Lochen (OTS) – Als Johanna Stadler, die Geschäftsführerin des
Tierschutzhofs
Pfotenhilfe, am vergangenen Wochenende von der Arbeit nach Hause
fuhr, saß nach wenigen Kilometern plötzlich ein Babykätzchen vor ihr
am Straßenrand. Sie stieg aus, sah keine anderen Babys und auch keine
Mutter weit und breit und stellte entsetzt fest, dass das Kätzchen
vom Katzenschnupfen bereits vollkommen zerstörte Augen hat. „Das arme
Baby, das wir Kitty genannt haben, ist leider völlig blind! Es wäre
sicher überfahren worden, wenn ich es nicht durch Zufall gesehen
hätte. Unser Tierarzt hat die Augen gereinigt und medikamentös
versorgt, aber die sind nicht mehr zu retten. Kitty wird für immer
blind bleiben“, sagt Stadler. „Wer vernachlässigt seine Tiere so
lange, dass es so weit kommen kann?“
Kastrationspflicht sollte Nachwuchs verhindern
Auch nach über 20 Jahren Bundestierschutzgesetz mit
Katzenkastrationspflicht werden die Notfälle nicht weniger, weil sie
nach wie vor so gut wie nicht kontrolliert wird. „Dieses Jahr ist
leider extrem“, so Stadler. „Wir werden regelrecht mit Kätzchen
überhäuft und haben seit dem Frühling so viele Katzenbabys mit dem
Flascherl aufgezogen, wie noch nie. Zur Spitzenzeit waren es 22
gleichzeitig. Wenn wir das letzte Kätzchen fertig gefüttert hatten,
schrie das erste schon wieder nach Nachschub! An Schlaf ist da kaum
zu denken.“
Trio macht besonders Sorgen
Besondere Sorgen bereiten Stadler dieser Tage auch die
Waisenkätzchen Uschi, Carlo und Marcello. Ihre Mutter wurde vergiftet
und konnte sich nicht lange genug um ihre Kinder kümmern. Sie waren
gerade einmal ein paar Tage alt, als diese starb. Glücklicherweise
konnte das Trio gefunden und zur Pfotenhilfe gebracht werden. Die
drei kleinen Helden mussten sofort zum Tierarzt, der sie gegen ihren
Durchfall und Schnupfen behandelte, damit sie gesund aufwachsen
können.
„Wir beherbergen derzeit auch einige Fundkatzen, die kurz vor der
Geburt stehen“, sagt Stadler. „Sie dürfen bei uns in Ruhe und
Frieden ihre Babys zur Welt bringen, nachdem sie trotz ihrer prekären
Lage zuvor ausgesetzt wurden. Und leider gibt es auch 2026 immer noch
Menschen, die ihre Katzen nicht kastrieren lassen und es vorziehen,
den ungewollten Nachwuchs samt Mutter bei uns abzugeben, aber
wenigstens nicht erschlagen, wie es erschreckenderweise teils immer
noch gemacht wird, obwohl darauf bis zu zwei Jahre Gefängnis stehen!“
Auch weitere Katzenbabys, deren Mutter überfahren wurde und andere,
die kürzlich ausgesetzt im Wald gefunden wurden, wurden gerettet und
am Tierschutzhof versorgt. So wie die vielen Kätzchen, die am
Straßenrand oder auf Feldern oder bei Müllinseln und auf Parkplätzen
ausgesetzt wurden. Auf www.pfotenhilfe.at kann man die aufwendige
Arbeit der Pfotenhilfe mit Spenden unterstützen.
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