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arbeit plus: Europäische Mittel erweitern den Handlungsspielraum am österreichischen Arbeitsmarkt

Wien (OTS) – Im Ringen um das nächste EU-Mehrjahresbudget stehen
Kompetenzen der
EU im Bereich der Sozialpolitik zur Debatte. Aus Sicht von arbeit
plus, dem Netzwerk von rund 150 Sozialen Unternehmen in Österreich,
ist die europäische Ebene ein wichtiger Baustein der heimischen
Arbeitsmarktpolitik.

„Der Europäische Sozialfonds ist ein zusätzlicher Baustein in der
österreichischen Arbeitsmarktpolitik. Über ESF-Mittel konnten Modelle
entwickelt werden, die sich bewährt haben und heute Teil der
Regelförderung sind. Angesichts steigender
Langzeitbeschäftigungslosigkeit brauchen wir diese Mittel für
Innovation weiterhin.“
Sabine Rehbichler, Geschäftsführin arbeit plus Österreich

Sozialpolitik ist eine geteilte Zuständigkeit zwischen der EU und den
Mitgliedsstaaten. Für die Kompetenzen der Europäischen Säule Sozialer
Rechte, unter die auch Beschäftigung und der Europäische Sozialfonds
fallen, sind europäische Initiativen zentral. Für innovative
Arbeitsmarktpolitik war und bleibt diese Ebene entscheidend.

In der Förderperiode 2021 bis 2027 stehen für Österreich rund 409
Millionen Euro an ESF+ Mitteln zur Verfügung, ergänzt um nationale
Kofinanzierung. Sie fließen in den Zugang zu lebenslangem Lernen, in
aktive Inklusion und berufliche Teilhabe, in Angebote für Jugendliche
am Übergang von der Schule in den Beruf, in aktives und gesundes
Altern sowie in Vereinbarkeit und Gleichstellung. Ein Teil der Mittel
wird über die Bundesländer umgesetzt.

Ergänzend zur nationalen Förderung wurden über ESF-Mittel Modelle
entwickelt, die sich bewährt haben und später in die Regelförderung
übergegangen sind. Darin liegt der Handlungsspielraum, den diese
Ebene eröffnet: Sie ermöglicht Ansätze für Fragen, auf die es noch
keine eingespielten Antworten gibt.

Der Bedarf bleibt. Im Juli 2026 waren in Österreich 102.103 Menschen
langzeitbeschäftigungslos arbeitslos, um 12,9 Prozent mehr als ein
Jahr davor. Das entspricht 34 Prozent aller arbeitslos vorgemerkten
Personen. Mit dem Alter steigt dieser Anteil deutlich: Bei den
arbeitslos vorgemerkten Personen ab 50 liegt er bei 46 Prozent, ab 60
bei 55 Prozent.

Investitionen in die aktive Arbeitsmarktpolitik kommen mehrfach
zurück, für die Menschen, für die Wirtschaft und für die
Gesellschaft. Sie rechnen sich volkswirtschaftlich, gesellschaftlich
und demokratisch. Der Europäische Sozialfonds ist Teil dieser
Rechnung, weil er Beschäftigung ermöglicht, Qualifizierung finanziert
und Armut vorbeugt.

Für die berufliche Teilhabe von Menschen, die lange keine Anstellung
gefunden haben, für Qualifizierung entlang des gesamten Erwerbslebens
und für eine gerechtere Aufteilung von Care-Arbeit bleibt die
europäische Ebene damit ein wirksames zusätzliches Instrument.