Wien (OTS) – Die aktuelle Diskussion rund um den elektronischen
Eltern-Kind-Pass (
eEKP) rückt die Rolle verschiedener Berufsgruppen in der
Schwangerenvorsorge in den Fokus. Als größte Ausbildungsstätte für
Hebammen in Österreich – verantwortlich für zwei Drittel aller
Absolvent*innen des Landes – bringt die Hochschule Campus Wien ihre
fachliche Perspektive ein und weist auf die hohe Qualität sowie das
Potenzial der akademischen Hebammenausbildung hin.
Zwtl.: Hohe Akzeptanz und klar definierte Kompetenzen
Die jüngste IMAS-Umfrage zeigt das große Vertrauen der
Bevölkerung in Hebammen: Mehr als die Hälfte der Befragten sieht
diese als ideale Ansprechpartner*innen für die Durchführung von
Schwangerenvorsorge, also Eltern-Kind-Pass-Untersuchungen. Bei der
Betreuung der Geburt und der Nachbetreuung im Wochenbett liegt die
Zustimmung noch höher. Die Ausbildung zur Hebamme fokussiert diese
drei Bereiche gleichermaßen: Hebammen verfügen über spezialisierte
Kompetenzen entlang des gesamten Betreuungsprozesses – von der
Schwangerschaft über die Geburt bis in das Wochenbett und die
Betreuung von Müttern, deren Neugeborener und Säuglingen im ganzen
ersten Lebensjahr. Der aktuelle Verordnungsentwurf zum eEKP sieht
jedoch vor, dass Vorsorgeuntersuchungen primär durch gynäkologische
Fachärzt*innen erfolgen, während die Betreuung im klinischen
Wochenbett häufig durch Pflegefachkräfte übernommen wird, die auch in
anderen Bereichen des Gesundheitssystems dringend benötigt werden.
Zwtl.: Hochwertige Ausbildung als Grundlage qualitätsvoller
Versorgung
„Wir bilden unsere Studierenden auf höchstem akademischen und
medizinischen Niveau genau dafür aus, auch die Schwangerschaft und
das frühe und späte Wochenbett eigenverantwortlich, sicher und
umfassend zu betreuen, zu überwachen und zu begleiten“, erklärt Heike
Polleit, Studiengangsleiterin Bachelorstudium Hebammen an der
Hochschule Campus Wien. „Die Ausbildung legt größten Wert auf
evidenzbasierte Praxis sowie auf das frühzeitige Erkennen von Risiken
und die Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen.“ Hebammen
wissen sehr genau, wann eine Schwangerschaft rein physiologisch –
also „normal“ – verläuft und wann die Expertise von Fachärzt*innen
unverzichtbar ist.
Im aktuellen Diskurs wird auch über die Ausgestaltung der
Vorsorge im Eltern-Kind-Pass – den sogenannten „Eltern-Kind-Pass-
Untersuchungen“ gesprochen: „Eine stärkere Einbindung der Hebammen
würde maßgeblich dazu beitragen, bestehende Angebote sinnvoll zu
ergänzen und die Versorgung weiterzuentwickeln“, so Polleit. Modelle,
die verschiedene Kompetenzen miteinander verbinden, finden sich auch
in internationalen Best Practices, wie der Blick ins europäische
Ausland, zum Beispiel nach Deutschland, Großbritannien oder
Skandinavien zeigt, und sind bereits jetzt Teil einer zeitgemäßen
Ausbildung in Österreich.
