Wien, 12.10.2026 (OTS) – Der Handelsverband fordert die SPÖ auf,
angesichts der zunehmenden
Kritik an der nationalen Paketsteuer seitens der Bevölkerung und der
massiven volkswirtschaftlichen Kollateralschäden einzulenken. Die
seit 1. Oktober geltende Abgabe belastet Konsument:innen bei jeder
zweiten Onlinebestellung, sie trifft mehr als 4.000 heimische
Webshops und zunehmend auch den stationären Handel. Erste
Rückmeldungen zeigen, dass Kund:innen verstärkt Großbestellungen bei
internationalen Onlineplattformen tätigen, um die Paketsteuer auf
möglichst viele Produkte aufzuteilen. Damit drohen zusätzliche
Kaufkraftabflüsse aus Österreich.
„NEOS-Chefin und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger sowie
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer von der ÖVP haben
bereits deutliche Kritik an der Paketsteuer geäußert. Wenn zwei
Regierungsparteien die Abgabe öffentlich infrage stellen, muss auch
die SPÖ die wirtschaftlichen Warnsignale endlich ernst nehmen“ ,
erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will . „Finanzminister
Markus Marterbauer sollte jetzt die Reißleine ziehen, bevor aus einem
politischen Fehler ein dauerhafter wirtschaftlicher Schaden wird. Im
Vergleich zur Paketsteuer war ja selbst das Kaufhaus Österreich fast
eine Wohltat für den heimischen Handelsstandort.“
Zwtl.: Gegenfinanzierung durch Einsparungen statt neuer Steuern!
Es kann keine Lösung sein, alle österreichischen Konsument:innen
und ein Drittel aller heimischen Onlinehändler mit der nationalen
Paketsteuer dauerhaft zu belasten. Generell ist es mehr als
fragwürdig, angesichts einer Abgabenquote von 45 Prozent im Land
ständig neue Steuern einzuführen. Österreich hat kein
Einnahmenproblem, sondern ein Ausgabenproblem. Die von den NEOS
vorgeschlagenen Einsparungen bei Kleinstförderungen und der
Weiterbildungszeit wären jedenfalls der volkswirtschaftlich um Welten
sinnvollere Weg zur Gegenfinanzierung der Mehrwertsteuersenkung auf
Grundnahrungsmittel.
Der Handelsverband hat bereits eine Binnenmarktbeschwerde bei der
Europäischen Kommission eingebracht und sieht erhebliche
europarechtliche Bedenken. “ Die Paketsteuer zieht den Menschen
zusätzlich Geld aus der Tasche, befeuert die Inflation, schwächt die
Wettbewerbsfähigkeit heimischer Händler und setzt falsche Anreize
beim Einkaufsverhalten. Gerade vor dem Weihnachtsgeschäft braucht der
österreichische Handel Entlastung statt zusätzlicher Belastungen. Die
Bundesregierung sollte die nationale Paketsteuer umgehend
zurücknehmen“ , so Will abschließend.