Wien (OTS) – „Wieder ist ein psychisch Erkrankter im Strafvollzug
gestorben. Das
ist dramatisch, der Umgang mit psychischen Erkrankungen muss sich
dringend verbessern. Mein aufrichtiges Beileid und Mitgefühl gilt der
Familie und den Hinterbliebenen“, reagiert Alma Zadić,
Justizsprecherin und stv. Klubobfrau der Grünen, bestürzt auf den
aktuellen Bericht rund um den Suizid eines 23-Jährigen in der
Justizanstalt Josefstadt. „Jetzt braucht es ehrliche Aufklärung und
konsequente Verbesserungen im Strafvollzug.“
„Alle Anzeichen deuten darauf hin: Der junge Mann hätte
medizinische Behandlung und psychiatrische Betreuung benötigt. Wenn
tatsächlich die Warnungen des Sozialen Dienstes und der Angehörigen,
dass sich der der junge Mann etwas antun könnte, ignoriert wurden,
dann müssen alle Alarmzeichen läuten. Und dann schuldet das
Ministerium den Angehörigen Antworten: Warum kam er nicht wie
eigentlich vorgesehen in den Maßnahmenvollzug? Warum wurde den
konkreten Warnhinweisen nicht nachgegangen? Und wäre sein Tod
vermeidbar gewesen?“, so Zadić.
„Besonders schwer wiegt in meinen Augen der Verdacht, dass
interne Präventionssysteme und Checklisten nicht korrekt angewendet
wurden. Ich erwarte mir von Ministerin Sporrer jetzt volle
Transparenz: was steht im internen Bericht und welche Konsequenzen
wurden daraus gezogen – immerhin ist der Vorfall schon ein
Dreivierteljahr her“, so Zadić.