Wien (OTS) – „Das Projekt „Bildungschancen“ von WienXtra, dessen
Förderung wir
heute im Gemeinderat beschließen, hat durchaus positive Auswirkungen
auf die Wiener Schulen. Es kann aber nicht über die massiven Probleme
des Wiener Bildungssystems hinwegtäuschen“, kritisiert der
Bildungssprecher der Wiener Volkspartei, Klubobmann Harald Zierfuß,
in der heutigen Sitzung des Wiener Gemeinderates.
Nach wie vor versteht mehr als die Hälfte der Wiener
Schulanfänger die Lehrer nicht und muss als außerordentliche Schüler
geführt werden. Die Gewalt an Wiens Schulen hat sich von ohnehin
schon hohem Niveau noch verdoppelt, auch die
Schulpflichtsverletzungen sind massiv angestiegen. „Eine Möglichkeit,
wie die Stadt dieser Negativentwicklung entgegenwirken könnte, wäre
die schon lange versprochene Aufstockung der Schulsozialarbeiter.
Nach wie vor haben 80 Prozent der Schulen gar keinen Sozialarbeiter,
die Zahl der Schulärzte ist sogar rückläufig. Diese katastrophalen
Entwicklungen kann ein einzelnes positives Projekt bei weitem nicht
ausgleichen“, kritisiert Zierfuß.
Auch die Familiensprecherin der Wiener Volkspartei, Gemeinderätin
Sabine Keri, betont die Notwendigkeit weiterführender
Entlastungsmaßnahmen an den Wiener Schulen. „Ein Workshop pro Klasse
und Jahr, wie es die „Bildungschancen“ vorsehen, kann einfach nicht
ausgleichen, wo die Wiener Stadtregierung ihre Verantwortung für ein
ordentliches Bildungssystem vernachlässigt. Die meistgebuchten
Workshops betreffen ein pädagogisches Entlastungsprogramm, Sport- und
Bewegungsangebote und die Handy- und Internetnutzung.
„Es ist gut, wenn sich Lehrerinnen und Lehrer durch dieses
Angebot Hilfe holen können. Es wäre aber eigentlich Aufgabe der
Stadt, das pädagogische Personal zu entlasten und für eine
entsprechend enge Zusammenarbeit zwischen Sportvereinen und Schulen
zu sorgen, so dass es ausreichende Bewegungsangebote für die Kinder
und Jugendlichen gibt. Ein einzelner Workshop pro Jahr spricht die
Stadt nicht von ihrer Verantwortung frei – nicht bei der
Schulsozialarbeit, der Gewaltprävention, der Sportförderung und auch
nicht bei der Entlastung der Lehrerinnen und Lehrer“, betont Keri
abschließend.