Wien (OTS) – „Wir können uns den Überreichtum nicht mehr leisten und
fordern die
Besteuerung von großen Vermögen und Erbschaften zur Finanzierung
eines gerechten Sozialstaats“, fordert Erich Fenninger, Direktor der
Volkshilfe Österreich, nach der Veröffentlichung der neuen
Studienergebnisse „So geht’s uns heute“ der Statistik Austria.
Rund 1,5 Millionen Menschen haben im vergangenen Jahr
Einkommensverluste erlitten, 703.000 Menschen haben Schwierigkeiten,
mit ihrem laufenden Einkommen auszukommen. Besonders betroffen sind
Menschen mit niedrigen Einkommen, Arbeitslose und Ein-Eltern-
Haushalte und damit meist Frauen. Steigende Wohn-, Energie- und
Lebensmittelkosten setzen viele Haushalte massiv unter Druck. Mehr
als ein Drittel der Bevölkerung gibt an, heute schlechter mit dem
Haushaltseinkommen auszukommen als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig
sorgen sich über 90 Prozent der Menschen um das staatliche
Budgetdefizit und damit einhergehenden Befürchtungen, dass es zu
weiteren Kürzungen kommt.
Die Volkshilfe fordert die Bundesregierung auf, den notwendigen
Budgetkonsolidierungskurs sozial gerecht zu gestalten: „ Während
immer mehr Menschen unter steigenden Lebenshaltungskosten leiden,
verfügen die reichsten Haushalte über enorme Vermögen, die kaum zur
Finanzierung des Gemeinwesens beitragen. Wer den Sozialstaat erhalten
und Armut wirksam bekämpfen will, kommt an einer gerechten Vermögens-
und Erbschaftsbesteuerung nicht vorbei “, sagt Volkshilfe-
Geschäftsführer Erich Fenninger.