Wien (OTS) – „Die tatsächlichen Kosten für unsere Stromnetze steigen
Jahr für Jahr
weiter an. Anstatt diese Kostenexplosion endlich in den Griff zu
bekommen, greift ÖVP-Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer auf
vorhandene Rücklagen zurück, um die steigenden Belastungen auf den
Stromrechnungen vorübergehend zu kaschieren. Dafür lässt er sich
heute auch noch als großer Strompreisretter feiern. Dabei beträgt die
angekündigte Entlastung gerade einmal 24 Euro im Jahr! Das ist keine
nachhaltige Netzkostensenkung, sondern eine billige Werbenummer“,
kritisierte heute FPÖ-Energiesprecher NAbg. Paul Hammerl.
„Die Zahlen der E-Control sprechen eine eindeutige Sprache: Die
jährlich über die Netzentgelte zu finanzierenden Stromnetzkosten sind
von rund 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf drei Milliarden Euro im
Jahr 2025 gestiegen. Auch 2026 sind die Kosten weiter gewachsen. ÖVP,
SPÖ und NEOS senken also nicht die tatsächlichen Netzkosten, sondern
verwenden bestehende Rücklagen, damit die Kunden die
Kostensteigerungen vorerst nicht in voller Höhe zu spüren bekommen.
Die Kosten sind deshalb nicht verschwunden und wenn die Rücklagen
aufgebraucht sind, stehen die Stromkunden erneut vor der Rechnung“,
warnte Hammerl.
Wie wenig das groß angekündigte Billigstromgesetz gegen steigende
Stromkosten ausrichte, zeige sich auch bei den dynamischen
Stromtarifen: „Hattmannsdorfer hat den Menschen bis zu 300 Euro
Ersparnis im Jahr versprochen. Rund 60.000 Kunden nutzen mittlerweile
solche Tarife. Doch laut Österreichischer Energieagentur haben sich
die Strompreise für November gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt.
Bei dynamischen Tarifen wird dieser massive Preisanstieg unmittelbar
an die Kunden weitergegeben. Damit wird aus dem versprochenen
Ersparnis sofort eine teure Mehrbelastung. Hattmannsdorfer hat die
Einsparungen groß beworben und den Schaden tragen die Bürger, die
dieser Regierung noch geglaubt haben.“
„Die Regierung muss endlich aufhören, steigende Kosten durch das
Aufbrauchen vorhandener Rücklagen schönzurechnen. Österreich braucht
eine tatsächliche Reform der Energiepolitik, um dauerhaft leistbare
Stromkosten sicherzustellen. Dazu gehört auch die Abschaffung des
europäischen CO2-Emissionshandels, damit die hohen CO2-Kosten nicht
länger unsere Strompreise verteuern. Wer immer höhere Netzkosten mit
beschränkt vorhandenen Rücklagen kaschiert und das anschließend als
Erfolg seines Billigstromgesetzes verkauft, hat das eigentliche
Problem weder verstanden noch gelöst, sondern nur dessen Auswirkungen
vorübergehend verdeckt“, stellte Hammerl klar.