Wien (OTS) – Forschung ist eine Investition in Zukunft,
Wettbewerbsfähigkeit und
Resilienz. Anlässlich der Technology Talks Austria 2026 rückt
Forschung Austria die Bedeutung der Research and Technology
Organisations, kurz RTOs, in den Mittelpunkt. Als außeruniversitäre,
anwendungsorientierte Forschungs- und Technologieorganisationen
verbinden sie wissenschaftliche Exzellenz mit industrieller Praxis.
Gemeinsam mit Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und anderen
Wissenschaftsorganisationen und Universitäten tragen sie dazu bei,
Forschungsergebnisse in Anwendungen zu überführen,
Innovationsökosysteme weiterzuentwickeln und Unternehmen bei der
technologischen Transformation zu begleiten. Dabei sind
Innovationsökosysteme europäisch, viele Partnerschaften aus
Wissenschaft und Wirtschaft sind europäisch.
„Forschung ist eine Investition in die Zukunftsfähigkeit unseres
Landes. RTOs tragen dazu bei, dass daraus konkrete technologische,
wirtschaftliche und gesellschaftliche Lösungen entstehen. Sie
verbinden Spitzenforschung mit industrieller Praxis, entwickeln
gemeinsam mit ihren Partnerinnen und Partner Innovationsökosysteme
weiter und begleiten Unternehmen bei der Transformation. Damit
leisten sie einen wichtigen Beitrag für ein wettbewerbsfähiges
Österreich und ein technologisch handlungsfähiges Europa“, sagt
Brigitte Bach, Präsidentin von Forschung Austria.
Zwtl.: Forschung ist eine Zukunftsinvestition mit hoher Hebelwirkung
Investitionen in Forschung zählen aus Sicht von Forschung Austria
zu den produktivsten öffentlichen Ausgaben. Sie schaffen neues
Wissen, technologische Fähigkeiten und hoch qualifizierte
Arbeitsplätze. Sie stärken Unternehmen, sichern industrielle
Wertschöpfung und schaffen die Voraussetzungen, um gesellschaftliche
Herausforderungen mit neuen Lösungen zu bewältigen.
Je nach Studie und untersuchter Wirkungsdimension weisen
europäische Wirkungsanalysen Hebel in einer Größenordnung von etwa
eins zu fünf bis eins zu sechs aus. Die jeweiligen Berechnungen sind
aufgrund unterschiedlicher Methoden und Betrachtungszeiträume nicht
unmittelbar miteinander vergleichbar. Sie zeigen jedoch
übereinstimmend, dass Forschungsinvestitionen weit über die
unmittelbare Förderung hinaus wirtschaftliche, gesellschaftliche und
beschäftigungspolitische Wirkungen entfalten.
Auf regionaler Ebene können die Effekte zusätzlich deutlich höher
ausfallen. RTOs schaffen hochwertige Beschäftigung, arbeiten mit
regionalen Unternehmen und Zulieferern zusammen, ziehen Talente an
und stärken durch Forschungsinfrastrukturen, Kooperationen und
Ausgründungen die technologische Spezialisierung von Regionen.
Forschung braucht dafür verlässliche und langfristige
Rahmenbedingungen. Wer heute in Kompetenzen, Infrastruktur und
Talente investiert, schafft die Grundlage für die Produkte,
Dienstleistungen, Unternehmen und Wertschöpfung von morgen.
Forschungsfinanzierung ist daher nicht nur eine budgetäre Ausgabe,
sondern eine strategische Investition in die Zukunftsfähigkeit des
Standorts.
Zwtl.: RTOs sind wichtige Knoten in Innovationsökosystemen
RTOs sind nicht nur Teil des Forschungs- und Innovationssystems.
Sie sind wichtige Netzwerkknoten und entwickeln Innovationsökosysteme
gemeinsam mit ihren Partnern weiter. Sie bringen Universitäten und
Grundlagenforschung, Unternehmen und Start-ups, öffentliche
Einrichtungen, Förderstellen sowie nationale und internationale
Partner zusammen.
Eine besondere Stärke liegt in der kontinuierlichen Nähe zur
Wirtschaft. RTOs stehen laufend im Austausch mit Unternehmen und
Branchen. Dadurch können sie frühzeitig erkennen, welche
technologischen Bedarfe entstehen, wie sich Anforderungen verändern
und welche Kompetenzen, Infrastrukturen oder Kooperationen für die
nächsten Entwicklungsschritte benötigt werden.
International wettbewerbsfähige Unternehmen und exzellente
Forschung bedingen und stärken einander. Unternehmen bringen konkrete
Herausforderungen, Marktkenntnis und industrielle Erfahrung ein.
Forschungseinrichtungen steuern wissenschaftliche Kompetenz, neue
technologische Ansätze und spezialisierte Infrastrukturen bei. RTOs
unterstützen dabei, diese unterschiedlichen Perspektiven miteinander
zu verbinden.
