Wien (OTS) – „Wenn das Hissen der österreichischen Fahne am Bozner
Waltherplatz
zum Behördenproblem wird und traditionelle Ehrensalven kurzfristig
eingeschränkt werden sollen, ist eine klare Antwort aus Wien
überfällig. Südtirols Verbundenheit mit Österreich ist keine
genehmigungspflichtige Gesinnung!“, reagierte der freiheitliche
Südtirolsprecher NAbg. Christofer Ranzmaier auf die von
Landeskommandant Christoph Schmid geschilderten behördlichen
Hindernisse im Vorfeld des Großen Österreichischen Zapfenstreichs am
25. Oktober auf dem Bozner Waltherplatz. „Dieses herabwürdigende
Behördentheater ist inakzeptabel. Wer friedlich seine
Heimatverbundenheit zum Ausdruck bringt, verdient Respekt!“
„Bereits rund um die Olympischen Winterspiele mussten wir erleben,
welche Aufregung das schlichte Bekenntnis zur historischen Wahrheit
und zur Identität Südtirols bei Italiens Offiziellen auslöst. Die
damalige Aktion ‚Grüß Gott in Tirol‘ hieß Gäste willkommen und machte
unsere gemeinsame Heimat sichtbar. Ein ‚TIROL‘-Schriftzug auf einer
privaten Wiese in Vintl brachte einer Bäuerin sogar eine
Verwaltungsstrafe ein – unter Berufung auf die
Straßenverkehrsordnung. Die rechtliche Beurteilung ist Sache des
Gerichts. Politisch ist für mich klar: Tiroler Heimatbewusstsein und
nun auch die Verbundenheit zur Republik Österreich als Vaterland der
deutsch- und ladinischsprachigen Volksgruppe im Tiroler Süden darf
nicht unter Generalverdacht geraten“, betonte Ranzmaier.
Politische Mitverantwortung sieht der freiheitliche Südtirolsprecher
auch bei der SVP: „Die SVP muss offenlegen, welche konkreten Schritte
sie gegenüber den zuständigen Stellen gesetzt hat und warum solche
Schikanen trotz ihrer jahrzehntelangen Regierungsverantwortung immer
wieder möglich sind. Wer die Interessen der Heimat vertreten will,
muss gegenüber Rom auch Konflikte austragen. Einzelne kritische
Wortmeldungen reichen nicht, wenn die politische Konsequenz
ausbleibt. Südtirol braucht eine Führung mit Rückgrat, die derartige
Provokationen durch italienische Behörden nicht einfach zur Kenntnis
nimmt!“
„Eine österreichische Fahne und gelebtes Tiroler Brauchtum müssen in
Südtirol selbstverständlich Platz haben. Unsere Verbundenheit endet
nicht am Brenner. Wer die Autonomie ernst nimmt, muss auch die
Identität respektieren, deren Schutz ihr wesentlicher Auftrag ist.
Unsere Geschichte und unsere kulturelle Zugehörigkeit stehen nicht
zur Disposition italienischer Amtsstuben“, stellte Ranzmaier klar.
Dem Südtiroler Schützenbund gratuliert Ranzmaier ausdrücklich zur
gelungenen Veranstaltung: „Dieser erste Große Österreichische
Zapfenstreich in Bozen hat mir wirklich Gänsehaut beschert. Die
Musik, die Gestaltung und das gemeinsame Bekenntnis zu Tirol und
Österreich waren zutiefst bewegend. Mein herzlicher Dank gilt
Landeskommandant Christoph Schmid, Bundesgeschäftsführer Egon Zemmer,
allen Schützen und Marketenderinnen, den Musikanten und allen, die an
dieser würdevollen Feier beteiligt waren. Ihr habt einen würdigen
Festakt geschaffen und eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig unsere
Verbundenheit trotz Unrechtsgrenze am Brenner ist.“
„Ich werde zu den geschilderten Vorgängen jedenfalls eine
parlamentarische Anfrage an die österreichische NEOS-Außenministerin
Meinl-Reisinger einbringen. Sie muss bei den zuständigen
italienischen Stellen klären lassen, auf welcher Grundlage das Hissen
der österreichischen Fahne zum Behördenproblem wurde und die
traditionellen Ehrensalven eingeschränkt werden sollten. Österreich
trägt für Südtirol eine besondere historische und politische
Verantwortung. Unsere Schutzfunktion darf keine Sonntagsformel sein.
Sie muss sich gerade dann bewähren, wenn das Eintreten für Südtirol
unbequem wird“, so Ranzmaier abschließend.