Wien (OTS) – Der freiheitliche Gesundheitssprecher und Vorsitzende
des
parlamentarischen Gesundheitsausschusses NAbg. Mag. Gerhard Kaniak
äußerte heute Kritik an den im Nationalrat vorliegenden
Gesetzesänderungen im Gesundheitsbereich. Die Vielzahl an Novellen
zeige, dass die Regierung eher auf kurzfristige Korrekturen setze,
anstatt ein nachhaltiges Gesamtkonzept zu verfolgen. Dies führe zu
Unsicherheiten bei Ärzten und Patienten.
„Die Verkürzung der Basisausbildung von neun auf sechs Monate
sehen wir kritisch. Anstatt den Ärztemangel nachhaltig zu bekämpfen,
wird hier eine Maßnahme ohne breite Debatte durchgesetzt, die die
Ausbildungsqualität zu beeinträchtigen droht. Es fehlen begleitende
Maßnahmen, die sicherstellen, dass die jungen Ärzte am Ende die
gleiche Kompetenz erlangen. Das könnte sich langfristig auf die
Patientenversorgung auswirken“, erklärte Kaniak.
Die Gesundheitspolitik der Regierung wirke laut Kaniak wie
Stückwerk: „Anstatt Probleme an der Wurzel zu packen, wird an vielen
Stellen nur nachgebessert. Beispiele wie die unklaren Regelungen zur
Telemedizin oder praxisferne Dokumentationspflichten für Schulärzte
ohne ELGA-Anbindung zeigen, dass die Maßnahmen nicht immer zu Ende
gedacht sind. Hier fehlt eine klare, vorausschauende Linie.“
Besonders besorgniserregend sei die Situation bei der
Substitutionstherapie. „Die Aussetzung der amtsärztlichen Kontrollen
hat zu einem Kontrollverlust geführt, der den Schwarzmarkt
begünstigt. Wenn Substitutionsmittel, die legal abgegeben werden, in
den illegalen Handel gelangen, ist das ein ernsthaftes Problem für
die öffentliche Gesundheit. Die Kontrollmechanismen müssen dringend
wieder etabliert werden“, so der FPÖ-Gesundheitssprecher. Auch im
Jugendschutz sei mehr Engagement gefragt, wie die Debatte um ein
Verkaufsverbot von Lachgas zeige.
„Wir fordern die Regierung auf, in der Gesundheitspolitik einen
nachhaltigeren Weg einzuschlagen. Anstelle von Einzelmaßnahmen und
ständigen Nachbesserungen braucht es ein durchdachtes Gesamtkonzept.
Wir benötigen Lösungen, die die Ärzteausbildung qualitativ sichern,
die Digitalisierung praxistauglich umsetzen und die Sicherheit im
Umgang mit sensiblen Bereichen wie der Drogenersatztherapie
gewährleisten. Ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem erfordert mehr
Weitblick und eine sorgfältigere Planung.“