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Disoski: Belästigungsfall im Außenministerium muss lückenlos aufgeklärt werden

Wien (OTS) – „Der Fall, den profil heute öffentlich gemacht hat,
zeigt auf
erschütternde Weise, wie das Außenministerium mit Machtmissbrauch und
geschlechtsbezogener Belästigung in den eigenen Reihen umgegangen
ist. Eine Mitarbeiterin wendet sich an ihren Arbeitgeber, weil sie
von ihrem Vorgesetzten belästigt wird. Und was passiert? Am Ende
verlässt sie das Ministerium. Gegen den Vorgesetzten wird nicht
einmal eine formelle Disziplinaranzeige erstattet. Heute ist er
wieder als Referatsleiter tätig. Das wirft massive Fragen auf“, sagt
Meri Disoski, Frauen- und außenpolitische Sprecherin der Grünen.

Die Bundes-Gleichbehandlungskommission hat die
geschlechtsbezogene Belästigung festgestellt und zugleich das
Vorgehen des Außenministeriums deutlich kritisiert. „Das ist mehr als
schlechtes Krisenmanagement. Wenn eine Betroffene am Ende geht,
während gegen ihren Vorgesetzten offenbar nicht einmal formelle
disziplinarrechtliche Schritte gesetzt werden, dann stellt sich die
Frage, ob der Schutz der Institution wichtiger war als der Schutz der
Betroffenen. Genau das muss aufgeklärt werden“, fordert Disoski.

„Hier geht es nicht um einen angeblichen ‚Konflikt zwischen zwei
Beschäftigten‘. Hier geht es um ein massives Machtgefälle. Und um die
Frage, was eine staatliche Institution tut, wenn eine Mitarbeiterin
den Mut hat, sich gegen die Belästigung durch ihren Vorgesetzten zu
wehren. Ob sie geschützt wird, oder ob sie am Ende die Konsequenzen
trägt.“

Disoski kündigt deshalb eine parlamentarische Anfrage an
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger an: „Ich will wissen: Wie wurde
mit den Vorwürfen umgegangen? Welche dienst- und
disziplinarrechtlichen Konsequenzen wurden geprüft? Warum wurden
offenbar keine formellen Schritte gegen den Vorgesetzten gesetzt? Wer
hat diese Entscheidungen getroffen? Und wie kann es sein, dass er
heute wieder als Referatsleiter tätig ist?“

Ebenso müsse offengelegt werden, welche Konsequenzen das
Außenministerium aus dem Fall gezogen habe und was seitdem verändert
wurde, um Betroffene besser zu schützen. „Null Toleranz gegenüber
Belästigung darf nicht nur eine politische Ansage sein. Sie muss sich
gerade dann zeigen, wenn es unangenehm wird – auch im eigenen Haus.
Wer Frauen dazu auffordert, Belästigung zu melden, muss dafür sorgen,
dass nicht am Ende sie diejenigen sind, die gehen. Dieser Fall muss
lückenlos aufgearbeitet werden“, hält Disoski fest.