Wien (OTS) – Ende vergangene Woche besuchte Wiens Vizebürgermeisterin
und
Bildungsstadträtin Bettina Emmerling einen Kindergarten im 20.
Bezirk, um den Verein „STARTKLAR“ zu bewerben. Dieser Verein bietet
seit vergangenem Jahr in fünf städtischen sowie in fünf privaten
Einrichtungen Deutschförderungen an.
„Gerade bei der Deutschförderung gibt es massive
Herausforderungen – das ist unbestritten. Es fehlt einfach am
Personal. Aber Bildung deshalb an einen privaten Verein auszulagern,
ist inakzeptabel“, sagt Manfred Obermüller, Vorsitzender der
Hauptgruppe 1 in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft.
Dementsprechend schlecht sind die Medienberichte über den Besuch
auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den ersten
Bildungseinrichtungen angekommen. Obermüller: „Eine Zeitung titelte
sogar, dass Wiens Kindergärten nun ‚Hilfe von Deutsch-Profis‘
erhalten. Für das bestens ausgebildete vorhandene Personal, das
tagtäglich mit den Kindern arbeitet, ist das eine Beleidigung. Hier
sollte es eine Entschuldigung geben. Diese werden wir auch
einfordern!“
Obermüller stört an dem Verein, der auch von der Stadt Wien
gefördert wird, aber etwas Prinzipielles: „Wir sehen hier eine
gefährliche Entwicklung in Richtung weiterer Privatisierung der
Kindergärten durch die Hintertür. Dabei ist Bildung eine klare
Aufgabe des Staates. Es ist unverantwortlich, Vereinen die Tür zu
öffnen, die zum Beispiel von ‚Dreh und Trink‘ gesponsert werden.“
Die younion fordert, dass die Stadt Wien auf die Expertise und
Erfahrung des bestehenden Personals setzt und die Ressourcen für die
Sprachförderung direkt in die Teams vor Ort investiert. „Statt
Privatisierung durch die Hintertür braucht es eine echte Stärkung der
öffentlichen Kindergärten und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Es braucht endlich mehr Personal“, sagt Obermüller abschließend.