Zwtl.: Ressourcen gezielt einsetzen
Vor dem Hintergrund des steigenden Fachkräftebedarfs im
Gesundheitswesen gewinnt ein effizienter Einsatz vorhandener
Kompetenzen zunehmend an Bedeutung. Absolvent*innen des
Hebammenstudiums sind darauf vorbereitet, Familien in den
unterschiedlichen Phasen umfassend zu betreuen und könnten – bei
entsprechend struktureller Einbindung – damit einen wichtigen Beitrag
zur Entlastung des Systems zu leisten – sowohl im niedergelassenen
Bereich als auch im klinischen Umfeld. Gerade im stationären Bereich
kann eine neu angepasste Aufgabenverteilung dazu beitragen,
vorhandene Ressourcen optimal zu nutzen: „Wir graduieren aktuell
jährlich 60 Hebammen, die gemäß ihren Kompetenzen im gesamten
Spektrum der Hebammenarbeit von Schwangerschaft bis Wochenbett
klinisch und außerklinisch sofort eingesetzt werden könnten.“
Zwtl.: Evidenzbasierte Kooperation stärken
Aus gesundheitswissenschaftlicher Sicht gilt eine durchgängige
Betreuung als wichtiger Faktor für positive Gesundheitsergebnisse von
Mutter und Kind. Gleichzeitig zeigt sich im österreichischen
Versorgungssystem aktuell eine Aufteilung entlang geteilter
Zuständigkeit: Die Vorsorge ist fachärztlich organisiert, die
Betreuung rund um die Geburt liegt bei Hebammen, während die
Nachbetreuung in den Krankenhäusern durch weitere Berufsgruppen
erfolgt. „Internationale Studien unterstreichen den Wert einer
kontinuierlichen Begleitung über alle Phasen hinweg“, erklärt
Polleit. Um die bestmögliche Betreuung für Frauen und Familien
sicherzustellen könnten folgende Ansatzpunkte einen wichtigen Beitrag
leisten:
– Erweitern der Rahmenbedingungen für die Dokumentation im eEKP: Die
Möglichkeit, eine nachvollziehbare und rechtssichere Dokumentation
durch alle am Betreuungsprozess beteiligten qualifizierten
Berufsgruppen durchzuführen, führt zu mehr Transparenz, Patient*
innensicherheit und Qualitätssicherung.
– Ausgewogene finanzielle Rahmenbedingungen: Die Gestaltung von
Leistungsansprüchen sollte Kompetenzen und Befugnisse aller
gesetzlich dafür qualifizierten Berufsgruppen berücksichtigen (
Schwangere sollen entscheiden können, bei wem sie
Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen – ohne finanzielle
Nachteile in Kauf nehmen zu müssen).
– Bedarfsgerechter Ressourceneinsatz: Vorhandene Qualifikationen
könnten gezielt genutzt werden, um das Gesundheitssystem –
insbesondere in Zeiten steigenden Fachkräftebedarfs – nachhaltig zu
stärken.
„Die Hebammenausbildung in Österreich bildet eine fundierte Basis
für eine qualitätsvolle Betreuung von Frauen und Familien in deren
reproduktiver Phase. Unsere Absolvent*innen sind eigenständige Säulen
der Primärversorgung. Eine Weiterentwicklung der bestehenden
Strukturen würde dazu beitragen, dieses Potenzial noch besser für das
Gesundheitssystem zu nutzen“, so Polleit.
„Als größte Ausbildungsstätte für Hebammen in Österreich tragen
wir eine besondere Verantwortung für die Qualität der
Gesundheitsversorgung von morgen. Unsere Absolvent*innen verfügen
über eine wissenschaftlich fundierte, praxisorientierte Ausbildung
und sind bestens darauf vorbereitet, Frauen und Familien kompetent zu
begleiten. Eine zukunftsorientierte Gesundheitsversorgung muss die
vorhandenen Qualifikationen aller Gesundheitsberufe bestmöglich
nutzen – dazu leisten akademisch ausgebildete Hebammen einen
unverzichtbaren Beitrag“, sagt Heimo Sandtner, Rektor der Hochschule
Campus Wien, abschließend.
Zwtl.: Hochschule Campus Wien
Mit über 9.000 Studierenden am Campus Altes Landgut, einem
weiteren Standort und zwei Kooperationsstandorten, ist die Hochschule
Campus Wien die größte Fachhochschule Österreichs. In den Departments
Angewandte Pflegewissenschaft, Applied Life Sciences, Bauen und
Gestalten, Gesundheitswissenschaften, Sozialwissenschaften, Technik
sowie Verwaltung, Wirtschaft, Sicherheit, Politik steht ein Angebot
von nahezu 70 Studienprogrammen in berufsbegleitender und Vollzeit-
Form zur Auswahl. Anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung wird
in neun fachspezifischen Forschungszentren gebündelt. Fort- und
Weiterbildung in Form von Seminaren, Modulen und
Zertifikatsprogrammen deckt die Hochschule über die Campus Wien
Academy ab. Die Hochschule Campus Wien ist Gründungsmitglied im
Bündnis Nachhaltige Hochschulen.
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