Wien (OTS) – In wenigen Wochen ist es wieder so weit: Österreichs
Schülerinnen und
Schüler bekommen ihr Zeugnis und starten in die Sommerferien. Für
viele Kinder und auch Eltern ist der letzte Schultag von großen
Emotionen begleitet . Dazu zählen etwa die Vorfreude auf den Sommer,
Aufregung und Abschiedsschmerz bei einem anstehenden Schulwechsel und
vor allem auch Unsicherheiten und Sorgen rund um das Zeugnis: Wie
werden die Noten in diesem Jahr ausfallen?
Ob Sehr gut, Befriedigend oder Nicht genügend – Noten sind, auch
im Jahreszeugnis, eine Momentaufnahme. Eine schlechte Note ist kein
Drama , das sollten Eltern auch ihrem Kind vermitteln. „ Versuchen
Sie in der Familie, dem Zeugnis möglichst gelassen entgegenzusehen.
Kinder brauchen die Gewissheit, dass die Liebe ihrer Eltern und
Bezugspersonen nicht an Schulleistungen geknüpft ist “, sagt Isabella
Ecker , Fachbereichsleitung für Kinder, Jugend und Familie beim
Hilfswerk Österreich.
Zwtl.: Schamgefühlen mit Zuneigung begegnen
Schlechte Noten lösen in vielen Kindern und Jugendlichen
Schamgefühle aus. Sie plagen sich mit Versagensängsten und fühlen
sich abgewertet. Eltern und Erziehenden rät Expertin Ecker: „Klammern
Sie Vorwürfe aus, zeigen Sie Ihre Unterstützung und Zuneigung und
stehen Sie ermutigend zur Seite. Das hilft Ihrem Kind, mit der
Enttäuschung über die eigene Leistung besser fertig zu werden.“
Generell kann der letzte Schultag, ganz unabhängig vom jeweiligen
Zeugnis, ein guter Anlass sein, das vergangene Schuljahr gemeinsam
Revue passieren zu lassen : Was hat das Kind Neues gelernt? Welche
Erfolge und Fortschritte wurden gemacht? Welche Fächer oder Projekte
haben besondere Freude bereitet? Was ist schwergefallen? „ Würdigen
Sie in jedem Fall die Anstrengungen Ihres Kindes – und sprechen Sie
darüber, wo es mehr Unterstützung braucht! “, rät Isabella Ecker.
Zwtl.: Geld für gute Noten?
Zehn Euro für jeden Einser, fünf Euro für jeden Zweier… Geld
für gute Noten ist zwar nach wie vor weit verbreitet, hat aber auch
seine Tücken. Dahinter steht der Gedanke, Schülerinnen und Schüler
zum Lernen zu motivieren und Anerkennung für gute Leistungen zu
zeigen. Expertin Isabella Ecker sieht das finanzielle oder materielle
Belohnen jedoch kritisch: „ Kinder lernen unterschiedlich. Manchen
fliegen gute Noten regelrecht zu, andere müssen sich sehr anstrengen,
um positiv zu bleiben. Die einzelne Note sagt also nur bedingt etwas
über die individuellen Mühen und Anstrengungen eines Kindes im
vergangenen Schuljahr aus. “ Mit einem Belohnungssystem für jeden
Einser oder Zweier erzeuge man unnötigen Druck , der schwer auf den
Kindern lastet.
Regelmäßige Belohnungen für gute Noten fördern zudem nur die
äußere , extrinsische Motivation . Die innere , intrinsische
Motivation bleibt mitunter auf der Strecke . Kinder lernen dann nicht
aus Neugier, Interesse oder um gut in der Schule mitzukommen, sondern
in erster Linie, um eine Belohnung von außen zu erhalten.
„Belohnungen können also zu Abhängigkeit von externen Anreizen führen
und die Fähigkeit der Kinder beeinträchtigen, selbst motiviert zu
lernen und sich etwas aus Eigenantrieb zu erarbeiten“, gibt Isabella
Ecker zu bedenken.
Nicht immer ist es einfach, dieses Thema mit Großeltern oder in
der Verwandtschaft zu klären. Ein Tipp der Expertin: „Wenn Oma und
Opa trotzdem unbedingt ein Geldgeschenk zum Schulschluss machen
wollen, kann es ja vielleicht auch als ‚Feriengeld‘ gesehen werden,
statt als Belohnung für das Zeugnis.“ Das abgeschlossene Schuljahr
und die damit verbundenen Anstrengungen für Kinder und Eltern gilt es
natürlich zu feiern: am besten mit gemeinsamer Familienzeit – etwa
bei einer Radtour, einem Ausflug oder einem Besuch im Freibad.
Bildmaterial zur Aussendung finden Sie hier zum Download .
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Österreich/Johannes Puch
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