Schönheit

Grüner Bericht: Einkommensplus im Jahr 2025, aber Dürre trübt Ausblick für Land- und Forstwirtschaft

Wien (PK) – Der Landwirtschaftsausschuss diskutiere heute die
Ergebnisse des
Grünen Berichts, der jährlich über die strukturelle und
wirtschaftliche Situation und Entwicklung der österreichischen Land-
und Forstwirtschaft informiert ( III-393 d.B. ). So kam es im Jahr
2025 zu einer kräftigen Einkommenssteigerung von 18 % gegenüber dem
Vorjahr. Positiv auf die Einkommenssituation der Betriebe wirkten
sich höhere Erträge und Fördermittel aus. Negative Auswirkungen
hatten niedrigere Erträge aus der Schweinehaltung sowie der
gestiegene Sachaufwand, vor allem für Futter- und Düngemittel.

Für das heurige Jahr zeichnet sich laut Landwirtschaftsminister
Norbert Totschnig aufgrund der anhaltenden Dürre und Trockenheit
sowie wegen der hohen Betriebsmittelkosten jedoch eine rückläufige
Einkommensentwicklung ab, weshalb man die 2025 erzielten Einkünfte
richtig einordnen müsse. Bei dem von der Bundesregierung
vorgestellten Dürrepaket handelt es sich laut Totschnig und den
Vertretern der ÖVP um kurzfristige Hilfen zur Abmilderung der
Schäden. Dieses ging der FPÖ nicht weit genug. Sie kritisierte, dass
die Betriebe auf einer Schadenssumme von 360 Mio. Ꞓ „sitzen bleiben“
würden. Für die Grünen handelt es sich bei der Dürre nicht um ein
Einmalereignis, sondern um die Auswirkungen des menschengemachten
Klimawandels.

Der Bericht wurde von ÖVP, SPÖ, NEOS und Grünen mehrheitlich zur
Kenntnis genommen. Auf Verlangen der ÖVP wurde er im Ausschuss nicht
enderledigt und wird somit bei einer kommenden Nationalratssitzung
auf der Tagesordnung stehen.

Einkünfte erhöhten sich 2025 um 18 %

Laut dem Grünen Bericht betrugen 2025 die Einkünfte aus Land- und
Forstwirtschaft durchschnittlich 47.102 Ꞓ je Betrieb, was eine
Einkommenssteigerung von 18 % gegenüber 2024 bedeutet. Was die
Einkünfte der Bergbauernbetriebe betrifft, so hat sich der
Einkommensabstand zu den Nichtbergbauern 2025 deutlich verringert. Im
Durchschnitt betrugen diese 43.643 Ꞓ pro Betrieb (+31 %). Ein
ähnliches Bild zeigt sich bei den Biobetrieben, deren Einkünfte 2025
um 27 % auf durchschnittlich 42.728 Ꞓ anstiegen.

Ausschlaggebend für positive Entwicklung im Jahr 2025 waren die
steigenden Einkünfte bei allen Betriebsformen, mit Ausnahme der
Veredelungs- und Marktfruchtbetriebe. So kam es etwa zu einem
deutlichen Ertragsanstieg in der Milchwirtschaft und Rinderhaltung
durch höhere Erzeugerpreise und Produktionsausweitungen. Den größten
Ertragsanstieg (+44 %) gab es 2025 in der Forstwirtschaft aufgrund
von vermehrtem Holzeinschlag und höheren Erzeugerpreisen. Mit einem
Plus von 31 % wiesen die Futterbaubetriebe den zweithöchsten
Einkommensanstieg auf. Zudem kam es zu gestiegenen öffentlichen
Geldern, vor allem aufgrund von erhöhten Zahlungen im Bereich des
Agrarumweltprogramms ÖPUL sowie durch neue geförderte Maßnahmen.
Negativ auf die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft wirkten sich
die niedrigeren Erträge aus der Schweinehaltung sowie der gestiegene
Sachaufwand vor allem für Futter- und Düngemittel aus, informiert der
Grüne Bericht 2026.

