Wien (OTS) – – Anlässlich des Internationalen Tags der älteren
Menschen am 1.
Oktober richtet Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec einen klaren
Appell an die Bundesregierung: „Rund 2,5 Millionen Menschen in
Österreich sind über 60 Jahre alt. Sie haben unser Land aufgebaut,
pflegen Angehörige, betreuen Enkelkinder und leisten wertvolle Arbeit
in Ehrenamt und Gesellschaft. Diese Leistungen verdienen Respekt –
und zwar nicht nur in Sonntagsreden, sondern in konkreten politischen
Entscheidungen.“
Pensionistinnen und Pensionisten leisten einen wichtigen Beitrag
Auch finanziell trägt die ältere Generation erheblich zum
Gemeinwesen bei. Pensionistinnen und Pensionisten leisten trotz ihres
Ruhestands einen beträchtlichen Beitrag zum Steueraufkommen. Auf Lohn
– und Einkommensteuer entfallen rund 11,0 Milliarden Euro, weitere
10,7 Milliarden Euro kommen über die Umsatzsteuer hinzu. Insgesamt
ergibt das eine Steuerleistung von rund 21,7 Milliarden Euro.
„Wer immer wieder von den Kosten der älteren Generation spricht,
darf ihre Beiträge nicht ausblenden. Pensionistinnen und Pensionisten
sind nicht nur Empfänger staatlicher Leistungen, sondern leisten
selbst einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung unseres
Gemeinwesens“, betont Korosec.
Hinzu kommen enorme unbezahlte Leistungen: Freiwilligenarbeit und
andere unbezahlte Tätigkeiten älterer Menschen betragen rund 9,0
Milliarden Euro. Davon entfallen rund 2,6 Milliarden Euro auf
ehrenamtliche Arbeit und rund 6,4 Milliarden Euro auf
Pflegeleistungen.
„Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll: Ältere Menschen sind keine
Last. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag – finanziell, durch ihre
Arbeit für andere und durch ihren Einsatz für unsere Gesellschaft.
Diese Leistungen müssen endlich stärker gesehen und anerkannt
werden.“
Altersdiskriminierung gesetzlich verbieten
Oberste Priorität hat für Korosec ein gesetzliches
Diskriminierungsverbot aufgrund des Alters. „Gerade bei
Digitalisierung und künstlicher Intelligenz darf es null Toleranz
gegenüber Altersdiskriminierung geben. Wer kein Smartphone besitzt
oder nicht online ist, darf deshalb nicht von Bankgeschäften,
Behördenwegen oder Gesundheitsleistungen ausgeschlossen werden.“
Seniorinnen und Senioren müssen stärker mitbestimmen können
Seniorinnen und Senioren müssen bei allen Angelegenheiten, die
ihre Lebensrealität betreffen, stärker mitbestimmen können. „Die
ältere Generation darf nicht nur Gegenstand politischer
Entscheidungen sein, sondern muss selbst an deren Gestaltung
beteiligt werden“, betont Korosec.
Dafür brauche es eine deutliche Stärkung des Österreichischen
Seniorenrates, der gesetzlichen Interessensvertretung der älteren
Generation. „Der Österreichische Seniorenrat muss zu einem echten
Sozialpartner aufgewertet werden. Wer rund 2,5 Millionen Menschen
vertritt, muss bei Entscheidungen, die diese Generation betreffen,
verbindlich eingebunden und gehört werden. Mitsprache darf keine
Frage des guten Willens sein, sondern muss strukturell abgesichert
werden.
„Der Weltseniorentag ist ein Tag des Dankes – aber auch ein Tag
der Verantwortung. Eine Gesellschaft, die ihre älteren Menschen ernst
nimmt, ihre Leistungen anerkennt und ihnen Mitsprache ermöglicht,
investiert damit auch in ihre eigene Zukunft“, so Korosec
abschließend.