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Politikwissenschaftlerin Ermela Gianna untersucht das Verständnis von politischer Repräsentation

Wien (PK) – Haben Bürgerinnen und Bürger und Abgeordnete ein
gemeinsames
Verständnis davon, was „gute politische Repräsentation“ ausmacht? Und
welche Folgen hat es, wenn diese Vorstellungen nicht übereinstimmen?
Diesen Fragen will die Politikwissenschaftlerin Ermela Gianna in
ihrem Forschungsprojekt „Alignment in Political Representation:
Citizens and Representatives in the Austrian Parliament (ALIGN-AT)“
in ihrem „Forschungsjahr im Parlament“ nachgehen, das heute beginnt.
Analysiert werden soll, inwieweit Gemeinsamkeiten und Unterschiede in
den Vorstellungen von politischer Repräsentation in weiterer Folge
auch die Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger gegenüber dem
Parlament beeinflussen.

Ausgangspunkt des Projekts von Gianna ist die These, wonach
demokratische Repräsentation grundsätzlich relational ist. Ob
Bürgerinnen und Bürger sich angemessen repräsentiert fühlen, hängt
also nicht allein von der Gestaltung politischer Institutionen und
den inhaltlichen Ergebnissen politischer Entscheidungen ab.
Entscheidend ist demnach auch, ob Bürgerinnen und Bürger sowie ihre
gewählten Repräsentanten und Repräsentantinnen ein hinreichend
übereinstimmendes Verständnis davon haben, was „gute Repräsentation“
ausmacht.

Ermela Gianna ist Postdoctoral Research Fellow am Fachbereich
Politikwissenschaft der Paris Lodron Universität Salzburg und am
Chair for Politics & Gender, Diversity & Equality tätig. Bis
September 2026 war sie Post-Track-Stipendiatin der Österreichischen
Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Ihr Forschungsschwerpunkt liegt
auf Demokratie, politischer Beteiligung und Repräsentation in der
Europäischen Union. Dabei beschäftigt sie sich insbesondere mit der
Rolle der EU-Institutionen und des Europäischen Parlaments.

Wissenschaft trifft auf parlamentarische Praxis

Im Jahr 2023 rief die Parlamentsdirektion eine Reihe von
Initiativen ins Leben, um die Vernetzung von Wissenschaft und
parlamentarischer Praxis weiter zu vertiefen. Dazu zählen das
„Forschungsjahr im Parlament“, die „Digitale Bibliographie
Parlamentsforschung“ und der „Tag der Parlamentsforschung“.

Forscherinnen und Forscher aller Disziplinen sind seither
jährlich eingeladen, ihre Projekte für ein „Forschungsjahr im
Parlament“ einzureichen. Das Forschungsvorhaben muss einen Beitrag
zur Weiterentwicklung aktueller wissenschaftlicher Debatten leisten
und die für das Projekt gewählten Forschungsfragen sollen für den
parlamentarischen Betrieb relevant sein. Bisher wurden drei
„Forschungsjahre im Parlament“ abgeschlossen. Die Historikerin Bianca
Winkler befasste sich 2024 mit Wissenschaftsdiskursen im Parlament
und der Politikwissenschafter Josef Lolacher 2025 mit dem Thema
Entscheidungsfindung von Abgeordneten. Die Kunsthistorikerin Julia
Rüdiger untersuchte im Forschungsjahr 2026 unter dem Titel
„Resonanzräume der Demokratie“ die Bedeutung von
Parlamentsarchitektur. In den nächsten Wochen erfolgt die
Ausschreibung für das nächste Forschungsjahr. (Schluss) sox

Hinweis: Mehr Informationen zu Ermela Gianna und ihrem
Forschungsprojekt finden Sie auf der Website des Parlaments unter
Fachinfos – Parlamentsforschung und in einem Interview mit der
Forscherin auf Instagram.