Totschnig: Einkommenssteigerung des Vorjahrs durch Dürreschäden
richtig einordnen

Man müsse die im vergangenen Jahr erzielte Einkommenssteigerung
von durchschnittlich 18 % durch die heurigen Dürreschäden richtig
einordnen, hielt Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig im
Ausschuss fest. So würden sich die Schäden bis Mitte August diesen
Jahres auf rund 1 Mrd. belaufen. Die Antwort seien einerseits
verlässliche Rahmenbedingungen im Rahmen der zukünftigen Periode der
Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), wobei es in den Verhandlungen noch
Lücken zu schließen gebe. Andererseits sei es durch das Dürrepaket
der Bundesregierung zu kurzfristiger Hilfe für die
landwirtschaftlichen Betriebe in der Höhe von 240 Mio. Ꞓ gekommen, so
Totschnig. Das betreffe etwa die Entlastung bei
Sozialversicherungsbeiträgen für zwei Monate, eine
Liquiditätsunterstützung durch Zinszuschüsse sowie einen Bonus von 10
% bei der Dürreversicherung. All dies diene dem Erhalt der heimischen
Lebensmittelversorgung.

Unterschiedliche Positionen zum Dürrepaket

Zum Dürrepaket hielt Norbert Totschnig in der Diskussion mit den
Abgeordneten gegenüber Peter Schmiedlechner (FPÖ) fest, dass die
Auswirkungen auf die Liquidität erst im nächsten Grünen Bericht
sichtbar würden. Es gehe bei dem Paket um eine kurzfristige und
dringende Unterstützung für die Landwirtschaft. Der FPÖ-
Landwirtschaftssprecher hatte kritisiert, dass die heimischen
Betriebe nach Abzug des Dürrepakets und der Auszahlungen der
Hagelversicherung auf einem Schaden von 360 Mio. Ꞓ an finanziellem
Schaden „sitzen bleiben“ würden. Trotz einer Steigerung von 18 %
befinde sich die Landwirtschaft auf dem Einkommensniveau des Jahres
2010, weshalb Schmiedlechner eine „Kehrtwende in der Agrarpolitik“
forderte. Sein Fraktionskollege Albert Royer zeigte sich zu den
Zinszuschüssen skeptisch. Diese würden das Liquiditätsproblem nur
verlagern.

Das sah Josef Hechenberger (ÖVP) anders. Beim Dürre-Hilfspaket
handle es sich um ein „wichtiges Signal“ für die heimischen Betriebe.
Der Einkommensanstieg im vergangenen Jahr sei zwar positiv, durch die
Preisanstiege und Dürresituation habe „die Freude aber nur kurz
gewährt“.

Für Lukas Hammer (Grüne) handelt es sich bei den Dürreschäden
nicht bloß um einen „unglücklichen Sommer“ im heurigen Jahr, sondern
um die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels. Da der
Landwirtschaftsminister auch für das Klima zuständig sei, hätte er
sich eine entsprechende Kommunikation erwartet, so der Grünen-
Mandatar. Neben dem Dürrepaket habe die Bundesregierung im
vergangenen Sommer auch ein Umwelt- und Klimapaket präsentiert,
antwortete der Minister. Zudem sei die Klimawandelanpassung im Rahmen
des Agrarumweltprogramms ÖPUL, im Bereich der Saatgutforschung oder
durch Investitionen in Bewässerung „am Laufen“.

Gestiegenes Agraraußenhandelsdefizit

Mehrere Abgeordnete, darunter Peter Schmiedlechner, Michael
Fürtbauer (beide FPÖ), Josef Hechenberger (ÖVP) sowie Christoph
Pramhofer (NEOS) meldeten sich zu den Ursachen für das gestiegene
Agraraußenhandelsdefizit zu Wort. Trotz einer Exportsteigerung sei
das Agrarhandelsdefizit aufgrund höherer Importe auf 2,6 Mrd. Ꞓ
gestiegen, so der Landwirtschaftsminister. Um dem entgegen zu wirken
gelte es, auf bessere Wettbewerbsbedingungen, etwa für Obst und
Gemüse, sowie auf Produktdiversifizierung und -innovation zu setzen.
Eine positive Entwicklung habe es bei Getränken, Milch- und
Molkereierzeugnissen sowie bei Fleisch und Fleischwaren gegeben.

