Wien (OTS) – Spätestens nach diesem Sommer ist klar: Wer Menschen in
Österreich
schützen will, muss gegen die Klimakrise vorgehen. Hitzewellen,
Wasserknappheit und Extremwetterereignisse sind eine massive Gefahr
für Sicherheit und Gesundheit der Bevölkerung. Doch während
Österreich noch lange nicht auf Kurs ist, um die Klimaziele zu
erreichen, bringt uns der Ausbau von KI-Rechenzentren noch weiter vom
Zielpfad ab.
“Rechenzentren erhitzen die lokale Umgebung und verbrauchen
gigantische Mengen an Wasser und Strom. Das befeuert die
Wasserknappheit und verzögert den Ausstieg aus Öl und Gas. Denn die
erforderlichen Strommengen sind aktuell schlicht nicht aus
erneuerbaren Quellen verfügbar ”, so Hannah Keller, Klima und
Energiesprecherin bei GLOBAL 2000. “Der KI-Boom belastet Klima und
Umwelt massiv. Die Regierung muss den rasanten, konzerngetriebenen
Ausbau der Rechenzentren stoppen.”
Zwtl.: Mahnende Beispiele
In Ländern wie den USA oder auch Irland, wo der Ausbau von
Rechenzentren bereits deutlich weiter vorangeschritten ist, sind
Anwohnerinnen bereits von Stromausfällen, höheren Stromkosten, eigene
Gaskraftwerke nur um Rechenzentren zu betreiben und verschmutztem
Grundwasser geplagt. Zusätzlich werden für jeden Hyperscaler, also
jedes Riesen-Rechenzentrum, Unmengen an Boden – oftmals wertvolle
landwirtschaftliche Nutzfläche – versiegelt.
“KI ist aus vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken, dennoch
muss eines klar sein: Dieser Ausbau darf unsere Lebensgrundlagen
nicht noch mehr gefährden, als die Klimakrise es ohnehin schon tut.
Was derzeit passiert ist ein ungebremster Ausbau, getrieben durch
Gewinn Interessen internationaler Konzerne”, stellt Keller klar.
“Statt Profiten müssen die Bedürfnisse der Bevölkerung im Zentrum der
Wirtschaft stehen und das bedeutet: Sauberes Trinkwasser für Menschen
statt Kühlung für Hyperscaler, leistbare erneuerbare Energie um
Häuser zu heizen statt Server zu betreiben und Böden um Essen zu
produzieren statt Rechenzentren zu bauen.”
Zwtl.: Reformbedarf
Im Zuge der UVP-G Novelle soll nun eine UVP-Pflicht für
Rechenzentren kommen, doch damit alleine ist es nicht getan. “Zum
einen muss sichergestellt werden, dass diese UVP auch sinnvoll
umgesetzt ist. Das bedeutet, sie muss ab einem Schwellenwert von 50
MW Anschlussleistung gelten und weitere Schwellenwerte für den
Wasserverbrauch setzen. Außerdem muss das Gesetz die
Beteiligungsrechte von Umweltschutzorganisationen und
Bürger:inneninitiativen fest verankern. Für die Bevölkerung muss
unbürokratische, niederschwellige Beteiligung möglich sein”, fordert
Keller. “Die UVP alleine ist allerdings nicht die Lösung: Österreich
braucht eine nationale Strategie zum weiteren Umgang mit KI und
Rechenzentren. Im Fokus müssen dabei die Interessen der Bevölkerung
und die Datensouveränität stehen. Bis dahin fordern wir – gemeinsam
mit fast 30.000 Bürger:innen – ein sofortiges Moratorium für den Bau
von Rechenzentren.”
– Fotos vom Klimastreik (werden im Laufe des Tages ergänzt)
– Studie zu Schwellenwerten für Datenzentren in UVP
– Österreich darf nicht an Tech-Konzerne verkauft werden