Wien (OTS) – Die von der ÖVP-SPÖ-NEOS-Bundesregierung angekündigte
Reform der
Netzentgelte ab 1. Jänner 2027 sorgt aus Sicht der Freiheitlichen
Wirtschaft (FW) für große Verunsicherung in der heimischen
Wirtschaft. Künftig soll nicht mehr ausschließlich der
Stromverbrauch, sondern auch die höchste gleichzeitig abgerufene
Leistung über die Höhe der Netzkosten entscheiden. Damit drohen
insbesondere produzierende Betriebe, Gewerbebetriebe sowie
Unternehmen mit energieintensiven Prozessen erneut mit zusätzlichen
Belastungen konfrontiert zu werden.
Zwar könne intelligentes Lastmanagement, der Einsatz von
Batteriespeichern oder flexible Netzanschlüsse künftig
Einsparungspotenziale eröffnen, doch dafür seien oft hohe
Investitionen notwendig. Gerade kleine und mittlere Unternehmen
verfügen häufig nicht über die finanziellen Möglichkeiten,
kurzfristig umfangreiche Energiemanagementsysteme oder
Speicherlösungen zu errichten. Die FW warnt davor, die Energiewende
einmal mehr auf dem Rücken der heimischen Wirtschaft auszutragen.
Österreichs Betriebe leiden bereits unter überdurchschnittlich hohen
Energie-, Lohn- und Bürokratiekosten. Jede zusätzliche Unsicherheit
schwächt die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes und
gefährdet Investitionen sowie Arbeitsplätze. Die Bundesregierung
müsse daher endlich für transparente Rahmenbedingungen sorgen und
sicherstellen, dass die neue Netzentgeltstruktur nicht zu einer
versteckten Mehrbelastung für Unternehmen werde. Notwendig seien
verlässliche Übergangsregelungen, Planungssicherheit und gezielte
Entlastungen statt weiterer Kostenfallen.
FW-Bundesfachrätin Silvia Hubmann, BA dazu: „Die Reform wird von
der Regierung als Modernisierung verkauft, tatsächlich wissen aber
tausende Unternehmen bis heute nicht, welche finanziellen
Auswirkungen oder andere Hürden auf sie zukommen. Solange die
endgültige Tarifgestaltung fehlt, bleibt für viele Betriebe ein
erhebliches Investitions- und Kalkulationsrisiko bestehen. Unsere
Unternehmer brauchen endlich stabile und berechenbare
Rahmenbedingungen statt ständig neuer Belastungsmodelle. Wer
Investitionen, Produktion und Wertschöpfung in Österreich erhalten
will, darf Betriebe nicht permanent mit neuen Kostenrisiken
konfrontieren. Die Bundesregierung ist gefordert, den gesetzlichen
Rahmen so auszugestalten und begleitende Entlastungsmaßnahmen zu
setzen, dass die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe nicht
weiter geschwächt wird.“