Wachtberg (OTS) – Die aktuellen Erntezahlen klingen erfreulich. Sie
dürfen jedoch nicht
darüber hinwegtäuschen, dass die Zahl der Bienenvölker sinkt und der
Klimawandel die Imkerei vor zunehmende Herausforderungen stellt.
Mit 39,5 kg Honig pro Bienenvolk fällt die diesjährige Ernte in
Deutschland so gut aus wie selten zuvor. Sie übertrifft sogar das
bisherige Rekordjahr 2025. Vor allem im Norden und Osten Deutschlands
lagen die Erträge über dem bundesweiten Durchschnitt, allen voran in
den von Raps geprägten Regionen. In Mecklenburg-Vorpommern und
Schleswig-Holstein wurden im Frühjahr im Schnitt 28 kg Honig pro Volk
geerntet – in Baden-Württemberg waren es zehn Kilogramm weniger.
Diese regionalen Unterschiede wirken sich negativ auf die
Gesamtbilanz aus. Denn im Süden Deutschlands werden deutlich mehr
Bienenvölker gehalten als im Norden. Gleichzeitig geht die Zahl der
Bienenvölker seit einigen Jahren zurück.
Allerdings darf das gute Ernteergebnis nicht darüber
hinwegtäuschen, dass auch die Imkerei durch den Klimawandel vor
großen Herausforderungen steht. Ließ der ausgiebige Regen im Frühjahr
die Vegetation noch üppig sprießen, zeigte sich im Sommer ein anderes
Bild. Wo einst saftige Kleewiesen blühten, gab es vielerorts nur noch
staubige, braune Flächen. Mancherorts brach die Nektar- und
Pollenversorgung zusammen. Das erschwerte die Aufzucht der
Winterbienen und damit die Vorbereitung der Völker auf die
Winterzeit.
Darüber hinaus wird es für Imkerinnen und Imker zunehmend
schwieriger, Sortenhonige zu ernten, da sich die Blütezeiten
wichtiger Nektar- und Honigtauquellen immer häufiger überschneiden.
Da Honig ein reines Naturprodukt ist, hängt sein Geschmack vor allem
von den Pflanzenarten ab, die die Bienen befliegen.
Der Deutsche Imkerbund fordert daher die Politik auf, sich
vehementer gegen den Klimawandel einzusetzen. Dazu gehört auch ein
verstärkter Ausbau einer klimafreundlichen Energieerzeugung, etwa
durch Windkraft und Solarenergie.