Maximilian Linder (FPÖ) fragte, ob es durch das Mercosur-Abkommen
negative Auswirkungen auf den Agraraußenhandel gibt. Das konnte
Totschnig nicht feststellen. So exportiere Österreich etwa doppelt so
viel Rindfleisch wie es importiere. Auch die EU als Ganzes sei ein
Nettoexporteur von Rindfleisch. Durch die Mercosur-Auflagen komme es
zudem aktuell zu einem Importstopp für mit Antibiotika belastetes
südamerikanisches Rindfleisch.

Weitere Themen: Bio-Anteil, GAP-Verhandlungen, fehlende
Pestizidstatistik und Bürokratieabbau

Sowohl Elisabeth Feichtinger (SPÖ) als auch der Ressortchef
zeigten sich über die Einkommenssteigerungen von 27 % im Bereich der
biologischen Landwirtschaft erfreut. Diese würde aber immer noch
durchschnittlich 9 % weniger verdienen, gab Totschnig zu bedenken.
Ein weiterer Anstieg sei vor allem durch die Steigerung des Bio-
Marktanteils zu erzielen.

ÖFP-Abgeordneter Johannes Schmuckenschlager fragte nach den
Gründen für die Rückgänge bei den Marktfrucht- und
Veredelungsbetrieben. Totschnig ortete dabei etwa einen steigenden
Bedarf und damit notwendige Maßnahmen zur Klimawandelanpassung sowie
höhere Auflagen in diesem Bereich. Entscheidend sei das Forcieren des
Themas Bildung und Diversifizierung um für die geänderten
Rahmenbedingungen gerüstet zu sein.

Zu den laufenden EU-Verhandlungen über den kommenden Mehrjährigen
Finanzrahmen für die Jahre 2028-2034 hielt Totschnig gegenüber Albert
Royer (FPÖ) fest, dass die österreichische Position weiterhin eine
GAP-Finanzierung innerhalb einer eigenständigen Säule für die
Landwirtschaft sei. Der Minister ging von einer Einigung Anfang 2027
aus.

Sowohl Olga Voglauer als auch Lukas Hammer (beide Grüne)
kritisierten, dass keine aussagekräftige Pestizidstatistik nach
Wirkstoffen im Grünen Bericht zu finden sei. Dasselbe gelte für TFA-
Wirkstoffe – sogenannte Ewigkeitschemikalien -, obwohl diese als
größte Belastung des Grundwassers gelten würden. Die konkret in
Verkehr gebrachten Mengen an Pflanzenschutzmitteln – inklusive TFA-
Wirkstoffe – würden ab der kommenden Woche auf der Homepage der
Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) abrufbar und
im nächstjährigen Grünen Bericht nachzulesen sein, informierte der
Landwirtschaftsminister. Zu TFA erwarte er zudem einen
Beschränkungsvorschlag von Seiten der EU Ende dieses Jahres.

Entscheidend für den Bürokratieabbau in der Landwirtschaft sei
das Once-Only-Prinzip, damit etwa Daten nicht mehr mehrfach gemeldet
werden müssten, erfuhr Christoph Pramhofer (NEOS) von Totschnig. Eine
Studie zeige, dass überbordende Bürokratie Innovationen in der
Landwirtschaft hemme, Zeit koste und demotivierend wirke. So gehe es
etwa um mehr Praxistauglichkeit bei den Aufzeichnungen zum
Agrarumweltprogramm ÖPUL.

Man beobachte die Situation des Milchmarkts genau, betonte der
Landwirtschaftsminister gegenüber Petra Tanzler (SPÖ). Die Mandatarin
hatte sich besorgt gezeigt über die zunehmende Marktkonzentration
durch die Dominanz einiger weniger Betriebe. Für die Milchbetriebe
zähle der zu erzielende Milchpreis, der auch von der Vermarktung der
Molkereien abhänge. Eine große Herausforderung sei dabei die
Marktmacht im Lebensmitteleinzelhandel sowie die Konkurrenz von
anderen Ländern mit weniger hohen Standards.

„Starke Bäuerinnen bedeuten starke Höfe und ländliche Regionen“,
so Totschnig zu Bettina Zopf (ÖVP). Diese seien mit einem Anteil von
36 % an Betriebsführerinnen eine „tragende Säule der Landwirtschaft“.
(Schluss Landwirtschaftsausschuss) med