Wien (OTS) – Das österreichische Bildungssystem steht vor
weitreichenden
Veränderungen. Reformvorhaben wie der „Plan Zukunft“, neue
Unterrichtsfächer, die fortschreitende Digitalisierung an Schulen
sowie die zunehmende Bedeutung digitaler Bildungsmedien prägen die
aktuelle bildungspolitische Debatte. Beim ABÖ-Café der Allianz
Bildungsmedien Österreich diskutierten Vertreter:innen von
Lehrergewerkschaften mit den Bildungsmedienanbietern über aktuelle
Herausforderungen und Erwartungen an die Zukunft des Unterrichts.
Der Einladung der Allianz Bildungsmedien Österreich folgten MMag.
Dr. Thomas Bulant, Bundesvorsitzender-Stellvertreter der
Pflichtschullehrer:innen, Mag. Roland Gangl, Bundesvorsitzender der
BMHS-Gewerkschaft, Mag. Georg Stockinger, Bundesvorsitzender der AHS-
Gewerkschaft , sowie Mag. Isabella Zins, Sprecherin der AHS-
Direktor:innen und Direktorin des BORG Mistelbach .
Zwtl.: Lehrpläne im Wandel: Improvisation kann kein Dauerzustand sein
Großen Raum nahm die Diskussion über neue Lehrpläne und
Unterrichtsfächer ein, insbesondere die Einführung der neuen Fächer
„Medien und Demokratie“ sowie „Informatik und Künstliche
Intelligenz“. Die Teilnehmer:innen waren sich einig, dass Schulen bei
der Umsetzung dieser Neuerungen gezielt unterstützt werden müssen –
sowohl durch Aus- und Weiterbildungsangebote als auch durch
hochwertige Unterrichtsmaterialien.
Im Gespräch wurde deutlich, dass die zunehmende Dynamik bei
Lehrplänen mit laufenden Anpassungen in der Praxis schwer umsetzbar
ist. Georg Stockinger brachte es auf den Punkt: „Jede Reform steht
und fällt mit ihrer Umsetzung in der Schule. Wenn Rahmenbedingungen
unklar sind, entsteht Unsicherheit – sowohl bei Lehrkräften als auch
bei Schülerinnen und Schülern. Improvisation als Dauerzustand kann
nicht das Ziel sein. Reformen sind sinnvoll, aber es muss
sichergestellt werden, dass im Schulalltag auch mit dem Tempo Schritt
gehalten werden kann.“
Dem stimmte auch Thomas Bulant zu: „Der ‚Plan Zukunft‘ enthält
keinen Paradigmenwechsel in der Lehrerbildung. Schulen dürfen keine
Orte der Instruktion, sondern müssen Orte für Lernprozesse sein.
Bildungsmedien können und sollen diese Prozesse unterstützen.
Entscheidend für erfolgreichen Unterricht ist aber immer, wie die
Lehrkräfte Inhalte vermitteln und ihre Beziehungsarbeit gestalten.“
Bulant betonte besonders das Wie des Lehrens und Lernens: „Lernen
soll Freude machen und Resonanz bei den Kindern erzeugen.“
Roland Gangl verwies auf die besonderen Anforderungen der
berufsbildenden Schulen: „An den BMHS haben wir verschiedenste
Gruppen an Lehrpersonen mit unterschiedlicher Ausbildung und
pädagogischer Vorerfahrung. Die Ausbildung der Lehrpersonen für
unsere Schultypen muss daher praxistauglich und an die Vorerfahrung
unserer Kolleginnen und Kollegen angepasst sein.“
Isabella Zins bewertete die neuen AHS-Lehrpläne und ihren
Entstehungsprozess grundsätzlich positiv und unterstrich auch die
Bedeutung der Vermittlung im Unterricht: „Die besten Ergebnisse
entstehen dort, wo fachliche Eignung auf Begeisterungsfähigkeit
trifft – und wo professionelle Lehrkräfte durch gute Materialien und
eine durchdachte Aufbereitung unterstützt werden.“
Zwtl.: Bildungsmedien als inhaltliche Grundpfeiler des Unterrichts
Auch die Digitalisierung des Unterrichts wurde intensiv
diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass digitale Technologien längst
fixer Bestandteil des Schulalltags sind. Entscheidend sei nun,
digitale Werkzeuge didaktisch sinnvoll einzusetzen und Lehrkräfte bei
der Integration neuer Anwendungen bestmöglich zu unterstützen.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Rolle von Bildungsmedien
und wie Lehrkräfte tatsächlich mit Schulbüchern, digitalen
Lernplattformen und ergänzenden Materialien arbeiten. Die
Podiumsgäste unterstrichen einmal mehr die Bedeutung qualitätsvoller,
fachlich fundierter und didaktisch klar strukturierter Bildungsmedien
für einen erfolgreichen Unterricht.
Markus Spielmann, Präsident der Allianz Bildungsmedien Österreich
und Geschäftsführer des Helbling Verlags , freute sich sehr über den
praxisnahen Austausch: „Gerade in Zeiten großer Veränderungen ist der
direkte Dialog besonders wichtig. Bildungsmedien leisten einen
wesentlichen Beitrag dazu, Reformen im Unterrichtsalltag erfolgreich
umzusetzen. Dafür braucht es den kontinuierlichen Austausch zwischen
allen Beteiligten und ein gemeinsames Verständnis dafür, wie
zeitgemäße Bildung gestaltet werden kann.“
Die Moderation des Abends übernahm Silvia Grünberger, Managing
Partner von GRÜNBERGER & PARTNER. Zahlreiche Mitglieder der Allianz
Bildungsmedien Österreich nutzten die Gelegenheit, sich mit den
Expert:innen über aktuelle Entwicklungen und die Zukunft des
österreichischen Bildungswesens auszutauschen.
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