein Notarztmittel verfügbar
ist.

Der International Paramedics Day am Geburtstag des
Ambulanzpioniers Dominique-Jean Larrey macht jährlich auf genau
solche Herausforderungen aufmerksam: die Notwendigkeit moderner
Ausbildungsstandards, klarer Kompetenzprofile und nachhaltiger
Strukturen im Rettungsdienst. Österreich bleibt hier deutlich hinter
internationalen Entwicklungen zurück.

Seit über fünf Jahren setzt sich die Initiative Zukunft
Rettungsdienst (IZRD) für eine grundlegende Reform des
Sanitätergesetzes ein, um einerseits Freiwilligkeit und Zivildienst
zu erhalten und gleichzeitig die Professionalisierung und
Entwicklungsmöglichkeiten von Sanitäter:innen voranzutreiben.