St. Pölten (OTS) – Vier Persönlichkeiten, die das Kulturleben in
Niederösterreich seit
vielen Jahren prägen und bereichern, wurden heute, Mittwoch, von
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im NÖ Landhaus in St. Pölten
ausgezeichnet. Die Sängerinnen Simone Stelzer, Natalia Ushakova und
Astrid Wirtenberger sowie Kultur.Region.Niederösterreich-
Geschäftsführer Martin Lammerhuber erhielten das Große Ehrenzeichen
für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich.
„Bei uns in Niederösterreich ist es Tradition und Sitte, für
besondere Leistungen Danke zu sagen“, betonte die Landeshauptfrau zu
Beginn ihrer Laudatio. Die vier Geehrten verbinde trotz
unterschiedlicher Lebenswege vieles: „Ihr begeistert Menschen,
berührt Herzen, schafft Momente, die unvergesslich bleiben, und seid
Niederösterreich aufs Engste verbunden. Ihr seid wichtige Botschafter
für unser Kulturland Niederösterreich.“
Martin Lammerhuber würdigte Mikl-Leitner als einen, der groß
denkt und Visionen verwirklicht. Als Moderator habe er mehr als 1.000
Veranstaltungen begleitet, als Radiomacher die Pionierjahre des
österreichischen Privatradios mitgestaltet und später im
Medienbereich zahlreiche Initiativen umgesetzt. Heute bringe er seine
Erfahrung als operativer Geschäftsführer der
Kultur.Region.Niederösterreich ein. „Egal, ob Volkskultur, Musik- und
Kunstschulen, Museen, Erwachsenenbildung oder Freiwilligenarbeit: Dir
geht es immer um die Menschen“, sagte Mikl-Leitner und hob auch sein
ehrenamtliches Engagement als Hospiz-, Trauer- und Sterbebegleiter
hervor.
Simone Stelzer habe sich über Jahrzehnte eine beeindruckende
Karriere aufgebaut. Ihre musikalischen Anfänge führten nach St.
Pölten, 1990 vertrat sie Österreich mit „Keine Mauern mehr“ beim
Eurovision Song Contest. Seither sei sie eine feste Größe im
deutschsprachigen Schlager und auch als Schauspielerin erfolgreich.
„Bei deiner großartigen Karriere bist du deiner Heimat immer treu
geblieben“, dankte ihr Mikl-Leitner für ihre Verbundenheit zu
Niederösterreich.
Den Lebensweg von Natalia Ushakova bezeichnete die
Landeshauptfrau als „Stoff für eine Oper“. Von Taschkent führte sie
ihre Ausbildung über Sankt Petersburg, Graz, München und Mailand bis
auf die Bühne der Mailänder Scala. Sie sang weltweit und arbeitete
mit internationalen Stars wie Plácido Domingo. Gleichzeitig sei sie
durch zahlreiche Auftritte eng mit Niederösterreich verbunden. „Du
bringst internationales Flair nach Niederösterreich, dafür ein großes
Dankeschön“, so Mikl-Leitner.
Astrid Wirtenberger habe ein Vierteljahrhundert lang als eine der
prägenden Stimmen der Seer die österreichische Musiklandschaft
mitgestaltet. Besonders hob Mikl-Leitner ihren Auftritt beim
Dankeskonzert für die Hochwasser-Helfer vor dem Klangturm hervor:
„Das war einer dieser Momente, in denen Musik mehr kann als
unterhalten: Sie verbindet Menschen und sie berührt Herzen.“ Mit
ihrem ersten Soloalbum „So is des Leben“ habe Wirtenberger nun ein
neues Kapitel begonnen. Gleichzeitig gebe sie als Gitarrenlehrerin
ihr Wissen seit 42 Jahren an junge Menschen weiter.
Niederösterreich habe in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche
bedeutende Kulturstätten geschaffen, hielt Mikl-Leitner abschließend
fest. „Aber die schönsten Bühnen und die besten Konzertsäle sind ohne
Menschen nur Gebäude. Ihr seid es, die sie mit Leben füllen.“ Die
Ehrenzeichen seien daher keine Endbilanz, sondern mit der Bitte
verbunden, engagiert und motiviert zu bleiben und so zu bleiben, wie
wir euch kennen.
Simone Stelzer bedankte sich für die Auszeichnung und meinte:
„Als musikbegeisterter Teenager war es mein Traum, von
Niederösterreich aus die Welt zu erobern.“ Dass ihr das gelungen sei,
verdanke sie unter anderem ihrer Familie. Stelzer sagte: „Ich liebe
meinen Beruf und meine Fans. Musik ist Zufluchtsort und das
Ehrenzeichen sehe ich als Anlass, mit Elan und Freude meinen Weg
weiterzugehen.“
Natalia Ushakova skizzierte ihren Lebensweg anhand der Geschichte
eines kleinen Mädchens, das immer singen wollte. „Dieser Traum ist in
Erfüllung gegangen. Ich war auf den großen Bühnen der Welt und bin
immer gerne hierher zurückgekehrt.“ Sie sei glücklich in diesem Land
und habe sich immer Zuhause gefühlt. Abschließend bedankte sie sich,
„weil ihr mich als Mitglied dieser großartigen Gemeinschaft
aufgenommen habt.“
Astrid Wirtenberger betonte in ihrer Dankesrede, dass „ich dieses
Land, meine Heimat liebe. Ich habe von Kindestagen an Musik gemacht.
Musik ist mein Leben, Musik ist nicht nur etwas, was man tut, sondern
spürt und fühlt. Es ist ein schönes Gefühl und ich bin irrsinnig
dankbar.“ Nach dem „schönen, langen Weg mit den Seern“ folge nun der
nächste Schritt – „man wächst mit der Aufgabe und dem Drumherum“,
sagte sie.
Martin Lammerhuber meinte zu Beginn seiner Rede, dass „manchmal
Worte nicht ausreichen, um auszudrücken, wie man fühlt.“ Er verstehe
dieses Ehrenzeichen aus den Händen der Landeshauptfrau als
„Wertschätzung unserer Verbindung“ und dankte Mikl-Leitner und all
seinen „Mitstreitern“ für das Miteinander. „Wir haben noch einiges
vor“, gab er einen Ausblick auf kommende Projekte und meinte weiter:
„Wir machen das alles nicht zum Selbstzweck, sondern für die
Menschen. Es gibt kein richtig oder falsch – wichtig ist, es einfach
zu tun.“