Wien (OTS) – Die Ausgangslage im Wintersemester ist trüb: Im Oktober
muss die
Entscheidung über das Budget der Universitäten in der kommenden
Leistungsvereinbarungsperiode fallen. Für Studierende geht es hier
nicht nur um eine Zahl auf dem Papier, sondern um Plätze in
Lehrveranstaltungen, wesentliche universitäre Unterstützungsangebote
und ihre Zukunft an der Hochschule. Studieninteressierte werden sich
zweimal überlegen, ob ein Studium für sie in Frage kommt, wenn es zu
neuen Zugangsbeschränkungen kommt oder gar Studiengebühren in
Betracht gezogen werden. Das trifft nicht alle gleich: Insbesondere
First-Generation-Studierende und arbeitende Studierende leiden
besonders unter zusätzlichen Hürden im Studium. “ Viele fragen sich
gerade: Wird mein Studienplatz gestrichen? Werde ich mir mein Studium
noch leisten können? Studierende und Studieninteressierte hängen mit
ihren Sorgen in der Luft: Wir brauchen endlich Klarheit in der
Budgetfrage .”, so Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitz. Ausfinanzierte
Hochschulen schaffen Chancengerechtigkeit und sind für die
gesellschaftliche Entwicklung insgesamt unverzichtbar.
Hinzu kommt die angespannte soziale Lage vieler Studierender.
Immer noch leben laut Studierendensozialerhebung 2025 rund 6 von 10
Studierenden unter der Armutsgefährdungsgrenze. Während
Grundbedürfnisse wie die eigene Wohnung für viele zunehmend
unleistbar werden, steigen die Kosten auch in anderen
Lebensbereichen. Wissenschaftsministerin Holzleitner hat sich mit dem
5Ꞓ-Mensa-Menü, der Studierendenwohnheimförderung und dem
Teilzeitstudium wesentliche Projekte vorgenommen, um ein Studium
lebensnaher und leistbarer zu machen. Entscheidend sei jetzt, wie die
ambitionierten Programme umgesetzt werden: „ Studierende brauchen
keine Politik der Überschriften, sondern eine, die zum Monatsende am
Konto spürbar ist ”, so Selina Wienerroither aus dem ÖH-Vorsitzteam.
Die Regierung habe Entlastungsmaßnahmen in wesentlichen Bereichen
angekündigt – jetzt gelte es, diese auch entschlossen umzusetzen.
Insbesondere beim Teilzeitstudium muss die Regierung liefern. “
Arbeitende Studierende warten schon viel zu lange auf flexiblere
Studienmodelle, die mit ihrer Lebensrealität vereinbar sind ”, so
Wienerroither weiter. Sie bilden an unseren Universitäten die große
Mehrheit.
Zwischen Kürzungsplänen und der prekären sozialen Situation
bangen Studierende um ihre Zukunft. Hinzu kommen Kriege, Klimakrise
und Wissenschaftsfeindlichkeit, die weltweit zunehmen. Gerade in
diesen Zeiten brauche es laut der ÖH statt Drohszenarien Signale zur
Stärkung akademischer Freiheit und einem freien und offenen
Hochschulzugang: “ Während die Studierendenzahl an österreichischen
Universitäten neue Höchststände erreicht, setzt die Regierung den
Sparstift an. Gleichzeitig kommen von Rektor_innen Forderungen nach
neuen Hürden und Gebühren. Studierende sind zwischen Zukunftsangst
und Überlebenskampf gefangen. ”, so Umut Ovat aus dem ÖH-Vorsitz. Die
Bundesregierung ist aufgefordert, in schwierigen Zeiten
Zukunftssicherheit zu vermitteln, statt weiter Ängste und
Unsicherheit zu schüren.