Baden (OTS) – Die rasante Verbreitung von künstlicher Intelligenz
sorgt für einen
tiefgreifenden Wandel in der digitalen Informationswelt und stellt
Nutzerinnen und Nutzer vor neue Herausforderungen. Eine aktuelle
repräsentative Studie des digitalen Research Instituts Marketagent
unter mehr als 1.000 Österreicherinnen und Österreichern zeigt ein
klares Spannungsfeld: Während KI als Technologie grundsätzlich auf
Offenheit trifft, wächst gleichzeitig die Skepsis gegenüber den
Inhalten, die sie produziert.
Zwtl.: Fact Box:
– Aktive Nutzung von KI, ambivalente Haltung : Rund ein Drittel zeigt
eine positive Haltung zu Künstlicher Intelligenz (35% | Generation Z:
49%), 20% eine negative. 51% nutzen zumindest einmal pro Woche aktiv
eine KI (Generation Z: 80%); vornehmlich zur schnellen Recherche (62%
).
– Hohe Präsenz von KI-Inhalten, geringe Begeisterung : Fast 6 von 10
nehmen häufig KI-generierte Inhalte wahr (58% | Generation Z: 75%).
Die zunehmende Verbreitung wird von 41% (eher) negativ empfunden und
jede*r Zweite konsumiert diese (eher) ungern (52%). Die Qualität der
KI-Inhalte wird mit einem Mittelwert von 2,9 nur als mittelmäßig
bewertet.
– Unsicherheit bei Erkennung, massiver Wunsch nach Kennzeichnung :
Nur rund ein Viertel fühlt sich sicher, KI-Inhalte zu erkennen (23% |
Generation Z: 40%). Geachtet wird vor allem auf unnatürlich wirkende
Elemente (49%) sowie unstimmige Details (43%). 85% fordern eine klare
Kennzeichnung von KI-Inhalten.
– Social Media im Wandel, Sehnsucht nach Echtheit : Jede*r Dritte
berichtet von verändertem Social Media-Nutzungsverhalten durch KI-
Inhalte (33% | Generation Z: 42%). Inhalten wird weniger vertraut (54
%) bzw. es wird kritischer überprüft (47%). Ein Drittel konsumiert
Social Media insgesamt weniger (33%). Klar menschlich erstellte
Inhalte (43%) und Content von bekannten Absendern (35%) gewinnen an
Bedeutung.
– AI Slop und Content Flut : 71% nehmen eine Zunahme an belanglosen
KI-Inhalten („Content-Flut“) wahr. 6 von 10 sind der Ansicht, dass KI
-Inhalte hochwertige menschliche Inhalte verdrängen. Der Begriff „AI
Slop“ ist noch eher unbekannt (23% | Generation Z: 41%). Die Mehrheit
erwartet eine zunehmende Verbreitung (75%).
Zwtl.: Österreich nutzt KI aktiv, trotz ambivalenter Haltung
Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag der Österreicherinnen
und Österreicher angekommen: Die Mehrheit der gut 1.000 Befragten der
Marketagent-Studie gibt an, KI aktiv zu nutzen (83%), jede*r Zweite
sogar mindestens einmal pro Woche (51%). Besonders die junge
Generation treibt diese Entwicklung voran: 4 von 5 Vertreter*innen
der Generation Z greifen regelmäßig auf KI-Anwendungen zurück (80%).
Österreichweit werden ChatGPT und Co. dabei vor allem als
pragmatische Werkzeuge eingesetzt und insbesondere zur schnellen
Recherche und Informationsbeschaffung herangezogen (62%). Vor allem
die Jüngeren verwenden sie auch verstärkt zur Erstellung,
Überarbeitung oder Zusammenfassung von Texten.
Trotz dieser breiten Nutzung bleibt die Haltung gegenüber
Künstlicher Intelligenz ambivalent: Zwar steht rund ein Drittel der
Bevölkerung KI grundsätzlich positiv gegenüber (35% | Generation Z:
49%), jede fünfte Person äußert jedoch eine klare Ablehnung (20%).