„RTOs verbinden, begleiten und ermöglichen Innovation. Wir stehen
im kontinuierlichen Austausch mit Unternehmen, erkennen frühzeitig,
wohin sich technologische Bedarfe entwickeln, und bringen die
erforderlichen Kompetenzen und Partner zusammen. So führen
Forschungsfragen zu neuen Technologien und aus technologischen
Möglichkeiten entstehen konkrete Anwendungen“, sagt Heinz Mayer,
Vizepräsident von Forschung Austria.
Zwtl.: Von der Forschung in die Anwendung
Die besondere Stärke der RTOs liegt an den entscheidenden
Übergängen zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und praktischer
Anwendung. Gemeinsam mit Universitäten, Unternehmen, öffentlichen
Einrichtungen und weiteren Partnern bringen sie technologische
Kompetenz, spezialisierte Infrastruktur und ein Verständnis für
konkrete wirtschaftliche und gesellschaftliche Anforderungen
zusammen.
Zwischen einem Forschungsergebnis und einer erfolgreichen
Anwendung liegen zahlreiche Entwicklungsschritte. Technologien müssen
weiterentwickelt, getestet, demonstriert, validiert und unter realen
Bedingungen erprobt werden. Auch Normung und Standardisierung sind
wichtige Voraussetzungen dafür, dass neue Lösungen sicher,
interoperabel und breit einsetzbar werden können.
RTOs bringen in diese Prozesse – je nach Technologiefeld und
Vorhaben – Forschungs- und Entwicklungskompetenz, Test- und
Demonstrationsumgebungen, Pilotanlagen sowie Beiträge zu Validierung,
Normung und Standardisierung ein. Gerade kleinere und mittlere
Unternehmen können entsprechende Kompetenzen und Infrastrukturen
häufig nicht vollständig selbst vorhalten. Die Zusammenarbeit mit
RTOs eröffnet ihnen Zugang zu Technologien, Fachwissen,
Partnernetzwerken und spezialisierten Anlagen. Dadurch können
technische Risiken frühzeitig erkannt und neue Lösungen schrittweise
an die Anwendung herangeführt werden.
Wie vielfältig die Wege von der Forschung in die Anwendung sein
können, zeigen Kooperationsvorhaben wie die österreichweit und
europäisch eingebettete AI Factory Austria AI:AT, Forschungs- und
Infrastrukturinitiativen im Bereich der Quantentechnologien oder
technologieintensive Ausgründungen. Sie stehen beispielhaft für
unterschiedliche Modelle – von gemeinsamer Infrastruktur und
langfristiger Forschungskooperation bis zur Entwicklung neuer
unternehmerischer Perspektiven.
Kennzeichnend ist jeweils das Zusammenspiel zahlreicher
Beteiligter aus universitärer und außeruniversitärer Forschung,
Wirtschaft, öffentlicher Hand und europäischen Netzwerken. RTOs
bringen darin abhängig vom jeweiligen Vorhaben unterschiedliche
Kompetenzen ein. Sie begleiten technologische Entwicklungen, ohne die
Leistungen breiter Konsortien oder einzelner Partner für sich zu
beanspruchen.
Zwtl.: Industriestrategie: Fokus schafft Orientierung
Forschung Austria begrüßt die Industriestrategie Österreich 2035
und deren klare Schwerpunktsetzung. Der Fokus auf neun
Schlüsseltechnologien und Stärkefelder schafft Orientierung und setzt
dort an, wo Österreich bereits über besondere Kompetenzen verfügt
oder aussichtsreiche Entwicklungspotenziale besitzt.
Damit aus technologischen Schwerpunkten langfristige
wirtschaftliche und gesellschaftliche Stärke entsteht, braucht es
einen abgestimmten Policy-Mix. Dazu gehören eine verlässliche
Forschungsfinanzierung, leistungsfähige Forschungs- und
Technologieinfrastrukturen, geeignete Förder- und
Finanzierungsinstrumente, Fachkräfteentwicklung und Qualifizierung,
innovationsorientierte öffentliche Beschaffung sowie
Rahmenbedingungen für Normung, Standardisierung und Skalierung.
Ebenso entscheidend ist die Verbindung von Forschungs-,
Technologie-, Industrie-, Bildungs- und Standortpolitik. Einzelne
Maßnahmen können ihre Wirkung nur dann vollständig entfalten, wenn
sie aufeinander abgestimmt sind und von der Forschung über die
technologische Entwicklung bis zur Anwendung und industriellen
Umsetzung reichen.
RTOs sind dabei wichtige Umsetzungspartner und Wegbegleiter. Sie
verbinden technologische Kompetenz und spezialisierte Infrastruktur
mit Industriekontakten, Kenntnissen konkreter Anwendungsfelder und
europäischen Netzwerken.
