Wien (OTS) – Trotz geopolitischer Spannungen, höherer Energiepreise
und
anhaltender Handelskonflikte bleibt die Weltwirtschaft auf
Wachstumskurs. Laut dem aktuellen Global Economic Outlook der ACREDIA
Group in Zusammenarbeit mit Allianz Trade wird das globale
Wirtschaftswachstum 2026 bei +2,5 Prozent liegen und sich 2027 auf +
2,9 Prozent beschleunigen. Entscheidend dafür ist vor allem der
weltweite Investitionsboom rund um Künstliche Intelligenz (KI), der
die negativen Auswirkungen des Energieschocks und der
Handelskonflikte derzeit weitgehend kompensiert.
Während sich die Weltwirtschaft insgesamt widerstandsfähig zeigt,
bleibt das Umfeld für Unternehmen anspruchsvoll. Höhere
Finanzierungskosten, steigende Inputpreise sowie zunehmende
geopolitische Unsicherheiten belasten Margen, Investitionen und
strategische Planungen.
„Künstliche Intelligenz entwickelt sich zunehmend zum wichtigsten
Wachstumsmotor der Weltwirtschaft. Sie federt derzeit einen großen
Teil der Belastungen aus Energiekrise und Handelskonflikten ab.
Gleichzeitig entstehen neue Abhängigkeiten von wenigen Technologien,
Lieferketten und Regionen. Unternehmen sollten KI daher nicht nur als
Chance, sondern auch als strategischen Risikofaktor verstehen“, sagt
Michael Kolb, Vorstand der ACREDIA Group.
Zwtl.: Europa bleibt hinter den USA und Asien zurück
Für die USA erwartet Allianz Trade 2026 ein Wirtschaftswachstum
von +2,1 Prozent, getragen von hohen KI-Investitionen, robustem
Konsum und einer expansiven Fiskalpolitik. Die Eurozone wird hingegen
lediglich um +0,9 Prozent wachsen und erst 2027 leicht auf +1,2
Prozent zulegen (wenn man das stark schwankende Wirtschaftswachstum
von Irland von der Berechnung ausklammert, sonst 0,3 und 1,2 Prozent
). Belastend wirken die hohe Energieabhängigkeit, eine schwächere
industrielle Dynamik sowie vergleichsweise geringe
Produktivitätsgewinne durch KI.
China bleibt mit einem erwarteten Wachstum von +4,7 Prozent einer
der wichtigsten Wachstumstreiber der Weltwirtschaft. Vor allem
Hightech-Industrien und exportorientierte Unternehmen sorgen dort
weiterhin für Stabilität.
Für Österreich als exportorientierte Volkswirtschaft bleiben die
Risiken besonders hoch. Steigende Handelsbarrieren, höhere
Energiepreise und das schwächere Wachstum in Europa belasten
insbesondere Industrieunternehmen sowie international tätige
Betriebe. Gleichzeitig profitieren auch österreichische Unternehmen
von der weltweit steigenden Nachfrage nach KI-gestützten Technologien
und Investitionen. Entscheidend wird sein, Lieferketten
widerstandsfähiger zu gestalten und Risiken frühzeitig zu erkennen.
Zwtl.: Welthandel bleibt robust – geopolitische Risiken nehmen zu
Trotz neuer Handelsbarrieren und geopolitischer Spannungen bleibt
der Welthandel im Wachstum. Allianz Research erwartet für 2026 einen
Anstieg des globalen Warenhandelsvolumens von +2,9 Prozent. Neue US-
Zölle sowie anhaltende Handelskonflikte sorgen zwar weiterhin für
Unsicherheit, gleichzeitig stabilisieren Investitionen in Halbleiter,
Rechenzentren und digitale Infrastruktur den internationalen Handel
und gleichen einen Teil der geopolitischen Belastungen aus.
„Die wirtschaftliche Unsicherheit bleibt hoch. Unternehmen müssen
heute deutlich flexibler planen, Risiken laufend neu bewerten und
ihre Finanzierungs-, Lieferketten- sowie Absatzstrategien
entsprechend anpassen. Resilienz wird zunehmend zum entscheidenden
Wettbewerbsfaktor“, so Kolb.
Zwtl.: Inflation entspannt sich – Unternehmen bleiben unter Druck
Mit der schrittweisen Normalisierung der Energiepreise dürfte
sich auch der Inflationsdruck bis 2027 wieder in Richtung der
Zielwerte der Zentralbanken bewegen. Für Unternehmen bleibt die Lage
dennoch herausfordernd. Nach widerstandsfähigen Ergebnissen im ersten
Quartal zeichnen sich zunehmend Belastungen bei Umsatz und
Profitabilität ab. Besonders betroffen sind energieintensive
Industrien sowie die Automobilbranche.
Vor diesem Hintergrund rechnet die ACREDIA Group weltweit
weiterhin mit steigenden Unternehmensinsolvenzen. Für 2026 wird ein
Anstieg um vier Prozent erwartet, bevor sich die Entwicklung 2027
stabilisieren dürfte.
Zwtl.: Dauerhafte Unsicherheit wird zur neuen Realität
Neben geopolitischen Spannungen bleiben Handelskonflikte,
politische Unsicherheiten, Klimarisiken und die tiefgreifende
Transformation der Arbeitsmärkte durch Künstliche Intelligenz die
wichtigsten Einflussfaktoren für die kommenden Jahre. Unternehmen
werden sich zunehmend auf ein Umfeld einstellen müssen, in dem
Volatilität nicht mehr die Ausnahme, sondern der Normalzustand ist.
Wer Risiken frühzeitig erkennt und strategisch handelt, wird daraus
einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil erzielen.
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