Zwtl.: KI-Inhalte: Masse statt Klasse
Mit der zunehmenden Nutzung steigt auch die Präsenz von KI-
generierten Inhalten: Fast 6 von 10 Österreicher*innen geben an,
solchen Inhalten regelmäßig zu begegnen (58%). Doch die wachsende
Sichtbarkeit führt nicht automatisch zu Akzeptanz. Im Gegenteil, die
Verbreitung von KI-Content wird von vielen kritisch gesehen: 4 von 10
bewerten die zunehmende Masse an KI-generierten Bildern, Texten und
Co. als negativ (41%) und jede*r Zweite konsumiert entsprechende
Inhalte eher ungern (52%). Auch die wahrgenommene Qualität bleibt
hinter den Erwartungen zurück und wird durchschnittlich nur als
mittelmäßig eingestuft (Mittelwert: 2,9).
Zwtl.: Unsicherheit bei Erkennung trifft auf massiven Wunsch nach
Kennzeichnung
Als zentrales Problem kristallisiert sich auch die mangelnde
Gewissheit heraus: Nur rund ein Viertel der Bevölkerung fühlt sich
sicher darin, KI-generierte Inhalte zuverlässig zu erkennen (23%).
Selbst unter jungen Menschen, die sich besonders intensiv mit
digitalen Technologien beschäftigen, bleibt diese Sicherheit begrenzt
(40%).
Um KI-Inhalte zu identifizieren, achten Nutzerinnen und Nutzer
vor allem auf unnatürlich wirkende Elemente (49%) oder inhaltliche
Unstimmigkeiten (43%). 35 Prozent werden misstrauisch, wenn der
Content zu glatt oder perfekt ist. Genau so viele hoffen auf eine
explizite KI-Kennzeichnung (35%).
Vor diesem Hintergrund zeigt die Bevölkerung auch eine klare
Forderung nach Transparenz und Regulierung: Eine überwältigende
Mehrheit von 85 Prozent spricht sich für eine verpflichtende
Benennung von KI-generierten Inhalten aus.
„ Transparenz ist ein zentrales Schlüsselthema im Umgang mit
künstlicher Intelligenz. Nutzerinnen und Nutzer wollen wissen, womit
sie es zu tun haben und fordern klare Orientierung in einer zunehmend
unübersichtlichen Informationslandschaft “, erklärt Andrea Berger ,
Research & Communications Manager bei Marketagent.
Zwtl.: Social Media durch KI im Umbruch
Die Auswirkungen von KI sind insbesondere in sozialen Medien
spürbar. Jede dritte befragte Person berichtet bereits von einem
veränderten Nutzungsverhalten: Das Vertrauen sinkt (54%), Inhalte
werden kritischer hinterfragt (47%) und ein Drittel reduziert sogar
bewusst den eigenen Social Media Konsum (33%).
Parallel dazu verschieben sich die Qualitätsmaßstäbe: Inhalte mit
erkennbar menschlichem Ursprung (43%) gewinnen an Bedeutung. Bekannte
Absender (35%), echte Expertise (29%) und persönliche Handschrift (24
%) werden zunehmend als vertrauensbildende Faktoren wahrgenommen.
Zwtl.: „AI Slop“: Wenn Content zu minderwertiger Massenware wird
Ein besonders prägnanter Begriff in Zusammenhang mit der KI-
Content-Flut ist „AI Slop“, also massenhaft produzierte, oft
oberflächliche KI-Inhalte (deutsch: KI-Schrott). Auch wenn der
Begriff selbst hierzulande noch nicht breit bekannt ist (23% |
Generation Z: 41%), nimmt die Mehrheit das Phänomen belangloser und
austauschbarer Inhalte bereits aktiv wahr (71%).
Und auch die damit verbundenen Risiken sind längst in der
Bevölkerung angekommen: Neben sinkender Qualität von Online-Inhalten
(46%) befürchten die Menschen in Österreich vor allem gezielte
Manipulation (45%) und Verbreitung von Desinformation (44%) durch den
„KI-Müll“. Drei Viertel gehen davon aus, dass diese Entwicklung in
Zukunft weiter zunehmen wird (75%).
„ Die Ergebnisse unserer Studie zeigen deutlich: Künstliche
Intelligenz ist gekommen, um zu bleiben. Während die Tools die
Produktion von Inhalten massiv erleichtern und beschleunigen, steigt
gleichzeitig der Wunsch nach Orientierung und Authentizität. Für
Medien, Plattformen und Marken ergibt sich daraus eine klare Aufgabe:
Wer langfristig relevant bleiben will, muss nicht nur technologisch
mithalten, sondern vor allem Vertrauen schaffen: durch Klarheit,
Qualität und eine erkennbare menschliche Handschrift “, so das Fazit
von Marketagent-Founder Thomas Schwabl .