„Die Schwerpunktsetzung auf neun Schlüsseltechnologien ist
richtig und wichtig. Entscheidend ist nun, dass die unterschiedlichen
Instrumente ineinandergreifen. Forschungs-, Technologie-, Industrie-
und Bildungspolitik müssen zusammenspielen. RTOs sind dabei wichtige
Umsetzungspartner, weil sie Kompetenzen, Infrastrukturen,
Wirtschaftskontakte und europäische Netzwerke miteinander verbinden“,
so Bach.
Zwtl.: RTOs schaffen Verbindungen nach Europa
Für Österreich ist die europäische Dimension von besonderer
Bedeutung. Viele Schlüsseltechnologien lassen sich nur in größeren
Partnerschaften, mit gemeinsamen Infrastrukturen und ausreichender
kritischer Masse entwickeln. Das gilt insbesondere für
Forschungsfelder, in denen hohe Investitionen, spezialisierte Anlagen
und langfristige Kooperationen erforderlich sind.
Österreich ist im Bereich der angewandten Forschung erfolgreich
in europäische Programme eingebunden. Kollaborative Forschungs- und
Innovationsvorhaben ermöglichen es heimischen Unternehmen und
Forschungseinrichtungen, Kompetenzen zu bündeln, Zugang zu
europäischen Infrastrukturen zu erhalten und gemeinsame
technologische Lösungen zu entwickeln.
RTOs unterstützen österreichische Unternehmen – insbesondere auch
kleine und mittlere Unternehmen – dabei, Zugang zu europäischen
Forschungs- und Innovationsökosystemen zu finden. Sie können
geeignete Programme identifizieren, Partner zusammenbringen, am
Aufbau von Konsortien mitwirken und abhängig vom jeweiligen Vorhaben
Forschungs-, Entwicklungs- oder Koordinationsaufgaben übernehmen.
Damit tragen sie dazu bei, europäisches Wissen, Partnerschaften und
Forschungs- und Innovationsmittel für den österreichischen Standort
nutzbar zu machen.
„RTOs schaffen Verbindungen nach Brüssel und in europäische
Innovationsnetzwerke. Sie unterstützen österreichische Unternehmen
dabei, Teil von Konsortien und technologischen
Wertschöpfungsnetzwerken zu werden. Gleichzeitig bringen sie Wissen,
Partnerschaften und neue Kooperationsmöglichkeiten nach Österreich.
Technologische Handlungsfähigkeit entsteht heute in vielen Bereichen
im europäischen Zusammenspiel“, betont Mayer.
Europäische Initiativen – vom Chips Act über gemeinsame Vorhaben
in Künstlicher Intelligenz und Quantentechnologien bis zu Europe’s
Rail und den Important Projects of Common European Interest, den
IPCEI – zeigen, wie eng Forschung, Infrastruktur, industrielle
Umsetzung und öffentliche Strategie miteinander verbunden sind.
Dazu Forschung Austria Präsidentin Brigitte Bach: „In diesem
Herbst laufen die Verhandlungen zum MFF (Mehrjähriger Finanzplan) und
parallel werden bis Ende 2027 Governance und inhaltliche
Ausgestaltung des 10. Europäischen Forschungsrahmenprogramms und des
Europäischen Competitiveness Fund festgelegt. Trotz Budgetknappheit
ist es von größter Bedeutung für den Standort Europa und Österreich,
dass gerade in den Bereich Forschung und Technologieentwicklung
verstärkt investiert wird!“
Solche Vorhaben sind Gemeinschaftsleistungen. Unternehmen,
Universitäten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, öffentliche
Institutionen und weitere Partner bringen unterschiedliche
Kompetenzen ein. RTOs beteiligen sich an diesen Verbünden als
Forschungs-, Technologie- und Umsetzungspartner und tragen dazu bei,
österreichische Stärken in europäische Kooperationen einzubringen.
Forschung Austria setzt sich dafür ein, diese Beiträge sichtbarer
zu machen und das Bewusstsein für die strategische Bedeutung der
angewandten Forschung zu stärken. Starke RTOs sind ein wesentlicher
Bestandteil leistungsfähiger Innovationsökosysteme und tragen
gemeinsam mit ihren Partnern dazu bei, Österreichs
Wettbewerbsfähigkeit, technologische Handlungsfähigkeit und
Zukunftsfähigkeit zu sichern.
Zwtl.: Über Forschung Austria
Forschung Austria ist der gesamtösterreichische Dachverband der
außeruniversitären, anwendungsorientierten Forschung. Der
gemeinnützige Verband bündelt die gemeinsamen Interessen seiner
Mitgliedsorganisationen und setzt sich für die Sichtbarkeit,
Vernetzung und geeignete Rahmenbedingungen der angewandten Forschung
in Österreich und Europa ein.